Formel 1 - Vettel: Der Abstand in Spa war zu groß

Da war der Wurm drin

Sebastian Vettel hat intensiv mit Red Bull gearbeitet, um in Monza wieder näher an Teamkollege Daniel Ricciardo dran zu sein. Nebengeräusche lassen ihn kalt.
von

Motorsport-Magazin.com - Die reinen Zahlen sprechen eine klare Sprache: Daniel Ricciardo verbucht in dieser Saison drei Siege auf seinem Konto, neben Sebastian Vettels Name steht die Zahl null. Auch in der Gesamtwertung liegt der Australier mit 156 Punkten auf Rang drei, während der vierfache Weltmeister mit 98 Zählern nur auf Rang sechs zu finden ist. Gerüchte um eine Ungleichbehandlung, Verschwörungstheorien gegen Vettel und dergleichen mehr machten immer wieder die Runde - zuletzt nach dem Ergebnis in Spa.

Ich bin kein nachtragender Mensch.
Sebastian Vettel

Vettel selbst will sich an diesen Spekulationen aber nicht beteiligen. "Wenn man das letzte halbe Jahr betrachtet, ist auf meiner Seite sicherlich viel schiefgegangen und man hätte damit teilweise anders umgehen können, als letztlich damit umgegangen wurde. Aber ich bin kein nachtragender Mensch", erklärte Vettel in Monza. Es sei genügend Zeit gewesen, um nun einige Dinge zu besprechen, denn aus den Fakten macht auch Vettel keinen Hehl: "Letzten Endes war der Abstand in Spa sehr groß - zu groß, meines Erachtens nach", bezog er sich auf die Unterschiede zwischen sich und Teamkollege Ricciardo. "Irgendetwas hat bei mir nicht gepasst, was bei ihm sehr gut gepasst hat."

Schnell wurden auch kritische Stimmen bezüglich Vettel und seinem Talent im Vergleich zu Ricciardo laut. Für den vierfachen Weltmeister kein Grund, sich Gedanken zu machen. "Ich habe noch nie viel darauf gegeben, was außenherum passiert. Mich interessiert nur, was auf der Strecke und innerhalb des Teams abläuft", resümierte er. "Wir hatten sicher nicht das einfachste Jahr, aber ich hoffe, dass wir zurückschlagen werden."

Sebastian Vettel hofft auf den Aufschwung in Monza - Foto: Sutton

Für das anstehende Rennwochenende hätte Red Bull nun nach intensiver Suche ein, zwei Dinge gefunden, die hilfreich sein könnten. Allem voran wird der vierfache Weltmeister das Rennwochenende mit einem neuen Chassis bestreiten. "Nach dem letzten Rennen war einfach zu erkennen, dass irgendwo der Wurm drin war. Um diesen Teil auszuschließen, entschieden wir, das Chassis zu wechseln", erklärte Vettel. "Es ist aber gebraucht. Ein junges, gebrauchtes Chassis." Es sei aber nichts Ungewöhnliches, während der Saison auf ein anderes Chassis zurückzugreifen.

Spannung auf den achten Gang von Mercedes

Mit Monza verbindet der vierfache Weltmeister gemischte Gefühle. Es reichte entweder zum Sieg - so holte er hier seinen ersten Erfolg in der Formel 1 - oder der Heppenheimer landete weit hinten. "Das ist nicht gerade unsere Spezialstrecke, aber ich hoffe, dass wir deutlich konkurrenzfähiger sind", so Vettel. "Wir waren hier entweder sehr gut oder es war sehr schwierig. Als haben wir eine 50/50-Chance."

Das ist nicht gerade unsere Spezialstrecke, aber ich hoffe, dass wir deutlich konkurrenzfähiger sind.
Sebastian Vettel

Neu ist auch die Getriebeübersetzung, die Red Bull bereits seit Spa fährt. Vettel erkannte allerdings keine großen Unterschiede, wie er auf Nachfrage von Motorsport-Magazin.com verriet. "Letztlich sind der siebte und der achte Gang länger, aber auch mit unserer ersten Getriebeübersetzung sind wir gut gefahren." Ohnehin käme auf langsamen Kursen wie beispielsweise Monaco der achte Gang nicht zum Einsatz. "Mercedes ist glaube ich sogar nur bis zum sechsten gefahren. Vielleicht packen sie hier mal den achten aus", spielte Vettel auf den Highspeed-Kurs in Monza an und fügte schmunzelnd hinzu: "Laut Reglement müssen sie ihn haben, vielleicht sehen wir diesmal, dass sie ihn tatsächlich benutzen - bisher war das ja noch nicht der Fall."


Weitere Inhalte:

Motorsport-Magazin.com fragt
Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x