Formel 1 - Malaysia: Erneutes Technik-Desaster bei Haas

Bremsscheibe explodiert, Rad abgefallen

Nächstes Technik-Drama bei Haas: Grosjean platzt die Bremse, Gutierrez verliert ein Rad. Wie geht es nun weiter?
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Motorsport-Magazin.com - Formel-1-Fahrer zu sein ist ein gefährlicher Job. Wer sich mit mehr als 300 Sachen um die Rennstrecken bewegt, benötigt vor allem eines: Vertrauen in sein Arbeitsgerät. Bei Romain Grosjean dürfte sich dieses Vertrauen allmählich auf dem Nullpunkt befinden. In Malaysia brach beim Franzosen die Bremsscheibe, als er sich am Ende der ersten langen Gerade befand. Das Aus für Grosjean - mal wieder.

Die komplette Bremsscheibe ist explodiert, wir wissen nicht warum.
Günther Steiner

"Die komplette Bremsscheibe ist explodiert, wir wissen nicht warum", tappte Haas-Teamchef Günther Steiner im Dunkeln. "Wir können auf den Daten sehen, dass es vorher Vibrationen gab, aber es war nichts Außergewöhnliches. Wir müssen untersuchen, warum die Scheibe versagt hat", so Steiner. Um die Fehlerquelle zu finden, wurde die Scheibe bereits nach Europa geschickt, wo sie ganz genau gecheckt werden soll. Bitter für Haas: Grosjean lag zu diesem Zeitpunkt auf Punktekurs.

Zu Rennbeginn sah alles noch gut aus für Romain Grosjean - Foto: Sutton

Gutierrez hat ein Rad ab

Doch für Haas war es nicht das einzige Missgeschick in Malaysia. Kurz nachdem Esteban Gutierrez seinen Boxenstopp absolvierte, löste sich sein linkes Vorderrad ab. Ein klassischer Fall von nicht korrekt festgezogen war aber auch das nicht, wie Steiner erklärt. "Er hat das Rad angeschraubt bekommen, und es ist irgendwie abgefallen. Ob die Mutter versagt hat oder was auch immer. Wir sind uns nicht sicher. Es ist zu früh, Schlussfolgerungen zu ziehen", wartet der Südtiroler auf Ergebnisse. "Vielleicht ist auch vor dem Stopp etwas gebrochen, wodurch das Rad gar nicht richtig angeschraubt werden konnte", stellt er noch eine These in den Raum. Auch hier soll eine tiefergehende Untersuchung Aufschluss geben.

Damit setzt sich eine Serie von technischen Missgeschicken beim amerikanischen Neuling fort. Vor Beginn der Saison gab es ein chronisches Problem am Frontflügel, das aber schnell behoben wurde. In Bahrain versagte erstmals eine Bremsscheibe, Opfer war Gutierrez. Mit dem Vorfall in Malaysia habe das aber nichts zu tun, versichert Steiner. "Es ist ein anderer Fehler, als wir ihn mit Esteban in Bahrain hatten."

Wir müssen den Zulieferern auch eine faire Chance geben, das zu analysieren.
Günther Steiner

Immer wieder hat Haas mit den Bremsen zu kämpfen. In China gab es im Training Probleme mit dem Brake-by-Wire, selbiges verhinderte bei Grosjean einen Rennstart vor zwei Wochen in Singapur. Zudem beklagt sich Grosjean quasi in jeder Session über die Unfahrbarkeit des Autos. Steiner sieht bei Fehlern wie einer gebrochenen Bremsscheibe allerdings nur wenig Handlungsspielraum. "Was sollen wir machen? Es liegt nicht in unserer Macht. Wir stellen die Scheiben nicht her. Wir müssen den Zulieferern auch eine faire Chance geben, das zu analysieren", stellt er klar.

Das Grid Girl in Singapur wartete vergebens auf Grosjean - Foto: Sutton

Harte Arbeit ist angesagt

Den Kopf in den Sand steckt man bei Haas jedoch nicht. Auch mit Pech will man diese Serie an Pannen nicht erklären. "Es ist zu einfach zu sagen, es wäre Pech. Denn das klingt wie eine Entschuldigung. Es sind viele Dinge außerhalb unserer Kontrolle passiert", merkt Steiner an. "Jeder ist für sein Glück auch selbst verantwortlich. Man bekommt Glück, wenn man hart arbeitet. So etwas passiert, aber man muss analysieren, warum es passiert ist und verhindern, dass es wieder passiert", gibt er den Leitfaden vor.

Es geht um die Sicherheit. Wir müssen verstehen, was passiert ist. Ob wir etwas dagegen tun können, wissen wir nicht.
Günther Steiner

Aber auch er weiß, dass gerade beim Thema Sicherheit - dazu zählen explodierende Bremsen ohne Zweifel - keine Kompromisse erlaubt sind. Deshalb will er noch vor dem Japan-Rennen am Wochenende wissen, was in Malaysia schiefgelaufen ist. "Es geht um die Sicherheit. Wir müssen verstehen, was passiert ist. Ob wir etwas dagegen tun können, wissen wir nicht. Aber zumindest wissen, wie wir die Dinge genau prüfen können. Vor Japan kriegen wir keine neuen Bremsscheiben. Das dauert drei Monate", erläutert er.


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