Formel 1 - Kolumne - Massedämpfer
Frisch aus der adrivo.com Kristallkugel: So verläuft die F1-Saison 2005
Motorsport-Magazin.com - Ganz tief unter den heiligen Hallen der adrivo.com-Redaktion haben wir sie in einem Hochsicherheitstrakt versteckt: Unsere allwissende adrivo.com-Kristallkugel. Nachdem sie bereits im vergangenen Jahr vor Saisonbeginn (
s. "Frisch aus der Kristallkugel: So verläuft die F1-Saison 2004") ihre hellseherischen Dienste für uns verrichtet hat, um danach in der sicheren Dunkelheit unseres Kellergewölbes verstaut zu werden, war es nun wieder an der Zeit unsere Hirnwindungen durch die schier unerschöpfliche Weisheit unserer auf Hochglanz polierten Kristallkugel stimulieren zu lassen.
Was dabei heraus kam, können Sie entweder in den nun folgenden, ohne jegliche Gewähr beinhaltenden, Zeilen nachlesen oder in den kommenden Wochen und Monaten bei den 19 Grand Prix der längsten F1-Saison aller Zeiten live und zeitaufwendig selbst mitverfolgen. Jedenfalls rein theoretisch. Doch wie könnte sich unsere smarte Kugel jemals irren?
Australien GP
Wir schreiben Freitag, den 4. März des Jahres 2005. Alle Augenpaare dieser Formel 1 Welt richten sich zu unchristlicher mitteleuropäischer Ortszeit auf den Albert Park in Melbourne. Die Spannung steigt ins Unermessliche. Die Ampeln am Boxengassenausgang schalten auf Grün und nichts passiert. Die Saison hat begonnen oder eben auch nicht, denn einen Unterschied macht dies nicht aus, da aufgrund der erhöhten Motorenhaltbarkeit keiner fährt. Materialschonen heißt das Zauberwort. Als dann im Qualifying endlich jemand auf die Strecke geht, nimmt dies kaum jemand wahr. Denn vor den Fernsehbildschirmen und auf den Tribünen in Downunder herrscht das Chaos vor: Wie viel ist 1:23.175 + 1:22.983 Minuten? Kimi hat im zweiten Sektor drei Zehntel Rückstand, ist aber insgesamt noch zwei Zehntel vorne, wie geht das? Das neue Additionsqualifying fordert seinen Tribut und die Fans sehen kaum auf die erste Rennaction des Wochenendes, da sie stirnrunzelnd auf die wenig hilfreichen Taschenrechner und abgenutzten Formelsammlungen aus ihrer Schulzeit blicken. Das Rennen gewinnt allen Unkenrufen zum Trotz Michael Schumacher im modifizierten F2004 M vor Rubens Barrichello. Alle anderen Fahrer waren trotz des intensiven Motorenschonens schon zur Rennhälfte entweder wegen Motor- oder Reifenschadens ausgefallen.
Malaysia GP
Vor dem zweiten Saisonrennen ziehen die Fernsehsender deshalb ihre Lehren und stellen vermehrt Mathematikgenies ein, welche in mehrstündigen Sondersendungen und Vorberichten über das neue Qualifyingformat aufklären und trickreiche Rechentipps geben. Während den Qualifying-Sessions stehen sie zudem in ständigem Kontakt mit den Kommentatoren und ersetzen somit die F1-Experten. Sportlich gesehen bringt das Hitzerennen von Sepang nichts Neues: Ferrari holt mit dem Übergangsfahrzeug erneut einen überlegenen Doppelsieg. Nur Christian Klien erlebt ihn nicht, da er sich am Donnerstagnachmittag wieder einmal mit dem Finger in einem Ventilator verfangen hat und somit schon eher als geplant durch Tonio Liuzzi ersetzt werden musste.
