Formel 1 - Treue Seelen: Die ganze Karriere in einem F1-Team

Ewiges Vorbild Jim Clark

Valtteri Bottas fährt auch 2017 bei Williams - und das seit Beginn seiner F1-Karriere. Auf den Spuren der treuesten Formel-1-Piloten der Geschichte.
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Motorsport-Magazin.com - Silly Season, Gerüchteküche, Fahrerwechsel hier, Fahrertausch da. Alljährliches Geschäft in der Formel 1. Das muss nicht sein. Die F1-Historie kennt Fahrer, die sich dem ganzen Wechsel-Wahnsinn völlig entzogen oder nie die Gelegenheit zum Cockpitwechsel erhalten haben. Aktuelles Beispiel: Valtteri Bottas.

Seit 2013 fährt der Finne durchgehend als Stammfahrer für Williams, am Donnerstag verkündete der Traditionsrennstall die Vertragsverlängerung mit Bottas für die kommende Formel-1-Saison. Ende 2017 wird Bottas mit dann 98 Grands Prix in seiner Williams-Vita zum dienstältesten Piloten der Teamgeschichte aufsteigen. Wie es dann weitergeht? Vielleicht ja erneut mit Williams.

Bottas bald Williams-Rekordfahrer

Bleibt Bottas dem Rennstall weiterhin treu und zieht dies bis zu seinem Karriereende durch wäre der Finne auf jeden Fall der mit Abstand treueste Pilot der Geschichte des Sports. Denn ganz ohne Teamwechsel kamen die wenigsten Fahrer aus - so man ihre Zeit in der Königsklasse den eine 'anständige' Karriere nennen kann.

Motorsport-Magazin.com hat als Kriterium für eine solche Karriere das Bestreiten von mindestens drei Saisons gesetzt - und fleißig gesucht, welche Fahrer neben Bottas dies erfüllen ohne je das Team gewechselt zu haben. One-Race-Wonder wie Markus Winkelhock oder die aktuellen zwar treuen, aber Noch-Kurzarbeiter Felipe Nasr und Carlos Sainz jr. (beide in ihrer erst zweiten Saison) scheiden also aus. Hier nun unser bisheriges Ergebnis:

Jim Clark - 72 GP nur für Lotus

Jim Clark : (2:00 Min.)

Der mit Abstand bekannteste und erfolgreichste Vertreter der Zunft ewiger Team-Treue ist niemand geringeres als F1-Legende Jim Clark. Von 1960 bis 1968 prägte der Brite fast ein ganzes Jahrzehnt beim Team Lotus von Colin Chapman. In seinen neun Jahren Formel 1 feierte Clark 25 Siege in 72 Grands Prix, erzielte 33 Pole Positions, 28 schnellste Rennrunden und errang allem voran allem zwei Weltmeistertitel mit Lotus. Nur der Tod bei einem Formel-2-Rennen auf dem Hockenheimring konnte Clarks unfassbare Erfolgsserie jäh und bitter beenden.

Paul di Resta - 58 GP für Force India

Immerhin mal einen Rekordweltmeister überholt. Nach drei Jahren Force India war für di Resta Schluss in der F1 - Foto: Sutton

Paul di Resta kennt man inzwischen vor allem aus der DTM. Doch hatte der Schotte seine Tourenwagen-Karriere zwischen 2011 und 2013 für den Formel-1-Aufstieg unterbrochen. Drei Jahre lang fuhr di Resta einzig für Force India. In dieser Zeit erzielte er in 58 GP 121 WM-Punkte, schaffte es allerdings nie auf das Podium. Als beste Ergebnisse stehen zwei vierte Plätze beim Singapur GP 2012 und beim Bahrain GP 2013 zu Buche.

Jean-Eric Vergne - 58 GP für Toro Rosso

Vergne wollte hoch hinaus, kaum aber nie weiter als bis ins Toro-Rosso-Cockpit - Foto: Sutton

Red Bull ist dafür bekannt, Talenten durch das eigene Juniorteam Toro Rosso schnell eine Chance in der Formel 1 einzuräumen. Doch genauso schnell lässt der Konzern die Piloten fallen, gelingt ihnen nicht der Absprung Richtung Red Bull. Eine lange Karriere bei Toro Rosso? Nicht vorgesehen. Dennoch: Einige wenige dürfen zumindest etwas länger ran, glaub man an sie, hat nur gerade keinen Platz bei RBR frei. So zum Beispiel Jean Eric Vergne. Drei Jahre lang war der Franzose mit Toro Rosso in der Formel 1 unterwegs. Zwischen 2012 und 2014 erzielte Vergne in 58 GP 51 WM-Punkte und zwei sechste Plätze als beste Ergebnisse, ehe sich mit dem Toro-Rosso-Aus auch alle anderen Türen in der F1 schlossen. Seitdem sucht Vergne sein Glück in der Formel E.

Sebastien Buemi - 55 GP für Toro Rosso

Buemi versuchte sich ebenfalls drei Jahre lang bei Toro Rosso - Foto: Sutton

Und nochmal Toro Rosso. Wie Vergne fuhr auch Sebastien Buemi vor seiner Formel-E-Erfolgsgeschichte für die Jungbullen in der Formel 1 - ebenfalls ausschließlich. Buemi brachte es in seinen drei F1-Jahren als Vergne-Vorgänger zwischen 2009 und 2011 auf 55 GP-Starts, in denen er 29 Punkte hamsterte. Über zwei siebte Plätze sollte es jedoch nie hinaus gehen.

Ihr kennt weitere Piloten, die mindestens drei Jahre in der Formel 1 aktiv waren und nie das Team gewechselt haben? Einfach unten in die Kommentaren poste. Wir sind gespannt auf Euren Input! Und wünschen viel Glück bei der Suche. Werdet ihr brauchen ... :o)


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