Formel 1 - Williams fühlt sich um bessere Startränge gebracht

Beide Fahrer auf Outlaps gebremst

Im Qualifying zum Belgien-GP musste sich Williams mit den Rängen sechs und neun begnügen. Der Grund war schnell gefunden: Verkehr bei Bottas und Massa.
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Motorsport-Magazin.com - Im dritten Freien Training von Spa-Francorchamps knallte Valtteri Bottas die Bestzeit auf den Asphalt und ließ so auch die bisher dominierenden Silberpfeile hinter sich. Damit brachte er sich und sein Team in die Position des ersten Mercedes-Herausforderers. Im Qualifying machte der Truppe von Frank Williams dann aber heftiger Regen in den Ardennen einen Strich durch die Rechnung. Beide Fahrer wurden im entscheidenden Q3 von anderen Piloten auf ihren Outlaps blockiert und konnten so auch bei ihren schnellen Runden nicht das Maximum aus ihren Boliden herausholen.

"Ich habe bei meinem letzten Run auf der Outlap Reifentemperatur verloren, weil ich etwas im Verkehr festgesteckt bin. Für uns ist es aber besonders wichtig, dass die Reifen heiß genug sind, weshalb dieser Run schwieriger war als die davor", erklärte Bottas, der am Ende Startrang sechs einfuhr.

Obwohl die Strecke in Q3 getrocknet ist und so schneller wurde, war ich langsamer als in Q2.
Felipe Massa

Fast gleich klingt die Schilderung seines neuntplatzierten Teamkollegen Felipe Massa: "Der Regen hat es heute sehr schwierig gemacht und uns daran gehindert, unsere wahre Pace zu zeigen. In Q1 und Q2 sah es noch gut aus für uns, aber in Q3 bin ich auf meiner Outlap in den Verkehr gekommen und konnte meine Reifen nicht richtig aufwärmen. Dadurch konnte ich auf meiner schnellen Runde nicht die volle Performance aus dem Auto holen. Obwohl die Strecke in Q3 getrocknet ist und so schneller wurde, war ich langsamer als in Q2. Das zeigt, dass ich schneller sein hätte können, wenn ich eine einwandfreie Runde erwischt hätte."

Im dritten Freien Training war Valtteri Bottas noch Schnellster - Foto: Sutton

Massa wurde zusätzlich von einem Bremsproblem behindert. Bei ihm kam es zu einer Verglasung der Bremsscheibe. Ein Phänomen, das auftritt, wenn die Scheibe außen heiß und innen kalt ist und die Hitze dann plötzlich in das Innere der Scheibe vordringt. Die Oberfläche wird daraufhin glatt und bietet nur noch eine geringe Bremswirkung. Obwohl ja eigentlich nicht mehr am Auto gearbeitet werden darf, sieht Rob Smedley das nicht als großes Problem für den Sonntag an: "Wenn es nass ist, wird uns der Bremsenhersteller wohl bestätigen, dass die Bremsscheibe verglast ist. Dann sollten wir sie reinigen dürfen, denn das muss einfach aus Sicherheitsgründen passieren, weil sie ihren ursprünglichen Zweck so nicht mehr erfüllen kann. Im Trockenen ist die Bremskraft um vieles höher, da sollte sich das Problem von allein lösen."

Bessere Karten im Trockenen

Sollte es am Sonntag nicht wieder regnen, rechnet sich Bottas aber gute Chancen aus: "Unsere Pace im Trockenen hat sich seit Saisonbeginn deutlich verbessert und Position sechs ist immer noch eine gute Startposition. Am Sonntag ist noch alles möglich. Wenn es im Rennen trocken bleibt, haben wir gute Chancen, Ferrari und Red Bull herauszufordern. Im letzten Freien Training habe ich mit Platz eins gezeigt, dass wir im Trockenen ein sehr starkes Auto haben. Bei nassen Bedingungen können andere Teams uns aber näher kommen und so haben wir uns heute nicht so weit vorne qualifiziert wie es möglich gewesen wäre."

Auch Felipe Massa hat den Grand Prix von Belgien noch nicht abgeschrieben. "Am Sonntag ist ein neuer Tag. Hoffentlich können wir da unsere Pace zeigen und uns nach vorne kämpfen", gibt sich der kleine Brasilianer kämpferisch.


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