Bahrain GP
Der Wechsel war aber nur von kurzer Dauer. Schon in Bahrain kehrt der Österreicher ins Cockpit der roten Bullen zurück. Während Ferrari einem weiteren Triumphzug entgegeneilt, lässt sich der Scheich nicht lumpen und greift tief in die Tasche: Er lässt an alle Zuschauer Rechenschieber und Taschenrechner verteilen, damit sie beim Qualifying auch jederzeit voll informiert sind. Leider wird die Bedienung durch den vom Wind aufgewirbelten Wüstensand etwas erschwert...
San Marino GP
In Imola erblickt der lange angekündigte neue Minardi als letztes Auto der 2005er Generation das Licht der Welt. Und er sieht tatsächlich, wie von Teamchef Paul Stoddart prophezeit, total radikal aus. Vom Aussehen her lässt sich das neue Wunderwerk aus Faenza und Ledbury am ehesten noch mit dem PS04B des Vorjahres vergleichen. Also sieht er genau genommen genauso aus wie die letzten vier Minardi-Autos auch. Red Bull bleibt derweil bei einem weiteren Ferrari-Doppelerfolg seinem Konzept treu und wechselt Christian Klien schon nach dem Qualifying gegen Tonio Liuzzi aus. Während Bernie Ecclestone dies völlig egal ist, grollt der F1-Zampano über das neue Qualifying-Format, welches immerhin einen ersten Fan gefunden hat: Peter Sauber. Denn mittlerweile konnten seine Techniker den neuen Supercomputer Albert zu 100% auf die Qualifyingberechnung abstimmen, weshalb Sauber eine unangefochtene Doppel-Pole einfahren konnte.
Spanien GP
Auch beim Debüt des F2005 steht Sauber dank Albert mit beiden Piloten in der ersten Startreihe. Aufgrund dieses durchschlagenden Erfolges beauftragt auch Frank Williams seinen Sponsor HP mit dem Aufbau eines eigenen Supercomputers zur Qualifying-Zeiten-Berechnung. Ferrari könnte dies auch gebrauchen. Denn nach vier Doppelsiegen mit dem F2004 M hagelt es mit dem neuen F2005 eine glasklare Niederlage: Michael Schumacher und Rubens Barrichello landen nur auf den Rängen 6 und 8. Auf Platz 7 quetschen sich David Coulthard und Tonio Liuzzi. Richtig gelesen: Beide belegen den siebten Rang, da DC's Auto nach einem Unfall im Qualifying irreparabel beschädigt war, teilten die Fahrer sich das zweite Auto nach alter Le Mans Tradition für je einen Stint auf. Liuzzi fuhr die erste Rennhälfte, beim Tankstopp stieg dann der Schotte für ihn ins dunkelblaue Cockpit. Da dies nicht ganz dem FIA-Reglement entspricht veranlasste Max Mosley, dass Red Bull nur einmal zwei Punkte für Platz 7 erhält, die Fahrer aber beide je zwei Zähler für die Fahrerwertung bekommen. Bei einem der vielen folgenden Reglemententwürfe möchte Mosley diese Regellücke noch schließen.
Monaco GP
Vor dem Grand Prix im Fürstentum folgt der nächste Eklat: Ferrari legt bei der FIA Einspruch gegen die gefährliche Streckenführung ein. Diese müsse geändert werden, da der Tunnel für Reifenaufwärmmanöver einfach nicht geeignet sei. Die FIA gibt dem statt und lässt kurzfristig eine Umleitung ausschildern. Geholfen hat es nichts: Die F2005 fahren auch bei ihrem zweiten Rennen chancenlos hinterher. Es siegt Giancarlo Fisichella im Renault. Unterdessen legt HP Frank Williams und Patrick Head zwei Angebote für einen Super-Quali-Rechner vor: Variante Q ist etwas teurer und hat dafür mehr Leistung, Variante P ist nicht ganz so schnell, dafür aber billiger, da sie mit dem Sponsoring auf dem Auto verrechnet werden würde. Die Weiß-Blauen stehen vor einer schier unlösbar schweren Entscheidung.
