Formel 1 - Safety Cars: Ricciardos Glück war Rosbergs Pech

Gewinner und Verlierer der SC-Phasen

Der Ungarn GP wurde durch das Safety Car entschieden. Einige Piloten behielten den Durchblick, andere Teams verpokerten sich total.
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Motorsport-Magazin.com - Zwei Safety Car Phasen haben den Ungarn GP in Budapest wesentlich mitentschieden. Während Nico Rosberg einem möglichen Sieg nachtrauern darf, machte Daniel Ricciardo alles goldrichtig. Die Gewinner und Verlierer der Safety Car Phasen:

Safety Car #1

Marcus Ericsson krachte mit seinem Caterham in der 8. Runde in die Streckenbegrenzung, was zur ersten Neutralisierung des Rennens führte. Zu diesem Zeitpunkt lag Nico Rosberg 9,067 Sekunden vor Valtteri Bottas, 9,819 vor Vettel und elf Sekunden vor Fernando Alonso. Für dieses Top-Quartett kam der Unfall und mit ihm das Safety Car zum ungünstigsten Zeitpunkt. "Als ich den Funkspruch bekam, war ich gerade an der Boxengasse vorbei und konnte nicht mehr abbiegen", erklärte Bottas.

Ab Platz fünf (Jenson Button) konnten die Piloten noch rechtzeitig an die Box abbiegen, um sich neue Reifen zu holen, während die Top-4 unter Gelben Flaggen eine langsame Runde absolvierten mussten. Bottas kostete dieser Umstand ganze zehn Plätze (siehe Tabelle unten), Vettel fünf und Rosberg vier. Für den WM-Spitzenreiter wurden zudem aus neun Sekunden Vorsprung in Runde 7 (die letzte volle vor dem Safety Car) 5,5 Sekunden Rückstand bis Runde 14 (die erste volle nach dem Safety Car). Alonso kam mit -3 Plätzen am glimpflichsten davon. "Die ersten Drei vor dem Safety Car sind (im Ziel) auf den Plätzen 4, 7 und 8 gelandet. Sie hatten neun Sekunden Vorsprung", ärgerte sich Mercedes-Teamchef Toto Wolff im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com

GewinnerVerlierer
Kevin Magnussen+15 (19 auf 4) Valtteri Bottas-10 (2 auf 12)
Lewis Hamilton+6 (14 auf 8) Sebastian Vettel-5 (3 auf 8)
Felipe Massa+5 (8 auf 3) Nico Rosberg-4 (1 auf 5)
Jenson Button+4 (5 auf 1) Nico Hülkenberg-4 (7 auf 11)
Daniel Ricciardo+4 (6 auf 2) Adrian Sutil-4 (12 auf 16)

Den größten Sprung nach vorne machte Kevin Magnussen, der sich von P19 auf Rang vier verbesserte, aber während des Safety Cars als einziger Pilot im Feld auf einen Stopp verzichtet hatte. Von den gestoppten Fahrern verbesserte sich Hamilton am stärksten und gewann an der Box und aufgrund einer starken ersten Runde nach dem Restart (er überholte drei Autos) sechs Plätze.

Zu den größten Verlierern zählten aber neben den Top-4 die beiden McLaren-Piloten und Nico Hülkenberg. Der Deutsche fuhr auf der Restart-Runde zunächst Vettel mit seinem Frontflügel am linken Hinterrad an, krachte wenig später in Sergio Perez und schied aus. Bei McLaren verzockte man sich, als man Magnussen mit Intermediates draußen ließ und Button als einzigen Piloten im Feld mit Intermediates aus der Box schickte. Beide Fahrer fuhren in der 15. Runde zum Reifenwechsel und zogen Softs auf, doch die Chance auf die vorderen Plätze war damit dahin.

Safety Car #2

Perez schrottete seinen Force India - Foto: Sutton

In Runde 22 kam Perez beim Einbiegen auf Start/Ziel mit dem Hinterreifen auf den Kunstrasenstreifen hinter dem Kerb. Da dieser noch nass war, drehte sich sein Force India einmal quer über die Gerade und krachte gegen die Boxenmauer. Sofort wurde das Safety Car auf die Strecke geschickt. Anders als in der ersten Phase, kamen diesmal aber nur drei Piloten an die Box: Ricciardo und Massa, die in Führung lagen sowie Bottas auf Rang neun. Ricciardo und Massa verloren dadurch jeweils fünf Plätze, Bottas rutschte von 9 auf 13 zurück.

Große Gewinner der zweiten Phase gab es rein von der Position her nicht, denn beinahe alle Fahrer, die draußen blieben, verbesserten sich um zwei Plätze. Allerdings verwandelte sich Ricciardos Vorsprung von 5,204 Sekunden auf Massa in einen Rückstand von 3,840 auf Alonso. Im Gegensatz zu den beiden Williams-Piloten zog Ricciardo allerdings Soft-Reifen auf, was in Kombination mit der Drei-Stopp-Strategie letztlich entscheidend zu seinem Sieg beitrug.


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