Formel 1 - Offiziell: Marmorini muss Ferrari verlassen

Neuer Name, neuer Posten

Jetzt ist die Katze aus dem Sack: Was ohnehin schon jeder wusste, hat Ferrari nun offiziell verkündet: Luca Marmorini muss seinen Platz als Motorenchef räumen.
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Motorsport-Magazin.com - Die Umstrukturierungen bei Ferrari nehmen Gestalt an. Die erste große Änderung hat die Scuderia jetzt offiziell bestätigt: Luca Marmorini ist nicht länger Chef der Motorenabteilung in Maranello. Der Posten des Italieners wird nicht eins zu eins neu besetzt. Mattia Binotto übernimmt stattdessen die Rolle des operativen Geschäftsführers der Power-Unit-Abteilung.

Marmorini arbeitete 1990 bis 1999 bei Ferrari. Anschließend wechselte er zu Toyota und zeichnete sich für die Entwicklung des Toyota-Motors verantwortlich. Nach dem Ausstieg der Japaner aus der Formel 1 kehrte er nach Maranello zurück und übernahm den Posten des Motoren- und Elektronikchefs von Gilles Simon.

Keine neue Aufgabe für Marmorini

Seitdem Marco Mattiacci das Amt des Teamchefs bei der Scuderia übernommen hat, werden ständig Umstrukturierungsmaßnahmen angekündigt. Konkret kommuniziert wurden bislang keine Maßnahme, doch der Abschied Marmorinis kommt nicht überraschend. Marmorini wird keine neue Aufgabe in Maranello erhalten, sondern verlässt das Team gänzlich.

Im Heck sitzt eines der zahlreichen Ferrari-Probleme - Foto: Sutton

James Allison bleibt weiterhin als Technischer Direktor für das Gesamtprojekt Formel 1 verantwortlich. Nikolas Tombazis bleibt Chefdesigner des Chassis, Lorenzo Sassi wird neuer Chefdesigner der Power Unit. Alle Änderungen treten sofort in Kraft.

Die Power Unit aus Maranello hinkt den Erwartungen weit hinterher. Gemeinsam mit Renault hat Ferrari einen riesigen Rückstand auf Klassenprimus Mercedes. Durch die Homologationsvorschriften während der Saison dürfen die Ingenieure während des Jahres nur Änderungen einführen, welche die Zuverlässigkeit des Triebwerks verbessert oder die Kosten sinken lässt.

Erst für das nächste Jahr sind umfangreichere Änderungen erlaubt. Die Entwicklungen für 2015 laufen bei den Motorenherstellern bereits auf Hochtouren, bei Renault wurde bereits das erste Aggregat für die neue Saison auf einem Prüfstand getestet.

Blick in die Zukunft: Was darf geändert werden und was nicht?

Bis: 2015 2016 2017 2018 2019+2020
Gesamtzahl der relevanten Bauteilgruppen 66 66 66 66 66
Modifizierbare Bauteilgruppen 61 51 51 43 3
Homologierte Bauteilgruppen 5 15 15 23 63
Anteil der homologierten Bauteilgruppen 8 23 23 35 95

Ferrari und Renault stehen unter Druck und sind gezwungen, die Motoren so früh wie möglich konkurrenzfähiger zu machen. Denn von Jahr zu Jahr werden mehr Teile der Power Unit homologiert. Dann sind auch immer weniger Änderungen zwischen den Saisons möglich. Für die nächste Saison dürfen noch 48 Prozent aller Bauteile neu konstruiert werden, damit sind äußerst umfangreiche Änderungen möglich.

Ferrari war also gezwungen, die Strukturen schnellstmöglich umzubauen, um nicht jahrelang einen Rückstand mitzuschleppen. Auch bei Renault gab es bereits ein Köpferollen. Jean-Michel Jalinier trat als Managing Director bei Renault Sport F1 zurück, Cyril Abiteboul - zuvor Caterham Teamchef - übernahm den Posten.


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