Formel 1 - Brawn korrigiert Aussagen über Schumacher

Schreckliche Ironie

Ross Brawn rudert bei seinen jüngsten Aussagen über den Zustand von Michael Schumacher zurück. Mit seinen Äußerungen hatte er zuvor einen Medien-Hype ausgelöst.
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Motorsport-Magazin.com - Aussagen über den Gesundheitszustand von Michael Schumacher sind stets ein schmaler Grat. Das bekam nun auch sein langjähriger Vertrauter und Freund Ross Brawn zu spüren. Vor eineinhalb Wochen wanderte eine Aussage des Briten durch die Weltmedien, dass es bei Schumacher ermutigende Zeichen gebe. Das genügte, um einen weiteren Medien-Hype rund um den verunfallten Rekordweltmeister der Formel 1 auszulösen. "Es gibt ermutigende Zeichen" - ein Satz mit wenig Inhalt, der trotzdem große Hoffnungen unter den Fans des verunfallten Schumacher weckte.

Brawn war anscheinend nicht bewusst, welche Folgen seine Aussagen in einem Interview mit der BBC haben würden. Zwar hatte er in diesem betont, dass Schumachers Zustand Privatsache sei, er dies respektiere und viele Meldungen falsch seien. Doch angesichts der äußerst zurückhaltenden Nachrichtenlage rund um den früheren F1-Star wird so ziemlich jeder Satz auf die Goldwaage gelegt. So erging es auch Brawn, der nun mit seinen Aussagen zurückruderte.

Ich wurde zitiert, dass es ihm besser geht. Das war aber nicht das, was ich wirklich gemeint habe.
Ross Brawn

"Ich wurde zitiert, dass es ihm besser geht", sagte Brawn dem britischen Guardian. "Das war aber nicht das, was ich wirklich gemeint habe. Die Familie führt seine Genesung privat durch und das respektiere ich. Deshalb möchte ich keine Aussagen über seinen Zustand treffen, außer, dass wir alle sehr hoffnungsvoll sind, Michael in Zukunft hoffentlich so zu sehen, wie wir ihn kannten."

Weiter sagte Brawn, dass er Schumacher weiterhin besuche. "Ich hoffe und bete, dass er sich erholen wird", fügte er hinzu. Viel mehr wird es von Brawn zu Schumacher künftig wohl nicht mehr zu hören geben, das hat ihn die Vergangenheit gelehrt. Nur zum Tag des Unglücks äußerte er sich noch: "Ich wollte über Neujahr nach Schottland, als seine persönliche Assistentin anrief. Wir haben unsere Pläne verworfen und ihn besucht. Es war schrecklich traumatisch für die Familie - und ein Schock für uns."

Vor allem die Umstände über den Unfall des Mannes, mit dem Brawn in der Formel 1 alles gewonnen hatte, machten ihn traurig. Letztendlich war es ein vermeintlich harmloser Ski-Unfall, der das große Unglück auslöste. "Michael war solch ein starker Charakter und während seiner gesamten Karriere brach er sich nur ein Bein", erinnerte sich Brawn. "Eine schreckliche Ironie, dass dies in einem ruhigeren Lebensabschnitt passierte" Schumacher verunfallte am 29. Dezember 2013 während eines Ski-Ausflugs in Frankreich. Seit September 2014 setzt er seine Rehabilitation zuhause fort.


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