Formel 1 - McLaren in Suzuka trotz Top-10 unzufrieden

Alonso mit Glück im Unglück

McLaren scheint beim Honda-Heimspiel in Suzuka voll auf Kurs zu sein. Alonso und Button zeigten sich nach dem Training allerdings skeptisch.
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Motorsport-Magazin.com - Der Große Preis von Japan ist für die McLaren-Mannschaft aufgrund der Zusammenarbeit mit Honda eines der wichtigsten Rennen im Formel-1-Kalender. Gerade nach der starken Vorstellung in Malaysia sind die Hoffnungen bei Team und Fans für das Rennen in Suzuka besonders hoch. Am ersten Trainingstag konnte vor allem Alonso mit konkurrenzfähigen Zeiten aufwarten, obwohl er im FP1 kurzzeitig neben der Spur war. Button hingegen hatte mehr zu kämpfen und kam im Gegensatz zum Spanier nicht in die Top-10. Unter dem Strich sehen jedoch beide Piloten noch viel Arbeit für den Samstag.

Es gab Unregelmäßigkeiten an der Aerodynamik vom Heckflügel.
Fernando Alonso

Beinahe wäre das erste Training für Alonso schon früh beendet gewesen. Der Spanier verlor in der Spoon-Kurve das Heck seines McLaren und schlug am Reifenstapel an. "Wir untersuchen es noch. Es gab Unregelmäßigkeiten an der Aerodynamik vom Heckflügel", so der 35-Jährige, der Glück hatte und mit einem lädierten Heck den Weg zurück an die Box antreten konnte: "Zum Glück haben wir das Auto nicht zu sehr beschädigt. Im zweiten Training lagen wir dann wieder im Plan."

Mit den Positionen neun und acht in den beiden Sessions am Freitag steht Alonso in den Ergebnislisten alles andere als schlecht da. Er selbst glaubt allerdings, dass ein erneutes Vorstoßen in vordere Gefilde am Samstag keine leichte Übung wird. "Wir sind nur auf Platz acht und Ricciardo konnte die weichen Reifen nicht einmal nutzen. Damit wären wir also nur noch Neunter. Ich denke, die Top-10 werden morgen ziemlich schwierig", so Alonso.

Alonso war trotz des Top-10 Resultats skeptisch - Foto: Sutton

Reifenflüsterer Button am Rande der Verzweiflung

Normalerweise ist das eine Stärke von mir.
Jenson Button

Obwohl Button im FP2 nur auf Rang 16 landete, lag der Abstand beim Teamkollegen bei gerade einmal vier Zehntel. "Ich hatte einfach keine gute Runde, da ich zu viele Verbremser hatte", gibt Button unumwunden zu. Richtig problematisch wurde es für ihn allerdings erst an einem anderen Punkt: "Im Moment ist das Problem, dass der Reifen bei mir nur eine Runde überlebt. Danach ist der Verschleiß massiv. Die Longruns waren ein großes Problem für uns."

Ein für den Briten eher ungewöhnliches Phänomen, wo er doch seit jeher für seinen runden und materialschonenden Fahrstil bekannt ist. "Es fühlt sich für mich einfach so an, als ob etwas nicht stimmt an meinem Auto und ich deshalb diesen hohen der Verschleiß habe. Wir werden für morgen einige Teile tauschen, denke ich. Denn normalerweise ist das eine Stärke von mir", so Button.

Alonso will keinen Regen

Anders als Button vermutet Alonso bei seinem Dienstfahrzeug keinen Gremlin, der ihm die Reifen zerstört. Nachholbedarf sieht er allerdings auch noch. "Im Großen und Ganzen sind wir mit dem Setup noch nicht ganz glücklich. Wir müssen heute Nacht etwas finden und haben auch schon ein paar Ideen für die Abstimmung", so der Spanier.

Der von vielen Mittelfeld-Teams so oft herbeigesehnte Regen darf, wenn es nach Alonso geht, dem Formel-1-Zirkus am Samstag gerne fern bleiben: "Hoffentlich regnet es morgen im FP3 nicht, denn ansonsten müssen wir das Qualifying und das Rennen wahrscheinlich mit einem unerprobten Setup angehen."

Button hingegen hat offenbar weniger zu verlieren und würde auch das vom Wetterbericht vorhergesagte Nass von oben begrüßen. "Ich würde es lieben, wenn es regnet. Es ist die einzige Hoffnung für uns, um eine Chance auf ein wirkliches Mega-Resultat zu haben", sagt der Brite.

Bei Buttons Auto ist der Wurm drin - Foto: Sutton

Honda bekommt einen Token zurück

Höhere Zuverlässigkeit hilft der Performance.
Jenson Button

Ein weiterer Fakt, der Button in Sachen Longruns gegenüber dem Teamkollegen zum Nachteil werden könnte, ist seine Power Unit. Zwar zielte die Ausbaustufe, die Alonso in Sepang erhielt, lediglich auf die Zuverlässigkeit des Aggregats ab, unter gewissen Umständen macht sich dieser Unterschied unter gewissen Voraussetzungen allerdings doch bemerkbar: "Höhere Zuverlässigkeit hilft der Performance, weil es bedeutet, dass du im Rennen eine aggressivere Strategie mit dem Motor fahren kannst. Aber im Qualifying sollte es kein Unterschied machen."

Eine gute, wenn auch für den Rest des Jahres wohl nicht sonderlich bedeutsame Nachricht für Honda war, dass die FIA den Japanern für das letzte Upgrade der Power Unit am Freitag einen Token zurückerstattete. Ursprünglich hatte Honda einen Token in die Auspuffanlage und einen Token in den Motorblock investiert. Letzteren haben die Offiziellen nun allerdings wieder zurückgegeben, da dieser offensichtlich für die durchgeführten Änderungen nicht notwendig war.


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