Formel 1 - Schumacher-Akte: Mutmaßlicher Dieb - Selbstmord

In Gefängniszelle erhängt

Der mutmaßliche Dieb der Krankenakten von Michael Schumacher wurde am Mittwochmorgen erhängt in seiner Zelle aufgefunden. Er wurde am Dienstag festgenommen.
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Motorsport-Magazin.com - Der mutmaßliche Dieb von Michael Schumachers Krankenakte ist tot. Der Verdächtige wurde am Dienstag, den 5. August 2014 in Zusammenhang mit der Weitergabe der Schumacher-Krankenakte festgenommen.

Eine im Zusammenhang mit der Weitergabe von Krankenakten von Michael Schumacher festgenommene Person wurde tot in der Zelle aufgefunden.
Statement der Kantonspolizei Zürich

Am Mittwochmorgen wurde der Verdächtige in einer Zelle des Züricher Polizeigefängnisses erhängt aufgefunden. "Eine im Zusammenhang mit der Weitergabe von Krankenakten von Michael Schumacher festgenommene Person wurde tot in der Zelle aufgefunden", verkündete die Kantonspolizei Zürich in einer Medienmitteilung. Nach ersten Erkenntnissen der Kantonspolizei Zürich und der Staatsanwaltschaft bestehen keine Hinweise auf Fremdeinwirkung.

Dies bestätigte die Kantonspolizei Zürich in einer Mitteilung. "Ein Mann ist am Mittwochmorgen, 6. August 2014 erhängt in seiner Zelle im Zürcher Polizeigefängnis aufgefunden worden. Nach den bisherigen Erkenntnissen der Kantonspolizei Zürich und der Staatsanwaltschaft bestehen keine Hinweise auf Dritteinwirkung. Der Verstorbene war im Zusammenhang mit der Weitergabe von Krankenakten von Michael Schumacher am 5. August 2014 festgenommen worden", so die Mitteilung im Wortlaut.

Michael Schumachers Krankenakte wurde gestohlen - Foto: Sutton

Mitarbeiter von Flugrettung unter Verdacht

Bereits im Juli wurde bekannt, dass die Spuren zum Dieb der Krankenakten in die Schweiz führen. Ein Flugrettungsunternehmen war durch eine Computer-IP-Adresse ins Visier der Ermittler geraten. Dieser Computer war verwendet worden, um die Krankenakten verschiedensten Medienhäusern in Europa zum Kauf anzubieten.

Der Verdächtige war ein Angestellter der Schweizer "Rega" [Rega aus RE (von "Rettungsflugwacht") und GA (von "Garde Aérienne" oder "Guardia Aerea")]. Gestützt auf Anzeigen der Rega und der Familie Schumacher hatte die Staatsanwaltschaft II des Kantons Zürich ein Strafverfahren aufgrund der Verletzung des Berufsgeheimnisses gegen Unbekannt eröffnet. Am Dienstag, den 05. August dann der Ermittlungserfolg: Ein Mitarbeiter der Rega wurde verhaftet. Bei einer Befragung durch die Polizei bestritt der Verdächtige die Vorwürfe. Für den kommenden Tag war deshalb ein Verhör der Staatsanwaltschaft II vorgesehen.

Dieses konnte nicht mehr stattfinden, da der Verdächtigte am folgenden Morgen bei der Frühstücksausgabe erhängt in seiner Zelle aufgefunden wurde. Der sofort gerufene Arzt konnte nur noch den Tod des Inhaftierten feststellen. Die Staatsanwaltschaft und die Kantonspolizei Zürich gehen von Selbstmord aus.

Dieses tragische Ereignis macht uns traurig und sprachlos.
Ernst Kohler, Rega CEO

Der CEO der Rega, Ernst Kohler, reagierte bestürzt auf die Todesnachricht des Mitarbeiters. "Tief betroffen nehmen wir von der heutigen Mitteilung der Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich Kenntnis, dass der Rega-Mitarbeiter, der wegen des Verdachts der Berufsgeheimnisverletzung gestern in Polizeigewahrsam genommen worden war, in der Nacht auf heute in seiner Zelle mutmaßlich Suizid verübt hat", erklärte Kohler in einem offiziellen Statement. "Dieses tragische Ereignis macht uns traurig und sprachlos. Unsere Gedanken und unser aufrichtiges Beileid gelten in diesem Augenblick den Angehörigen des Verstorbenen und den Personen aus seinem Umfeld."

Verfahren wird wohl eingestellt

Nach wie vor gilt auch für den Verstorbenen die Unschuldsvermutung.
Statement der Kantonspolizei Zürich

Nach dem tragischen Tod des Verdächtigen im Fall der Krankenakte von Michael Schumacher liegen der Züricher Staatsanwalt keine weiteren Hinweise auf andere Tatverdächtige vor. Damit wird das Verfahren nach dem Tod des Inhaftierten voraussichtlich eingestellt. Angaben zur Person wollte die Staatsanwalt nicht machen. "Aus personenschutzrechtlichen Gründen werden keine weiteren Angaben gemacht. Nach wie vor gilt auch für den Verstorbenen die Unschuldsvermutung", hieß es im Statement der Kantonspolizei Zürich weiter.

Michael Schumacher verunglückte am 29.12.2013 beim Skifahren schwer - Foto: Sutton

Facts rund um Schumachers Unfall

  • Ski-Unfall am 29.12.2013 in Méribel (Frankreich)
  • Erste Operation direkt nach der Einlieferung in die Klinik in Grenoble
  • Schumacher schwebt nach dem Ski-Sturz in Lebensgefahr
  • Zweite Operation: Hämatom aus linker Gehirnhälfte entfernt
  • Zum Unfall: keine überhöhte Geschwindigkeit, Skipiste korrekt gekennzeichnet
  • 30. Januar: Aufwachprozess wird eingeleitet
  • 4. April: Erste Momente des Bewusstseins und des Erwachens
  • 16. Juni: Bestätigung: Schumacher aus Koma erwacht & zur Reha verlegt
  • 23. Juni: Michael Schumachers gestohlene Krankenakte wird zum Kauf angeboten
  • 8. Juli: Die Ermittler haben eine heiße Spur. Die IP-Adresse des Computers, von dem die Krankenakten zum Kauf angeboten wurden, führt in die Schweiz
  • 5. August: Ein Verdächtiger wird in Zürich verhaftet

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