Formel 1 - Ungarn GP im Rückblick: Christians Lehren

Was zur Hölle ist Sör?

Back-to-back und dann Sommerpause. Das wurde auch Zeit, will man fast sagen. Wir blicken auf den GP nach dem Heim-GP zurück.
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Lehre 1: T1A und T12A
Die FIA-Streckenkarten sind eh immer ein Highlight. Der Automobilweltverband zählt traditionell mindestens drei Kurven auf jeder Rennstrecke mehr als wir. In Ungarn wartete die FIA aber mit einer Überraschung auf: Es waren exakt gleich viele. Dafür haben sich die Verantwortlichen etwas ganz listiges einfallen lassen: T1A ersetzte Turn 2, T12A ersetzte Turn 13. Da soll noch einer was gegen die deutsche Bürokratie sagen.
Kurve oder keine Kuve: Das ist hier die Frage - Foto: Motorsport-Magazin.com

Lehre 2: Petofi mit Stimmungsschwankungen
Wir hatten Glück, unser Hotel befand sich nur 15 Fahrminuten von der Strecke entfernt. Das Autoradio läuft natürlich trotzdem. Einen Stammsender hatten wir schnell gefunden: Petofi. Aber irgendwie war uns die Radiostation nicht ganz geheuer: Morgens wurde melancholische ungarische Musik gespielt, mittags wechselte der Sender auf bekannte Pop-Scheiben und abends hatte er dann Hard-Techno im Programm. Gut, dass die Autofahrten nicht allzu lang waren.

Lehre 3: Der All Inclusive Urlaub
Nah an der Strecke war unser Hotel schon mal, das wichtigste Kriterium war also erfüllt. Dass wir aber gleich ein so luxuriös ausgestattetes Hotel bekommen würden, hatten wir nicht erwartet. Leider blieb keine Zeit für die Hoteleigene Bowlingbahn oder das Schwimmbad. Denn die Zeit verbrachten wir vor dem Parkplatz mit Rangieren und Warten auf den Hotelmitarbeiter, der uns die Schranke öffnen konnte. Inklusive war im Hotel auch eine nicht funktionierende Klimaanlage und eine dafür umso besser funktionierende Alarmanlage, die Stephan die ein oder andere Stunde Schlaf geraubt hat.

Traditionelles Bier seit 1994: Mister Sör! - Foto: Motorsport-Magazin.com

Lehre 4: Missverständliche Getränkekarte
Wo geht man nach dem Arbeitstag an der Rennstrecke essen? Wenn diese schwierige Frage ersteinmal geklärt ist, geht es an das Entschlüsseln der landestypischen Speisekarten. In Ungarn wurde es schon beim Getränk schwierig: Bier haben wir gefunden, aber nur von deutschen Brauereien. Die waren dann komischerweise immer schon aus. Als Alternative wurde uns heimisches Bier angeboten. Klar, her damit! Wollten wir eigentlich von Anfang an. Aber wieso haben wir es nicht gefunden? In Ungarn heißt das Bier nicht beer, birra oder so ähnlich, sondern Sör! Der ein oder andere Kollege hatte damit mehr Erfahrung und fand Mister Sör auf Anhieb.

Lehre 5: Radfahren will gekonnt sein
Toto Wolff sorgte schon vor dem Wochenende unfreiwillig für Aufsehen, weil er sich beim Radfahren mit dem Team ungefähr alle erdenklichen Verletzungen am rechten Arm holte. Doch Wolff war nur die Spitze des Eisbergs: Am Wochenende war es schwierig, einen einzigen unversehrten Mercedes-Mitarbeiter zu finden, den es nicht bei der Massenkollision erwischt hatte.

Das mit dem Radfahren muss Mercedes nochmal üben - Foto: Sutton

Lehre 6: Schmerzhafte Musik
Schmerzhafter als die unzähligen Brüche und Luxationen war für Toto Wolff aber die Musik, die nach dem Rennen aus der Red-Bull-Garage ertönte. Beim Weltmeisterteam läuft in der Garage nach jedem Sieg während des Abbauens laut Musik. "Aber so ist Racing", stellte Wolff enttäuscht fest. Immerhin: Red Bull hatte nicht Petofi laufen.


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