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Formel 1 - Kolumne - Mark Sutton

Das Leben durch die Linse gesehen

Strahlende Sieger, geheime Liebschaften, tolle Sonnenuntergänge. Mark Sutton hat in Ungarn einiges gesehen und fotografiert. In seiner Kolumne erzählt er davon.
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Das Lächeln des Siegers

Gerade als die Fahrer das Podest verlassen wollten, schrien wir in Richtung Daniel, auf den wir direkt hinunter sehen konnten. Es schien ihn zu freuen. Ich versuchte es auch bei Fernando, aber er sah nicht direkt in die Kamera wie es Daniel tat. Anstelle eines Bildes, auf dem die Fahrer das Podest verlassen, gelang uns ein richtig cooler Schuss. Ich verwendete für das Bild ein recht langes Objektiv, 70 bis 200mm. Dadurch ist man sehr davon abhängig, wohin sich der andere bewegt und was er tut. Daniel ist für solche Schnappschüsse immer gut. Sein Lächeln in diesem Moment auf dem Podium macht das Bild so fantastisch.

Ein strahlender Sieger - Foto: Sutton

Malerische Szene

Das war an einem Freitagabend. Das Bild funktioniert, weil es wirkt als würde die erste Saisonhälfte mit dem Sonnenuntergang enden. Wir haben noch sehr spät in der Box gearbeitet. Der Sonnenuntergang wirft ein tolles Licht auf die Leute, die noch an den Autos arbeiten. Ungarn ist für solche Bilder einer der besten Orte. Dieser Platz ist großartig, um die Grid Girls zu fotografieren und die Jungs, die an den Autos arbeiten, um diese für den Parc Ferme vorzubereiten. Zu dieser späten Abendstunde konnten wir entlang der Boxengasse gehen - leider haben wir keinen Zugang zu den Support Rennen! Für sämtliche Nicht-F1-Sachen brauchen wir spezielle Umhänge. Das Bild haben wir an der Strecke gemacht, von jenem Platz aus, wo man von der Boxengasse in die Startaufstellung geht. Die Silhouette, die durch das Licht auf die Haupttribüne entsteht, sieht richtig gut aus. Dieses Spektakel sieht man jeden Abend. Es ist wirklich eine malerische Szene und zeigt einen anderen Blick auf die Haupttribüne als man es sonst gewohnt ist.

Wunderschöner Sonnenuntergang - Foto: Sutton

Die Pace vorgebend

Dieses Bild entstand während der Safetycar Phase ausgelöst durch den Crash von Sergio Pérez. Fernando Alonso führte das Feld an. Das Safetycar fuhr vorbei und ich sah wie er das Feld aufhielt, er hatte seinen Fuß die ganze Zeit auf der Bremse und war extrem langsam. Ich dachte: oh, oh, das könnte verdammt eng werden, denn das Feld fuhr gerade den Hügel hinunter zur Kurve. Es gab keinen Crash, aber hinter Fernando ging es verdammt eng zu. Trotzdem war es toll ein Bild von Alonso in Führung zu schießen, denn das kam diese Saison noch nicht allzu oft vor. Es ist schon unglaublich wie ein bisschen Regen und ein paar Unfälle das Feld so drastisch durcheinander wirbeln können. Regen und Ähnliches sorgen wirklich für Spektakel. Das braucht es das eine oder andere Mal, um dem Ganzen Würze zu verleihen. Bernie hatte ja vor einer Weile die Idee mit Sprinkleranlagen, aber das würde dann doch etwas zu weit gehen.

Alonso führte das Feld an - Foto: Sutton

Ein bisschen Spice im Parc Ferme

Ich entdeckte die Szene, weil ich mich für das Podium in die beste Position gebracht hatte. Ich hatte es geschafft, ganz nach oben zu gelangen und schwank mit meiner Kamera durch die Menge. Das tut man einfach, um zu sehen, wer alles da ist. Plötzlich sah ich Horner und Geri Halliwell. Mir fiel sofort ein, dass ich von den beiden noch kein Bild hatte. Daneben stand Adrian Newey mit seiner Freundin Amanda. Ich habe das Bild geschossen und es dann gleich auf Twitter gepostet. Geri antwortete darauf mit einem "Ha ha ha." Sie dachte wohl, sie wäre inkognito hier, aber ich habe sie entdeckt! Wenn man in einer Menge von 200 oder 300 Leuten steht, dann entdeckt man niemanden. Aber wenn man von oben hinunterschaut, dann ist es einfacher. Ich denke, sie haben versucht keine Aufmerksamkeit zu erregen, auch wenn sie jetzt mehr in die Öffentlichkeit gehen. Geri hat sich sehr diskret verhalten. Sie sind weder zusammen gekommen, noch gegangen - sie halten Privates eben privat.

Entdeckt! Ein Spice Girl beim Ungarn GP - Foto: Sutton

Eine Sache der Meinung

Ich war in dieser Saison bei wenigen Pressekonferenzen vor Ort, um Bilder zu schießen. Aber jedes Mal, wenn ich da war, schien es heiß abzugehen. Der Freitag auf dem Hungaroring war keine Ausnahme. Als Christian Horner über die Politik, die hinter einigen zukünftigen F1-Austragungsorten steckt, gefragt wurde, fing er wild zu gestikulieren an. Um ehrlich zu sein, denke ich, dass er von den Fragen einfach gelangweilt war. Zudem waren es alles sehr politische Themen, die die Teams nicht mögen. Sie wollen in politische Angelegenheiten nicht reingezogen werden, denn diese gehen hauptsächlich die FIA und die FOM etwas an. Deshalb kann ich verstehen, dass Christian nicht darüber reden wollte. Allerdings weiß er aufgrund seiner Nähe zu Bernie bestimmt mehr als andere, zudem steht er einem der Top-Teams vor. Er hat mit den Händen wild gestikuliert, was natürlich für Bilder großartig ist. Auf keinen Fall will man dort jemand mit verschränkten Armen sitzen sehen - das sind langweilige Fotos. Seitens der Teamchefs sind verschränkte Arme ein kleiner Trick, wenn sie durch ihre Körpersprache nicht zu viel verraten wollen. Aber Christian hat sich nicht zurückgehalten. Das war großartig!

Horner war auf die Journalisten sauer - Foto: Sutton

Ihr Mark Sutton


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