Formel 1 - Force India vs. Williams: Showdown in Brasilien

Best of the Rest: Williams unter Zugzwang

Im Kampf um Position vier bei den Konstrukteuren könnte in Interlagos eine Vorentscheidung fallen. Force India liegt zwar vorne, doch Williams ist dran.
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Motorsport-Magazin.com - An der Spitze ist die Konstrukteursweltmeisterschaft längst entschieden. Mercedes ist seit Suzuka Weltmeister, und Red Bull hat Ferrari seit der Sommerpause immer weiter abgehängt. Hinter den Top-Teams, geht es zwischen Force India und Williams auch zwei Rennen vor dem Ende der Saison noch richtig eng zu. Gerade einmal neun Punkte trennen die beiden britischen Teams im Kampf um Platz vier.

Bei nur noch zwei Rennen und einem Vorsprung von neun Punkten, kann jeder weitere Punkt entscheidend sein.
Vijay Mallya

Force India hat den vermeintlich einfacheren Job. Für die Mannschaft vom Vijay Mallya geht es darum, den seit Singapur sukzessive ausgebauten Vorsprung ins Ziel zu retten. Auf der anderen Seite hat das Team aber noch nicht das komfortable Polster, auf dem sich Nico Hülkenberg und Sergio Perez ausruhen könnten. "Bei nur noch zwei Rennen und einem Vorsprung von neun Punkten, kann jeder weitere Punkt entscheidend sein", mahnt Mallya

In der Tat wird es in erster Linie darum gehen, vor dem Gegner zu bleiben und den Vorsprung weiter auszubauen. Denn es ist äußerst unwahrscheinlich, dass Force India in Interlagos derart viele Punkte holt, dass Williams für Abu Dhabi sämtliche theoretische Chancen verliert. Hülkenberg und Perez müssten in Brasilien 35 Punkte mehr als die Rivalen einfahren, um den Kampf vorzeitig zu entscheiden - ein Ding der Unmöglichkeit.

Interlagos: Ein gutes Pflaster für Force India

Das war ein sehr besonderes Rennen für mich, als ich bei diesen Bedingungen für 40 Runden in Führung lag.
Nico Hülkenberg

Vergangenes Jahr waren Force India und Williams in Brasilien zwar auf Augenhöhe, doch das Traditions-Team aus Grove hatte am Ende die Nase vorne. In den Jahren zeigte Force India allerdings immer wieder starke Rennen. Mallya ist davon überzeugt, dass der Kurs nahe São Paulo auch dieses Jahr ein gutes Pflaster für seine Autos sein wird: "Wir haben aus den letzten paar Jahren ein paar gute Erinnerungen an Brasilien und es ist eine Rennstrecke, auf der bereits einige spezielle Rennen stattgefunden haben. Oft hat auch der Regen nachgeholfen."

Regen ist für Nico Hülkenberg sicherlich das Stichwort. Der Deutsche konnte auf dem Autódromo José Carlos Pace bereits mehrfach glänzen, als nasse Bedingungen herrschten. 2010 fuhr er ausgerechnet für den jetzigen Gegner Williams auf die Pole Position. 2012 befand er sich im Force India sogar mitten im Kampf gegen Hamilton & Co., bevor ihm ein kleiner, aber folgenschwerer Fehler unterlief, als er bei einem missglückten Überholmanöver mit Hamilton kollidierte.

Hülkenberg räumte 2012 Hamilton ab - Foto: Sutton

Trotzdem konnte er schon 30 Punkte in Interlagos einfahren, weshalb der Kurs von vielen als Paradestrecke Hülkenbergs gesehen. "Das war ein sehr besonderes Rennen für mich, als ich bei diesen Bedingungen für 40 Runden in Führung lag", so Hülkenberg, der trotz des enttäuschenden Ausgangs überwiegend positive Erinnerungen an 2012 hegt.

Teamkollege Sergio Perez konnte in Brasilien noch keine großen Akzente setzen - lediglich acht Punkte gab es für ihn dort bisher. Doch ein paar Wetterkapriolen könnten ihm ebenso in die Karten spielen. "Hier spielen auch die äußeren Faktoren immer eine große Rolle. Ob es das Wetter ist oder etwas anderes, Interlagos neigt immer dazu, für spannenden Rennen zu sorgen", so der Mexikaner, der dafür bekannt ist, sich bei ein wenig Chaos gerne mal aufs Podium zu schleichen. Sollte ihm dies in Brasilien gelingen, würde Force India seinem Ziel sicherlich ein großes Stück näher rücken.

Williams will kein Regen-Chaos

Massa stand 2014 für Williams auf dem Podium - Foto: Sutton

Williams glaubt offenbar daran, den Gegner auch ohne Hilfe von Petrus bezwingen zu können. Die Hoffnung auf ein Chaos-Rennen teilt das Team jedenfalls nicht, wie Chefingenieur Pat Symonds zu Protokoll gibt: "Am Samstag und am Sonntag besteht die Chance auf Regenschauer. Wir hoffen aber, dass es trocken sein wird." Im Fokus stehen wird Williams aber ohnehin nicht wegen dem Kampf gegen Force India.

Die meisten Augen werden auf Williams-Fahrer Felipe Massa gerichtet sein, der zum Saisonende den Formel-1-Helm an den Nagel hängt und somit zum letzten Mal als Fahrer in der Königsklasse vor heimischem Publikum antritt. "Ich denke, es wird ein richtig cooles Rennen für Felipe. Ich hoffe, dass es für uns gut laufen wird und er das Wochenende genießen kann", sagt Valtteri Bottas.

Massa will nochmal aufs Podium

Interlagos bedeutet Heimat. Es ist der Ort, an dem ich aufgewachsen bin.
Felipe Massa

Für Massa war das Rennen in Brasilien seit jeher ein besonders emotionales Ereignis. "Interlagos bedeutet Heimat. Es ist der Ort, an dem ich aufgewachsen bin", so der Lokalmatador, der in den Jahren 2006 und 2008 jeweils siegreich war und 2014 auch für Williams als Dritter schon einmal auf dem Podium stand. Auch beim letzten Auftritt vor den Brasilianern möchte er noch einmal richtig glänzen: "Es wird nicht einfach, aber ich werde bei meinem letzten Heimrennen für meine Leute und für Brasilien alles geben."

Angesichts der bisherigen Leistungen in dieser Saison wird es wohl alles andere als einfach, ein weiteres Mal zuhause aufs Treppchen zu steigen. Im Vordergrund steht für Massa jedoch ohnehin etwas anderes: "Ich freue mich darauf, jede einzelne Runde zu genießen. Und hoffentlich kann ich das Rennen mit einem guten Resultat beenden." Mit einem guten Resultat und einem Sieg über Force India könnte er seinem Arbeitgeber ohne Frage einen großen Dienst für die Zukunft erweisen.


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