Europa GP
Bei Ferrari sagt man sich derweil: Aller guten Dinge sind drei. Doch auch beim dritten Einsatz des evolutionären Neuwagens gehen Schumacher und Barrichello sang- und klanglos unter. Bei Red Bull ist mittlerweile wieder Christian Klien an der Reihe. Da sich das Cockpit-Sharing von Coulthard und Liuzzi aber so gut bewährt hat, entscheidet Dietrich Mateschitz, dass Klien ein eigenes Auto erhält, während der Schotte und der Italiener sich weiter während des Rennens abwechseln. Frank Williams ließ unterdessen beide HP-Supercomputer in seiner Fabrik in Grove aufbauen und ordnete einen Vergleichstestlauf der beiden an. Bei regnerischem Wetter rund um die Williams-Fabrik erzielte das schnellere Modell Q klar überlegene Bestwerte. Sir Frank verlangt dennoch weitere Tests, da es sich um einen Einzelfall gehandelt haben könnte.
Kanada GP
Vor der Nordamerika-Tour zieht Maranello die Notbremse und nimmt zwei F2004 M nach Übersee mit. Der F2005 soll derweil mehr Entwicklungszeit im Windkanal und bei unlimitierten Einsätzen auf der Teststrecke erhalten. Und siehe da: Kaum ist der Übergangswagen zurück siegen Schumacher und Barrichello mit einer halben Minute Vorsprung auf die Konkurrenz. Selbst die einheimischen Murmeltiere sind sprachlos. Während Frank Williams auch beim zweiten Test den gleichen Testsieger erhält, wird hinter den Kulissen weiter fleißig über ein neues Qualifyingsystem diskutiert: Bernie Ecclestone schlägt ein Losverfahren vor, Max Mosley möchte hingegen Kosten sparen und nur noch halbe Runden fahren.
US GP
Beim Transport der Autos von Kanada nach Amerika bleiben die F2004 M im Zoll hängen. Die Amerikaner wittern in der italienischen Fracht eine erhöhte Terrorgefahr. Panik macht sich breit. Allerdings nicht in den USA, sondern in Italien, wo die Tifosi um ihre roten Lieblinge bangen. In höchster Not präsentiert Präsident Luca Montezemolo einen Geniestreich: Er lässt zwei Maserati MC12 Sportwagen, die in diesem Jahr erstmals in der ALMS eingesetzt werden, auf Inlandswegen nach Indy transportieren. Während Schumacher und Barrichello als einzige Fahrer in den vier freien Trainingssitzungen aktiv sind, um sich an ihr neues Arbeitsgerät zu gewöhnen, erwirkt Ferrari/Maserati auch noch eine Sondergenehmigung für den Einsatz eines dritten Fahrers am Freitag, welchen GT-Fahrer und F1-Teilzeittester Andrea Bertolini mit Bravour meistert. Allerdings fährt der Italiener mit dem MC12 immer nur durch die Steilwandkurve und die lange Zielgerade entlang, um dann an deren Ende umzukehren und in die verkehrte Richtung zurück zu brausen. Schließlich ist er im F1-Umfeld nur Aerodynamiktests auf der Geraden gewohnt...
