Formel 1 - Ungarn GP: Die Stimmen nach dem Rennen

Schwierig. Hart. Knifflig.

So unterschiedlich der Ungarn-Grand-Prix für die 22 Piloten auch verlaufen war, in einem Punkt waren sie sich einig: Es war brutal schwer.
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Motorsport-Magazin.com - Daniel Ricciardo: Es fühlt sich so toll an. Ich weiß einfach nicht, was ich sagen soll. Die letzten Runden hatte ich wirklich viel Spaß und die Duelle mit Lewis und Fernando waren einfach der Wahnsinn. Ich wusste, dass ich schnell etwas unternehmen musste, denn wir waren bereits in den letzten drei Runden. DRS war die einzige Chance, und die habe ich zum Glück genutzt. Heute Nacht werde ich bestimmt feiern, aber ich denke eher, dass die Party ein paar Tage andauern wird. Danach werde ich natürlich meine Pause genießen und dann will ich auf die starke erste Saisonhälfte natürlich aufbauen. Ich kann immer noch nicht glauben, dass ich nun bereits zwei Siege eingefahren habe. Ein paar Freunde von mir sind hier und mit denen wird jetzt natürlich heiß Party gemacht.

Fernando Alonso: Ich bin extrem zufrieden, es war ein sehr hartes Wochenende, eine sehr harte Saison. Auf das Podium zu fahren, ist in unserer Situation eine schöne Überraschung. Es war knapp. Ich bin stolz auf das Team und auf unsere Arbeit. Es war eine Kombination von Dingen, die das Rennen sehr schwierig gemacht haben, schwer zu lesen, wie es sich entwickelt. Wir haben unsere Erfahrung und die Gelegenheit genutzt.

Lewis Hamilton: Das war ein ganz verrücktes Wochenende. Ich hatte Probleme zu Beginn Probleme mit den kalten Bremsen und dann hat es blockiert. Zum Glück habe ich das Auto nicht stark beschädigt. Ich wusste, dass Daniel und ich in einem Rennen sind. Ich konnte zwar wegziehen, aber ich wusste, er kommt wieder und will vorbei. Vielen Dank ans Team, sie haben mit den Boxenstopps und der Strategie einen tollen Job gemacht. Ich habe mein Bestes gegeben und das Auto war fantastisch.

Rosberg kam nicht an Hamilton vorbei - Foto: Sutton

Nico Rosberg: Das war wirklich ein durchwachsenes Rennen. Ich hatte wirklich Pech mit dem Safety Car, denn es ist im ungünstigsten Moment herausgekommen. Ich muss mir das mit Lewis erst nochmal ansehen und mit dem Team besprechen. Es bringt nichts, das jetzt zu diskutieren. Ich habe es nicht geschafft, Lewis zu packen, das nervt mich extrem. Ich bin volle Attacke gefahren, alles was geht und zur Not wäre ich auch direkt obendrüber gefahren. Ich bin jetzt enttäuscht, denn die Chance war da und ich habe es nicht geschafft.

Felipe Massa: Es war ein schwieriges Rennen, in dem viel passiert ist. Wir hatten viele Kämpfe und es war schwer, auf der Strecke zu bleiben. Bei den Boxenstopps sind wir mit unserer Reifenwahl etwas Risiko eingegangen, am Ende ist es aber ein gutes Resultat geworden. Jetzt können wir positiv in Richtung der zweiten Saisonhälfte blicken und ich bin mir sicher, dass wir viel mehr Punkte sammeln werden als bis jetzt.

Kimi Räikkönen: Nach dem haarsträubenden Fehler und den Problemen von gestern war das Resultat natürlich okay, jedoch überwiegt ganz klar noch die Frustration. Das Auto war das ganze Wochenende über wirklich gut und ich bin mir sicher, dass mit einem besseren Startplatz auch noch mehr drin gewesen wäre. Ein Resultat ändert in meinen Augen nicht viel, aber es war immerhin ein Schritt in die richtige Richtung.

Sebastian Vettel: Das Safety Car kam einen Tick zu spät hinaus, da waren wir schon an der Box vorbei. Die beste Position war dadurch weg und Daniel kam als Erster an die Box. Durch die Tatsache, dass das Safety Car nach der ersten Kurve gewartet hat, waren wir ersten Vier zusätzlich benachteiligt. Den Restart habe ich gut hinbekommen, aber man hat mich dann ich einem Mapping gelassen, in dem nur der Motor und nicht die Batterie funktioniert hatte. Spätestens als ich dadurch keine Leistung hatte und zwei Plätze verloren habe, war mir klar, dass es schwer werden wird. Beim Dreher war ich einfach zu früh am Gas.

