Formel 1 - Wehrlein mit verkorkstem Freitag in Brasilien

Auto ist jedes Rennwochenende anders

Pascal Wehrlein kam am ersten Trainingstag in Interlagos nicht richtig auf Touren. Wieder hatte er mit technischen Problemen an seinem Manor zu kämpfen.
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Motorsport-Magazin.com - Pascal Wehrlein erlebte einen Auftakt zum Vergessen in das vorletzte Rennwochenende der Saison. Während sein Teamkollege Esteban Ocon in Interlagos problemlos seine Runden drehte, verbrachte der Mercedes-Junior fast so viel Zeit in der Garage, wie auf der Rennstrecke. Die Session am Nachmittag verlor er dabei fast komplett.

Das Auto hat sich einfach komisch verhalten und man konnte es an den Daten sehen, dass da etwas nicht stimmt.
Pascal Wehrlein

Nachdem Wehrlein im 1. Freien Training noch 32 Runden und damit zwei Umläufe mehr als Ocon absolviert hatte, schaffte er am Nachmittag mit 22 Runden ganze 14 weniger als der Teamkollege. Doch schon in der ersten Session lief es für Wehrlein nicht ganz rund. "Es war auch im 1. Freien Training schon da. Im zweiten Training war es dann nochmal schlimmer", sagt der Manor-Pilot auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com über das technische Problem, das ihn in der zweiten Trainingssitzung über weite Strecken lahmlegte.

Was genau mit seinem Boliden nicht stimmte, konnte das Team trotz langer Unterbrechungen nicht herausfinden. Für Wehrlein steht allerdings außer Frage, dass das Auto sich nicht normal verhielt. Dies bestätigte ihm nicht nur sein eigenes Gefühl: "Das Auto hat sich einfach komisch verhalten und man konnte es an den Daten sehen, dass da etwas nicht stimmt."

Es war nicht das erste Mal, dass es an Wehrleins Auto schon im Training massive Probleme gab. Der Rookie kann nicht verstehen, weshalb es seinem Dienstfahrzeug so sehr an Zuverlässigkeit fehlt. "Es scheint so, als ob wir uns schwer tun, ein immer gleiches Auto an die Rennstrecke zu bringen", so der 22-Jährige.

Wehrleins Manor Stand am ersten Trainingstag in Brasilien oft an der Box - Foto: Sutton

Ursache immer noch unbekannt

Den großen Unterschied zwischen unseren beiden Autos kann man sehen.
Pascal Wehrlein

Obwohl Wehrlein im 2. Freien Training eine knappe Stunde an der Box stand, konnte seine Crew den Fehler nicht ausfindig machen: "Wir haben versucht, es zu lösen, wozu mich das Team gleich in die Box gerufen hat." Doch trotz mehrerer Anläufe, machte sich keinerlei Besserung bemerkbar. "Wir haben eine Änderung gemacht und sind noch einmal auf die Strecke gegangen. Danach haben wir nochmal versucht, etwas zu ändern, weil es nicht geholfen hatte", fügt er an.

Daran, dass mit seinem Boliden etwas nicht stimmte, gibt es laut Wehrlein jedoch keinen Zweifel: "Den großen Unterschied zwischen unseren beiden Autos kann man sehen", verweist er wiederholt auf die Telemetrie-Daten. Immerhin sind Wehrlein und die Manor-Ingenieure sich soweit sicher, dass es sich um ein mechanisches Problem handelt.

Dämpfer gewechselt, DRS ausgefallen

Jetzt ist ja noch nichts passiert, denn heute war nur das Training.
Pascal Wehrlein

Doch auch hier schlugen erste Lösungsansätze fehl. "Die Dämpfer haben wir schon getauscht, aber die waren es nicht", so Wehrlein, dem neben seinen Handling-Problemen noch ein weiterer Defekt das Leben schwer machte. "DRS hat im zweiten Training auch nicht funktioniert", fügt der Youngster an, der dadurch auch auf den Geraden im Nachteil war.

In seinem Zweckoptimismus versucht er, diesem misslungenen Freitag zumindest einen positiven Aspekt abzugewinnen: "Das ist ein bisschen ärgerlich, aber manchmal läuft es halt so. Jetzt ist ja noch nichts passiert, denn heute war nur das Training. Am Samstag zählt es und wir haben zumindest noch den ganzen Abend Zeit, um es zu analysieren."

Die Handling-Probleme bereiteten Wehrlein und seiner Crew jede Menge Kopfzerbrechen - Foto: Sutton

Chaos wie immer erwünscht

Chaos ist immer gut.
Pascal Wehrlein

Für den Rest des Brasilien-Wochenendes ist eine hohe Regenwahrscheinlichkeit vorhergesagt. Etwas, das Wehrlein wie so oft begrüßen würde: "Chaos ist immer gut." Angst, dass bei einem Regen-Roulette möglicherweise die Erzrivalen von Sauber den großen Coup landen, hat er keineswegs. "Vielleicht holen wir ja dann auch nochmal einen Punkt, wer weiß?"

Unter dem Strich, bekräftigt Wehrlein, können derartige Bedingungen für einen Fahrer in seiner Position nur eine Chance bedeuten: "Wer weiter hinten steht, hofft immer, dass im Rennen etwas passiert, das nicht vorhersehbar ist. Und darauf, dass man dann im richtigen Moment die richtige Entscheidung trifft, und einen Sprung nach vorne macht."


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