Formel 1 - Die Ferrari-Nullnummer rückt näher

Wird das Jahr mit einem Sieg in Brasilien gerettet?

Ferrari steht noch immer ohne Sieg da. Geht die Serie in Brasilien zu Ende? Sebastian Vettel und Kimi Räikkönen hoffen das Beste.
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Motorsport-Magazin.com - Je weiter die Saison voranschreitet, desto näher rückt die drohende rote Nullnummer. Gewinnt Ferrari weder am kommenden Wochenende in Brasilien noch beim Saisonfinale in Abu Dhabi, ist die 14. sieglose der Saison der Scuderia in der Formel 1 Realität. Letztmalig blieben die Roten 2014 ohne vollen Erfolg, und letztmalig davor 1993. Die Chancen stehen jedenfalls nicht allzu gut, dass es doch noch ein Happy End gibt, weshalb man sich in Maranello wohl schon so langsam mit der Leermeldung anfreundet.

Das Team besteht aus Kämpfern
Sebastian Vettel

"Wir hatten ein hartes Jahr. Und ich bin mir sicher, dass die Tifosi auch eines hatten", sagt Sebastian Vettel, der 2015 in Singapur für Ferraris bis dato letzten Sieg verantwortlich zeichnete. Zuletzt mehrte sich die Kritik an dem vierfachen Weltmeister, der sich aber nach wie vor wild entschlossen gibt. "Wir sind hier, um zu kämpfen. Das sollten die Leute sehen. Das Team besteht aus Kämpfern. Rennfahren bedeutet mir alles und auch dem Team. Ferrari ist in unserer DNS", stellt er klar. "Seid sicher, dass wir noch kämpfen werden. Jeder in der Fabrik kämpft dafür, dass wir nächstes Jahr ein gutes Auto haben und um viel mehr kämpfen können."

Bilder aus besseren Zeiten - Foto: Sutton

Nach Interlagos zu kommen und nicht im Titelkampf zu stehen, das wird den hehren Ansprüchen von Ferrari einfach nicht gerecht. Das weiß auch Vettel. "Letztes Jahr sind wir Zweiter bei den Konstrukteuren geworden und im Jahr danach wollen wir natürlich die Meisterschaft gewinnen. Es ist dieses Jahr nicht passiert", muss er bitter eingestehen. Weil die Saison schon gelaufen ist, richtet sich der Fokus voll und ganz auf 2017, um endlich wieder anzugreifen. "Das Ziel ist es, mit guten Ideen aufzuwarten, um ein großartiges Auto zu bauen und konkurrenzfähig zu sein. Als Team wachsen wir immer noch. Es gab eine große Veränderung in den letzten zwei Jahren zum Besseren. In der Hinsicht ist es fair, uns etwas Zeit zu geben", appelliert der Heppenheimer.

Wir brauchen mehr Grip. Wir brauchen mehr Power, um schneller zu sein
Kimi Räikkönen

Naturgemäß nicht zufrieden ist auch Kimi Räikkönen, der sich zwar ein enges Duell mit Vettel in der Weltmeisterschaft liefert, welches sich jedoch fern der Spitze abspielt. "Wir haben uns übers Jahr verbessert. Aber um es auf den Punkt zu bringen: Wir brauchen mehr Grip. Wir brauchen mehr Power, um schneller zu sein. Das klingt alles sehr einfach, aber leider ist es das nicht", zählt der Finne die roten Defizite auf, hat aber auch Hoffnung. "Wir haben kürzlich wieder einige Sachen verstanden und wir haben im Team gute Leute, die daran arbeiten. Ich habe eine Menge Vertrauen, dass wir diese Probleme beheben werden. Es gibt keine Garantie dafür, wo wir stehen werden. Aber ich denke, wir haben dieses Jahr eine Menge Dinge verstanden. Daher können wir zuversichtlich sein, dass wir ganz gut sein werden."

1993: Eine von bislang 13 sieglosen Ferrari-Saisons - Foto: Sutton

Die Hoffnung ruht auf Interlagos

Dennoch, die Chance auf den erlösenden ersten Saisonsieg stirbt zuletzt, und gerade Brasilien mit seinem wechselhaften Wetter hat nicht erst einmal einen kuriosen Rennverlauf inklusive überraschendem Sieger gesehen. "Hier passiert immer sehr viel", weiß Vettel. "Wir hatten schon genug verrückte Rennen hier. Irgendwas bringt die Strecke mit sich, dass immer die Chance besteht, dass etwas Verrücktes passiert."

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Viele gute Erinnerungen mit Interlagos verbindet auch Räikkönen, der sich dort 2007 zum bislang letzten Ferrari-Weltmeister krönte. "Im ersten Jahr mit Ferrari haben wir es geschafft, den Titel zu holen. Es war aber trotzdem kein einfaches Jahr, alles in allem. Wir haben ziemlich okay begonnen und dann hatte ich gegen Saisonmitte einige Schwierigkeiten und kam dann aber wieder stark zurück und konnte die Meisterschaft gewinnen. Es war ein großartiges Ende einer schwierigen Saison", blickt der Finne zurück. Von einer solch schwierigen Saison wie damals träumt man in Maranello momentan vermutlich.

Kimi Räikkönen: Weltmeister 2007 in Brasilien - Foto: Sutton

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