Valtteri Bottas: Nach drei Podiumsplatzierungen in Serie ist Platz acht natürlich nicht zufriedenstellend. Immerhin sind es ein paar gute Punkte für das Team. Es wäre heute mehr möglich gewesen, aber wir hatten Pech mit dem Safety Car, durch das ich von Platz zwei aus sogar aus den Top-Ten gerutscht bin. Wir müssen das Rennen jetzt analysieren und uns dann auf die nächsten konzentrieren.

Bottas war einer der Verlierer der Safety-Car-Phase - Foto: Sutton

Jean-Eric Vergne: Das Team hat einen fantastischen Job gemacht, indem sie mich direkt nach Bekanntgabe der Safety-Car-Phase hereingeholt haben und alles hat gut funktioniert. Das Rennen war wirklich toll und es hat viel Spaß gemacht, so lange auf Rang zwei zu liegen. Mir war klar, dass ich nicht die Pace habe, um mit den Spitzenpiloten mitzuhalten, aber es war ein toller Moment. Wir müssen einfach noch die Performance des Autos verbessern.

Jenson Button: Es war ein harter Nachmittag für uns. Wir haben nicht die richtigen Entscheidungen getroffen. Die Startphase im Regen war großartig. Ich konnte mich auf Platz fünf nach vorne arbeiten, was keine schlechte Platzierung für mich war. Von da an ging es aber nur noch bergab für uns. Als die Strecke auftrocknete, dachten wir, dass es wieder zu regnen beginnen wird. Leider waren wir die einzigen, die dieser Meinung waren. Ich denke, dass ich heute alles richtig gemacht habe und dass bei allen unterschiedlichen Streckenverhältnissen. Da ist so ein Ergebnis natürlich hat.

Adrian Sutil: Mit Platz elf hat es heute fast zu einem Punkt gereicht. Es war kein einfaches Rennen, besonders am Anfang mit den schwierigen Wetterbedingungen und den beiden Safety-Car-Phasen. Während der ersten Safety-Car-Phase haben wir gleich einen Boxenstopp eingelegt. Als ich an die Boxen kam musste ich kurz warten, da Esteban mit seinem noch nicht fertig war. Dadurch habe ich einige Zeit verloren. Dennoch habe ich mich wieder nach vorne gekämpft. Am Ende bin ich knapp als Elfter über die Ziellinie gefahren. Ich war zwar in den Kurven schneller als Jenson, kam aber nicht an ihm vorbei. Er hat keine Fehler gemacht und ist mir auf den Geraden weggefahren. Dennoch war es ein positiver Tag. Wir sind näher an die vor uns liegenden Teams herangekommen, und das ist was zählt.

Kevin Magnussen: Wir haben heute sicher nicht alles richtig gemacht. Da ich aber aus der Boxengasse gestartet bin, habe ich wohl durch die Entscheidung, auf Intermediates zu bleiben während alle anderen auf Trockenreifen gewechselt haben, nicht zu viel Zeit verloren. Natürlich sind wir mit dieser Entscheidung ein Risiko eingegangen, aber das mussten wir meiner Meinung nach auch. Ich glaube nicht, dass das Rennen mit einer anderen Strategie viel anders für uns gelaufen wäre. Nachdem wir auf den Prime gewechselt sind, hatten wir nicht mehr die Pace um viele Punkte zu holen. Dennoch müssen wir uns mit den Ingenieuren und Strategen zusammensetzen und darüber diskutieren.

Pastor Maldonado: Ich hatte Probleme, genug Grip zu finden und die Streckenoberfläche war sehr rutschig. Wir hatten nicht immer volle Power, was ein ohnehin schwieriges Rennen bei wechselnden Verhältnissen noch schwerer gemacht hat. Ich konnte auf der Geraden nicht zu den Autos vor mir aufschließen, was das Überholen sehr schwer gemacht hat. Es gibt hier ja nicht so viele Überholmöglichkeiten.

Maldonado sorgte wieder einmal für eine Kollision - Foto: Sutton

Daniil Kvyat: Ich weiß nicht genau, was am Start passiert ist. So etwas ist mir noch nie passiert. Der Motor ist einfach abgestorben, also musste ich aus der Boxengasse starten. Die erste Rennhälfte war nicht so schlecht. Ich habe versucht aufzuholen, aber das Überholen war sehr schwer und es war nicht leicht, auf die Reifen aufzupassen. Es ist schade, dass wir die erste Saisonhälfte nicht positiv beenden konnten.