Frankreich GP
Bei der Ausreise nach Frankreich werden die F2004 M diesmal bevorzugt behandelt. Allerdings nicht weil man den Fehler wieder gut machen möchte, sondern weil es nach Frankreich geht und den Amis jeglicher Terror dort egal ist. Um der Maxime von Max Mosley zu Folgen und Kosten zu sparen setzt Red Bull ab Magny-Cours nur noch ein Auto für alle drei Fahrer ein. Dafür wurde einer der Arrows-Dreisitzer gekauft und reaktiviert. Zudem steht man in Verhandlungen den in der Entwicklung befindlichen Ferrari-Dreisitzer zu kaufen und somit gleich die Motorenfrage für die nächsten Jahre zu klären. Aufgrund der unlimitierten und ausufernden Testerei mit dem zickigen F2005 wurde die Entwicklung dieses Geräts aber vorerst auf Eis gelegt. Mit den F2004 M's lief es am Ort der ersten siegreichen Vierfachstrategie aber wieder rund. Nach dem Motto unlimitiert testen, limitiert tanken legt Michael Schumacher gar keinen Boxenstopp ein und gewinnt souverän. Williams verlagert seine Computer-Vergleichstests derweil nach Südspanien und lässt die Supercomputer erst nach Jerez und dann nach Valencia transportieren. Begründung: Vielleicht erhält man hier neue Erkenntnisse, die man in Grove nicht sammeln konnte.
Großbritannien GP
Der Silverstone GP wird von Bernie Ecclestone nach einem langweiligen Teamchef-Meeting, an dem in einem leeren Tagungsraum überhaupt niemand teilnahm, aus einer Laune heraus abgesagt. Aus einer besseren Laune heraus erfüllt sich Bernie stattdessen seinen Traum von einem Straßenrennen in London. Da vor dem Sonntag ohnehin niemand auf die Strecke geht, reicht es aus die kurzfristig abgesteckte Strecke durch die Londoner Innenstadt nur für das Rennen zu sperren. Die aus Fenstern hängenden Zuschauer und auf Dächer und Bäume kletternden Fans erwecken zudem ein Flair längst vergangen geglaubter Tage. Die Bilanz: Überfüllte Krankenhäuser mit hunderten von Sturzopfern. Da es keine Qualifikation gab, werden die Sauber einfach auf eine Doppel-Pole gesetzt. Schließlich hätten sie diese, wie bei allen vorangegangenen Rennen seit Imola, sowieso geholt. Für das Rennen macht dies eh keinen Unterschied. Dieses entscheiden die überlegenen F2004 M für sich, was Renault-Boss Flavio Briatore ausrasten lässt. Denn beim zweiten Stadtrennen des Jahres hätte er sich auch den zweiten Sieg erwartet. Er wirft Monaco-Sieger Fisichella fehlende Motivation vor und begibt sich auf die Suche nach einem medienwirksamen Ex-Weltmeister durch den er den Römer ersetzen kann.
Deutschland GP
Kurz vor seinem Heimrennen entscheidet sich Michael Schumacher spontan dazu nicht anzutreten, da die Politiker in seinem Heimatland so böse zu ihm sind. Daraufhin fordern diese ihn auf die deutschen Nationalfarben von seinem Helm zu nehmen, was der Wahl-Schweizer prompt erledigt und ab Ungarn mit einem italienischen Helm antritt. Das Rennen gewinnt Rubens Barrichello im einzigen F2004 M vor Fernando Alonso, dessen Teamkollege Fisico abgeschlagen Dreizehnter wird. Das Team kann sich diesen Leistungsabfall nicht erklären. Briatore sucht weiter fieberhaft nach einem Ex-Champion. Max Mosley nutzt die Gunst der Stunde um ein siebenseitiges Schreiben herauszugeben, in welchem er ein neues Quali-Format vorschlägt: Neuerdings soll es vier Qualifying-Sessions, deren Ergebnisse aber nicht addiert, sondern multipliziert werden, geben. Die Fakultät der siebten Wurzel der drittbesten Zeit soll dann die Startaufstellung ergeben. Frank Williams lässt sofort neue Shoot-Out-Termine für seine umprogrammierten Superrechner festlegen.
