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Formel 1 - Interview - Marko zu Ferrari-Protest: Was soll es Neues geben?

Whitings Erklärung nicht nachvollziehbar

Dr. Helmut Marko nimmt zu Ferraris Einspruch gegen die Vettel-Strafe in Mexiko Stellung und spricht über die FIA-Erklärung zu den Urteilen des letzten Rennens.
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Motorsport-Magazin.com - Der Ferrari-Einspruch zum Mexiko GP hat uns alle überrascht. Wissen Sie, was dahinterstecken könnte?
Dr. Helmut Marko: Wir haben uns das noch einmal angesehen und können nichts finden. Dann müssten wir uns den Vorfall zwischen Hamilton und Ricciardo in Monaco auch noch einmal anschauen. Ich wüsste nicht, was es Neues geben sollte.

Wir haben uns das noch einmal angesehen und können nichts finden
Dr. Helmut Marko

Was sagen Sie zu Charlie Whitings Erklärung, warum Hamilton in Kurve eins nicht bestraft wurde, Verstappen aber schon?
Dr. Helmut Marko: Überhaupt nicht nachvollziehbar. Hamilton hat einen Vorsprung von guten drei Sekunden herausgeholt, und das Argument war, er ist als Erster in die Kurve gefahren und als Erster wieder herausgekommen. Wenn es dort ein Kiesbett gibt, fällt er x Plätze zurück und das Rennen läuft ganz anders.

Angeblich können die Stewards von Mexiko entscheiden, dass die Sache noch einmal angesehen werden muss, und dann geht die Entscheidung an die Stewards hier in Brasilien.
Dr. Helmut Marko: Da gibt es ja Fristen und dergleichen. An das glaube ich nicht. Aber das ist ja alles Unsinn. Das waren die vier besten Rennrunden, die es heuer gab, und jetzt wird es durch formalistische Sachen derartig zerredet und zerstört. Gehen wir zurück zu Auslaufzonen, die jeden bestrafen, der sie überschreitet, und dann löst sich das alles automatisch.

Gehen wir zurück zu Auslaufzonen, die jeden bestrafen, der sie überschreitet, und dann löst sich das alles automatisch
Dr. Helmut Marko

Vettel hat sich bei der FIA für seine Sprache entschuldigt...
Dr. Helmut Marko: Dazu ist es gekommen, weil Ferrari ihn nicht informiert hat, dass Verstappen ihn nicht vorbeilassen muss. Das war auch wieder ein Fehler der Ferrari-Crew.

Hat er sich bei Ihnen und Verstappen für die gefallenen Schimpfworte auch entschuldigt?
Dr. Helmut Marko: Bei mir braucht er sich deswegen nicht zu entschuldigen. Und mit Verstappen hatte er ein klärendes Gespräch.

Red Bull im Longrun stark

Wie zufrieden sind Sie mit der Red-Bull-Performance am Freitag?
Dr. Helmut Marko: Wir waren auf die Single-Lap vielleicht nicht ganz so schnell, wie wir es normal sind, aber auf den Longruns waren wir wieder klar dort, wo wir sind und ungefähr zwei Zehntel hinter Mercedes. Je nach Reifenwahl ist Vettel gleichauf mit uns.

Die Regenwahrscheinlichkeit für Sonntag ist ziemlich hoch. Kann man sich in den Trainings darauf schon vorbereiten?
Dr. Helmut Marko: Man kann den Downforce entsprechend maximieren. Heute waren aber 90% Regenwahrscheinlichkeit und die Sonne sticht noch immer herunter. Ich glaube an all diese Vorhersagen nicht mehr, vor allem, wenn sie genau auf den Rennzeitpunkt zutreffen sollen. Aber klar muss man sich das ansehen, aber wir müssen es ja bis zum Qualifying entscheiden, denn danach geht nichts mehr.

Der letzte Sektor war wegen der Power Units immer ein Problem. Diesmal schaut er gar nicht so schlecht aus.
Dr. Helmut Marko: Schaut nicht so schlecht aus, hat aber auch mit der Traktion aus den letzten beiden Kurven zu tun. Die Top-Speed-Zeit von Verstappen kann man nicht als Maßstab nehmen, weil er einen Super-Windschatten von Alonso hatte.


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