Jules Bianchi: Es war ein hartes Rennen für mich, denn ich musste über 50 Runden mit einem beschädigten Auto fahren. Maldonado ist aus dem Nichts gekommen und mir in die Seite gefahren. Ich hatte schon befürchtet, dass es das Ende meines Rennens sein könnte. Es war sehr anstrengend, ständig mit dem Auto kämpfen zu müssen und nicht in der Lage zu sein, schnellere Runden zu fahren.

Max Chilton: Ich habe einen guten Start erwischt und war mit dem Auto sehr zufrieden. Nachdem Kobayashi und Ericsson ausgeschieden waren und Jules einen ungeplanten Stopp machen musste konnte ich mich nach vorne arbeiten und am Ende gegen Jules kämpfen. Ich freue mich für das Team, da wir erneut mit zwei Autos im Ziel sind und den neunten Rang in der Konstrukteurswertung halten konnten.

Esteban Gutierrez: Das Rennen hat gut begonnen, ich konnte beim Start gleich Positionen gewinnen. Ich habe mein Bestes gegeben und bin so konstant und präzise wie möglich gefahren. Es lief alles einwandfrei, und ich konnte Positionen gutmachen. Während der Safety-Car-Phase kam ich an die Boxen, unsere Strategie ging auf. Nach dem Neustart kämpfte ich mit Kimi und versuchte ihn hinter mir zu halten. Meine Rundenzeiten waren durchaus in Ordnung, und ich konnte zu einigen vor mir liegenden Fahrern aufschließen. Leider war es ein unglückliches Rennende, dennoch gibt es einige positive Dinge, die wir von diesem Wochenende mitnehmen können.

Esteban Gutierrez lag phasenweise vor Kimi Räikkönen - Foto: Sutton

Kamui Kobayashi: Es ist natürlich schade, dass wir das Rennen heute nicht beenden konnten, aber wir hatten ein Problem mit dem Treibstoffsystem und ich musste das Auto abstellen, weil ich keine Leistung mehr hatte. Mein Start war ziemlich gut. Das Auto hat sich sowohl im Trockenen als auch im Nassen gut angefühlt und ich konnte einige Fahrer überholen. Ich hatte einen guten Rhythmus und die Balance war gut. In Runde 24 war mein Rennen dann aber zu Ende.

Sergio Perez: Es tut mir sehr leid für mein Team, weil sie wirklich tolle Arbeit geleistet haben. Der Unfall war meine Schuld. Es lief bis dahin gut, aber dann habe ich das Heck verloren. Das war ein ziemlich ordentlicher Unfall. Die Strecke war schon noch sehr nass, hat sich aber ständig verbessert. Aber es tut mir einfach leid. Wir müssen jetzt nach vorn schauen.

Nico Hülkenberg: Das ist ärgerlich, frustrierend und bitter. Aber ich muss mir an die eigene Nase fassen. Wir waren zusammengestaucht und in der Runde vorher ist Sergio ganz außen gefahren. In der folgenden Runde wollte ich innen vorbei, aber er war ebenfalls innen, und ich fuhr ihm drauf - und wer hinten drauf fährt, ist immer schuld.

Romain Grosjean: Ich konnte das Rennen heute nicht beenden, was sehr enttäuschend ist. Die Bedingungen waren heute sehr knifflig und wir konnten nicht das Maximum aus den Reifen herausholen. Die Entscheidung, in der Safety-Car-Phase auf Slicks zu wechseln, war richtig, aber ich habe einen Fehler gemacht, als ich versucht habe, die Reifen auf Temperatur zu halten. Ich bin auf die weiße Linie gekommen, habe mich gedreht und das war's.

Marcus Ericsson sorgte für die erste Safety-Car-Phase - Foto: Sutton

Marcus Ericsson: Bis zu meinem Crash in Runde sieben war es ein ziemlich gutes Rennen. Mein Start war okay und ich hatte einen guten Dreikampf mit Chilton und Maldonado. Ich habe versucht, sie mir in Kurve drei zurechtzulegen, aber ich war einfach zu hart am Gas. Das Heck ist ausgebrochen und ich konnte das Auto nicht mehr abfangen. Das war es dann auch schon. Ich bin in der Mauer gelandet. Es war ein ziemlich heftiger Einschlag. Im Medical Center haben sie mir gesagt, dass es ungefähr 20g waren, aber mir geht es gut.


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