Ungarn GP
Vor seiner Cockpitrückkehr mit dem F2004 M stehen für den neu behelmten Michael Schumacher weitere Tests mit dem F2005 an. Dieser ist laut Windkanal mittlerweile zehn Sekunden schneller als die Konkurrenz und in Fiorano sowie Mugello, wo Marc Gené und Luca Badoer seit Monaten Tag und Nacht unter einer neuen Flutlichtanlage ihre Kreise ziehen, immerhin noch fünf Sekunden flotter unterwegs. Deshalb soll Rubens Barrichello den F2005 in Ungarn ausprobieren, während Michael Schumacher den bewährten F2004 M fährt. Während Schumacher nach einer Reifenschlacht siegt, wird Barrichellos F2005 für weiteren Aerodynamikfeinschliff zurückbeordert. Man benötige noch mehr Tests.
Türkei GP
Da seit dem Australien GP, mit wenigen löblichen Ausnahmen, in den freien Trainings nicht mehr gefahren wird, öffnen sich mit dem Inkrafttreten des Tabakwerbeverbots neue Marketingwelten bei den Elektronikfachmärkten, welche ab dem ersten Türkei GP die Tabakkonzerne ersetzen. Während McLaren sich also mit Johnnie Walker tröstet, prangt auf den roten F2004 M Boliden in großer schwarz-weißer Schrift: Ich bin doch nicht blöd. Was sich auch Rory Byrne und Ross Brawn immer wieder sagen, wenn sie die neusten Windkanaldaten des F2005 mit dessen Rundenzeiten auf der Strecke vergleichen. British American Racing schaffte unterdessen den großen PR-Coup den Original-Freitags-Trendsetter als Sponsor an Land zu ziehen, weshalb nun statt der Zigaretten-Marken des BAT-Konzerns der Spruch "Geiz ist geil" auf den Autos von Jenson Button und Takuma Sato schillert. Zum Einstand der Sponsoringvereinbarung treten die Weißen deshalb am gesamten Rennwochenende, und nicht nur in den freien Trainings, nicht an. Letztere verkommen seit dem Einstieg von McLarens neuem Hauptsponsor ohnehin, mangels Fahraction, zu wilden Paddock-Partys, welche letztlich dazu führen, dass ein finnischer McLaren-Pilot im Rennen ohne Rennanzug antreten möchte...
Italien GP
Die wenigen Fahraktivitäten haben aber auch etwas Gutes an sich: Den Teams bleibt so viel mehr Zeit für ihre ergebnislosen Teamchef-Meetings. Für den Italien GP einigen sie sich aber tatsächlich darauf zum alten Qualifying-System mit zwei 60-minütigen Quali-Sessions zurückzukehren. Frank Williams lehnt dies nach den Investitionen in seine noch im Evaluierungsprozess befindlichen Supercomputer allerdings rigoros ab und droht der FIA mit einem Arbitration-Vorgang. Die Scuderia verschiebt das neuerliche Comeback des F2005 aus Angst beim Heim-GP eine weitere Blamage einstecken zu müssen. In der Presse wird der Wagen nur noch mit dem Spitznamen F-2005/18 erwähnt.
Belgien GP
Damit dieser Spott und Spuk endlich ein Ende haben testen die Roten den F2005 nun wahrlich unlimitiert auf fünf Strecken gleichzeitig. Und zwar mit beiden Testfahrern, beiden Stammpiloten, zwei Teilzeitpiloten (Mika Salo und Andrea Bertolini) und den beiden Sauber-Leihpiloten Felipe Massa und Jacques Villeneuve, die gegen ihren und Michelins Willen fahren müssen. Die Konkurrenz darf hingegen nicht mehr testen, da ihr 30-Tage-Kontingent schon erschöpft ist. B·A·R droht deswegen den Pakt zu sprengen und Ron Dennis rupft sich wortlos verzweifelnd die letzten Haare aus dem schmerzenden Kopf. Am letzten Testtag führt Ferrari dann im wahrsten Sinne des Wortes eine Rennsimulation durch: Alle acht Piloten fahren parallel zum Belgien GP in Fiorano den ersten Maranello GP aus.
