Formel 1 - Mercedes simuliert Strafe gegen Rosberg

Fauxpas von Hockenheim soll sich nicht wiederholen

Mercedes wusste am Freitag in Malaysia erneut zu überzeugen. Um Nico Rosbergs Rennsimulation nicht zu gefährden, erinnerte man sich an Hockenheim zurück.
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Motorsport-Magazin.com - Schlägt das Imperium in Form des amtierenden Weltmeisters in Malaysia zurück? Im Freien Training präsentierte sich Lewis Hamilton zumindest in toller Form. War er am Vormittag - allerdings auf den härteren Reifen - noch fast eine halbe Sekunde langsamer als Teamkollege Nico Rosberg, distanzierte der Brite seinen Widersacher am Nachmittag um etwas mehr als zwei Zehntelsekunden. Als einziger Fahrer knackte Hamilton dabei die 1:35er-Marke.

Das war ein guter Tag. Es gibt keine Probleme zu berichten und wir konnten in beiden Sessions unser geplantes Programm absolvieren.
Lewis Hamilton

"Das war ein guter Tag. Es gibt keine Probleme zu berichten und wir konnten in beiden Sessions unser geplantes Programm absolvieren", zeigte sich Hamilton nach dem Training zufrieden. Im vergangenen Jahr tat sich Mercedes schwer in Malaysia, das Rennen gewann Ferrari-Pilot Sebastian Vettel. Doch wie bereits in Singapur vor zwei Wochen, scheint Mercedes aus den Fehlern gelernt zu haben. Vettel fehlten bereits mehr als sechs Zehntel auf die Hamilton-Zeit.

Asphalt bietet mehr Grip

Hilfreich dabei ist sicher auch der neue Asphalt der Strecke. "Es macht wirklich Spaß, auf der neuen Streckenoberfläche zu fahren. Es ist eine Herausforderung, aber sie bietet guten Grip", war Nico Rosberg angetan von den Änderungen. Im teaminternen Duell hatte Rosberg jedoch das Nachsehen. Noch hat er nicht das perfekte Setup gefunden. Er ist jedoch zuversichtlich, dass ihm das bald gelingen wird. "Es ist hart, die Abstimmung richtig hinzubekommen, wenn der Asphalt eine Unbekannte ist. Aber wir befinden uns auf dem richtigen Weg", stellt Rosberg klar.

Bereits in den ersten Trainings wurde auch ein Nebeneffekt des neuen Asphalts deutlich. Durch die nun dunklere Farbe des Asphaltbandes steigen die Temperaturen der Streckenoberfläche bei Sonneneinstrahlung enorm an. Im zweiten Training am Nachmittag kletterte das Thermometer zeitweise auf 57 Grad. Eine enorme Belastung für die Reifen.

Nico Rosberg war mit den weichen Reifen sehr zufrieden - Foto: Sutton

Hamilton mit Basis glücklich

Mit 35 (Hamilton) respektive 36 (Rosberg) Runden auf allen Mischungen sammelte Mercedes jedoch ausreichend Informationen. "Jetzt haben wir viele Daten, um sie über Nacht zu analysieren und sicherzustellen, dass wir die Reifen und das Kräfteverhältnis verstehen. Insgesamt ist das eine gute Basis für morgen und den Rest des Wochenendes", so Hamilton.

Mit Blick auf das Rennen lässt sich sagen, dass sich selbst der weiche Reifen gut geschlagen hat.
Nico Rosberg

Nico Rosberg hat nach den absolvierten Long Runs bereits eine klare Präferenz, welche Mischung er bevorzugt nutzen will. "Mit Blick auf das Rennen lässt sich sagen, dass sich selbst der weiche Reifen gut geschlagen hat. Deshalb erwarten wir keine großen Überraschungen. Aus Strategiesicht müssen wir natürlich mit der harten Mischung fahren. Aber davon abgesehen ist es recht eindeutig", erläutert er seine Zufriedenheit mit den gelben Pneus von Pirelli.

Mercedes simuliert Pitstop-Strafe

Wie bei einer Rennsimulation üblich, werden nach einer gewissen Zeit die Reifen gewechselt. Um zu verhindern, dass Rosberg beim Verlassen der Box im Verkehr hängen bleibt, erinnerte sich die Crew kurzerhand an Hockenheim zurück. Dort ging eine Fünf-Sekunden-Strafe gegen Rosberg am Rennsonntag böse schief, weil die Stoppuhr ihren Dienst quittierte. Die Strafe wurde sicherheitshalber auf rund neun Sekunden ausgedehnt, wodurch der Deutsche viel Zeit verlor. Um für den Fall einer Wiederholung in Malaysia besser gewappnet zu sein, verband man bei Mercedes gleich das Nützliche mit dem Angenehmen und ließ diese Strafe simulieren. Ergebnis: Die Stoppuhr funktionierte und Rosberg konnte seine Rennsimulation in freier Fahrt fortsetzen.


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