Formel 1 - Belgien GP: Fahreranalyse

Ein kurioses Rennen

Ricciardo nicht zu schlagen? Bottas als Stammgast auf dem Podium? Motorsport-Magazin.com analysiert die Leistungen der Piloten in Belgien.
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Motorsport-Magazin.com - Daniel Ricciardo: Immer wenn Mercedes patzt, ist der Australier zur Stelle. Den Erfolg verdiente er sich aber auch in der Startphase, als er erst Alonso und dann auch Vettel überholte. Als er freie Fahrt hatte, setzte er sich vom Feld ab und war danach selbst von Rosberg nicht zu stoppen. Eine absolut fehlerfreie Fahrt, die richtigerweise mit dem Sieg belohnt wurde.
Note: 1+

Rosberg kollidierte mit Hamilton - Foto: Sutton

Nico Rosberg: Es hätte ein so einfaches Rennen werden können. Doch dann kam der schlechte Start, der Angriff auf Hamilton und der leichte Kontakt. Mit dem beschädigten Frontflügel konnte Rosberg den Speed des Mercedes nicht umsetzen, stattdessen verlor er sieben Sekunden und wichtige Positionen an der Box. Bei der Aufholjagd hing er hinter Vettel fest, zerstörte sich die Vorderreifen und musste insgesamt drei Mal an die Box. Dass Rosberg das schnellste Auto hat und das auch umsetzen kann, sah man in den letzten Runden. Da war Ricciardo aber schon zu weit enteilt.
Note: 2-

Valtteri Bottas: Der Williams-Pilot ist mittlerweile ein Stammgast auf dem Podium. Vor allem im ersten Renndrittel drehte Bottas richtig auf, machte Druck auf Alonso, machte Druck auf Vettel - und überholte sogar Rosberg. Am Ende fehlt dem Blondschopf aber das letzte Quäntchen Glück für ein noch besseres Ergebnis. Unter normalen Umständen gibt der Williams einfach nicht mehr her.
Note: 1

Kimi Räikkönen: Zeigte seinem Teamkollegen endlich mal wieder, wo der Hammer hängt. Mit zwei frühen Boxenstopps brachte sich Räikkönen in eine sehr gute Position und nutzt seine frischen Reifen mehrfach für schnelle Runden zum richtigen Zeitpunkt. So kam er vor alle Konkurrenten, die er heute schlagen konnte. Mit einem Podestplatz wurde der Finne aber nicht belohnt.
Note: 1-

Vettel stoppte in Belgien drei Mal - Foto: Red Bull

Sebastian Vettel: Neben Rosberg war er der einzige Spitzenpilot mit drei Reifenwechseln. Die frischen Pneus nutzte er in der Schlussphase für tolle Überholmanöver, so weit hätte es aber gar nicht kommen müssen. Nach einem guten Start war er schon Zweiter, den Speed für das Podium hatte er aber nicht. Am Ende war es nicht nur der kleine Quersteher in der schnellen Pouhon, der den Unterschied zu Ricciardo machte.
Note: 3

Magnussen fiel mit kampfbetonter Fahrweise auf - Foto: Sutton

Kevin Magnussen: Wird sich nach dem Rennen noch einiges von seinen Kollegen anhören müssen, vor allem von Fernando Alonso und Nico Hülkenberg. In Zweikämpfen wechselte er mehrfach die Linie, drängte die Gegner von der Strecke. Seine kampfbetonte Fahrweise wurde aber beinahe mit WM-Punkten belohnt, doch die Rennleitung bestrafte den Dänen nach dem Rennen. Die sicheren Zähler gingen verloren, Magnussen rutschte aus den Punkten heraus.
Note: 2-

Jenson Button: Hielt sich im finalen Vierkampf mit seinem Teamkollegen, Vettel und Rosberg so zurück wie im ganzen Rennen. Etwas mehr Mut zum Risiko hätte insbesondere in den letzten zwei Runden nicht geschadet, um ein paar Punkte mehr zu holen.
Note: 3

Fernando Alonso: Beginn und Ende des Rennens verliefen für Alonso alles andere nach Plan. Zunächst kassierte er eine 5-Sekunden-Boxenstopp-Strafe, weil seine Mechaniker zu lange am Auto arbeiten. In der letzten Runde fuhr er sich dann den Frontflügel am Auto von Vettel ab. Mangelnden Einsatz kann man dem Spanier aber nicht vorwerfen, wie man auch im Duell mit Magnussen gesehen hat. Der Spanier brennt auch elf Jahre nach seinem ersten Sieg.
Note: 4

Alonso kollidierte in der letzten Runde mit Vettel - Foto: Sutton

Sergio Perez: Machte mit einem etwas früheren zweiten Stopp alles richtig und setzte sich so vor die direkte Konkurrenz. Viel Luft hatte Perez am Ende nicht mehr nach hinten, aber das interessierte im Ziel ohnehin niemanden mehr. Wenn das Rennen ein paar Kurven länger gewesen wäre, hätte er wohl eher den strauchelnden Alonso geschnappt, als den neunten Platz zu verlieren.
Note: 3+

Daniil Kvyat: Von ihm war heute nicht viel zu sehen. Dennoch schaffte es Kvyat, den zehnten Platz mit älteren und härteren Reifen gegen Hülkenberg zu verteidigen. Viel wichtiger war aber das Signal an den Teamkollegen - Kvyat war heute wieder ein paar Sekunden schneller unterwegs als Vergne.
Note: 3+