Brasilien GP
Danach ist der F2005 bereit für den nächsten Versuch - allerdings erneut nur mit einem Auto. Rubens Barrichello weigert sich jedoch bei seinem Heimrennen das Versuchskaninchen zu spielen, da er endlich einmal in Interlagos gewinnen möchte. Somit fährt der Brasilianer mit dem F2004 M und der Deutsche mit dem überarbeiteten F2005. Während Rubinho mit dem einzigen technischen Defekt der Saison nach einem katastrophalen Wochenende mit Startplatz 16 auf Position 18 liegend ausscheidet, gewinnt Michael Schumacher im F2005 mühelos. Ross Brawn freut sich: "Wir sind doch nicht blöd."
Japan GP
Taifun Nummer 23 steuert auf Suzuka zu. Die Vorjahreserfahrung lehrt die Teams jedoch: Er zieht vorbei. Macht er auch beinahe. Zuvor fegt er aber die Hälfte der Ferrari Trucks aus dem Fahrerlager, weswegen nur ein F2005 übrig bleibt. Barrichello möchte diesen, um seinen Brasilien Sieg nachzuholen. Schumacher fährt wieder im F2004 M - und siegt. Barrichello landet hingegen weit abgeschlagen außerhalb der Punkteränge. 30 Minuten vor dem Beginn des Rennens ruft Frank Williams einen HP Techniker in die Besenkammer der Williams-Box und sagt ihm, dass er sich auf Druck von BMW für den schnelleren Supercomputer entschieden habe. Dieser solle bereits die optimalen Parameter für den China GP berechnen und somit die erste Nicht-Sauber-Doppel-Pole des Jahres ermöglichen.
China GP
Ferrari ist total konfus, welches Auto nun das bessere sei und mit welchem Wagen man in China antreten solle. Aus diesem Grund nehmen die Roten sowohl zwei F2004 M als auch zwei F2005 mit auf die Reise ins Marketingschlaraffenland. Als Sicherheit nimmt man zudem auch noch je ein Exemplar der letzten Weltmeisterautos vom F1-2000 bis zum F2003-GA mit. Sicher ist bekanntlich sicher. Minardi-Teamboss Paul Stoddart verweigert den Italienern jedoch in einem 67-seitigen Schreiben eine Sondergenehmigung für den Einsatz der alten nicht dem neuen Reglement entsprechenden Autos. Kurz entschlossen kauft Ferrari am Donnerstag nach der Pressekonferenz das Minardi Team auf und erteilt sich somit selbst die notwendige Sondergenehmigung. Paul Stoddart kündigt daraufhin an Schriftsteller zu werden und alle zwei Wochen ein dreibändiges Werk herauszubringen. Max Mosley soll in jedem Band eine Widmung erhalten. Frank Williams freut sich derweil auf die erste weiß-blaue Doppel-Pole vor Sauber, als zuletzt die beiden McLaren auf die Strecke gehen und alle Konkurrenten wegfegen. Denn Rennfuchs Ron Dennis hatte heimlich mit den Johnnie Walker Geldern einen eigenen silbernen Supercomputer von der Größe seiner neuen Superfabrik bauen lassen. Das Rennen gewinnt allerdings, dank seiner unzähligen Testkilometer, Luca Badoer im Minardi-Ferrari F2005. Während Ferrari für die neue Saison einen komplett neu entwickelten F2006 ankündigt, der mit keinem seiner Vorgänger etwas gemeinsam haben soll, sondern auf dem in den erworbenen Minardi-Unterlagen entdeckten Arrows A24 basiert, möchte Williams parallel zu den Wintertestfahrten neue Supercomputer erproben, die es mit dem McLaren-Rechner aufnehmen können. Im Sinne der Kostensenkungen plädiert Max Mosley allerdings noch in Shanghai für eine Testbeschränkung für Superrechner...
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