Hülkenberg machte sieben Positionen gut - Foto: Sutton

Nico Hülkenberg: Nach dem frühen Aus im Qualifying hoffte der Deutsche heute auf ein wenig Chaos, das allerdings ausblieb. Hülkenberg zeigte dennoch eine sehr starke Leistung und machte insgesamt sieben Positionen gut, wurde dann aber eigentlich nicht belohnt - es fehlten nur 0,2 Sekunden für den zehnten Rang. Dennoch durfte sich der Deutsche freuen: Nach der Bestrafung Magnussens erbte Hülkenberg den letzten WM-Zähler.
Note: 3+

Jean-Eric Vergne: Fehlende Motivation darf man ihm nach dem angekündigten Aus bei Toro Rosso nicht vorwerfen. Von den Problemen bei Massa oder Hamilton konnte der Franzose heute aber nicht profitieren und landete wie im Qualifying auf dem zwölften Platz.
Note: 3-

Felipe Massa: Der Brasilianer musste sich einmal mehr seinem Teamkollegen geschlagen geben - und das deutlich. Von Anfang an ging es für Massa nicht nach vorne, am Ende verlor er sogar vier Plätze und musste sich beiden Toro Rosso und beiden Force India geschlagen geben. Damit dürfte er alles andere als zufrieden sein, es war ganz bestimmt keine Glanzleistung.
Note: 5

Sutil blieb ohne Punkte - Foto: Sutton

Adrian Sutil: Nach einem der besseren Qualifyings des Jahres wollte man bei Sauber mit einem Trockensetup angreifen. Am Ende war es ein unauffälliges Rennen, das Sutil dort beendete, wo er es auch begann - obwohl er am Start mit Medium-Reifen etwas anderes versuchte als alle anderen Fahrer.
Note: 4

Esteban Gutierrez: Nach dem technischen Defekt am Samstag musste Gutierrez von Platz 20 starten. Ein Rennen ohne Zwischenfälle kam ihm da nicht entgegen, immerhin sorgte er aber nicht selbst für Chaos.
Note: 4-

Hamilton stellte seinen Boliden vorzeitig ab - Foto: Mercedes-Benz

Max Chilton: Kam mal wieder ins Ziel. Landete vor seinem Teamkollegen und den Caterham, hatte aber auch einen deutlichen Abstand auf die Sauber. Mal wieder keine Überraschung.
Note: 4

Marcus Ericsson: Konnte wieder Selbstbewusstsein tanken, nachdem er gestern von seinem neuen Teamkollegen geschlagen wurde. Heute landete er vor Lotterer, aber wohl auch nur, weil der schon zu Beginn ausschied.
Note: 4-

Jules Bianchi: Nach einem sehr guten Qualifying nahm das Rennen für den jungen Franzosen einen unschönen Verlauf. Bereits in der ersten Runde wurde sein Hinterreifen aufgeschlitzt und er musste mehrere Kilometer mit einem Plattfuß an die Box schleichen. Mit einem riesigen Rückstand hatte Bianchi dann keine Chance mehr gegen die direkte Konkurrenz und man stellte das Auto kurz vor dem Ziel ab.
Note: 4-

Lewis Hamilton: Machte am Start alles richtig, ließ sich beim Angriff von Rosberg aber vielleicht einen Hauch zu weit nach außen tragen. Die Folge war ein Reifenschaden im ersten Streckenabschnitt. Auf dem Weg zur Box verlor Hamilton nicht nur viel Zeit, sondern bestätigte sich wohl auch das Auto. Hamilton beklagte sich über fehlenden Anpressdruck und konnte sich nicht mehr aus dem Sumpf des Mittelfelds befreien. Seine Lustlosigkeit war ihm im Boxenfunk deutlich anzumerken, am liebsten hätte er den Mercedes direkt abgestellt. Das durfte er dann auch fünf Runden vor dem Ziel. An einer Note möchte man seine heutige Leistung aber am liebsten gar nicht festmachen.
Note: 3

Lotterers F1-Debüt war nicht von langer Dauer - Foto: Sutton

Romain Grosjean: Hatte zunächst keine Aussicht auf Punkte, kam keinen Meter nach vorne und musste seinen Lotus nach 34 Runden mit einem technischen Defekt an der Box abstellen. Immerhin entging er so einer Überrundung.
Note: 4-

Pastor Maldonado: Wenn der Lotus-Pilot in den ersten Runden ausscheidet, ist die Ursache nicht immer eine Kollision. Heute versagte schlicht und einfach der Vortrieb, Maldonado hatte mit dem technischen Defekt keine Chance das Rennen zu beenden.
Keine Note

Andre Lotterer: Der Traum von der Formel 1 war schon nach zwei Runden beendet. Nach einem durchaus guten Start kämpfte der Rookie um den Anschluss zum hinteren Mittelfeld, als sein Motor plötzlich unvermittelt aus ging. Schuld trifft Lotterer am Ausfall keine, es könnte aber eine der kürzesten Formel-1-Karrieren überhaupt sein. Ob der Deutsche eine weitere Chance im Caterham bekommt, ist noch offen.
Keine Note


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