Formel 1 - Die Defekt-Serie von Mercedes

Problem mit der Zuverlässigkeit

Abgebrannt, abgeflogen, ausgerollt - Mercedes hat 2014 eine beängstigende Serie an technischen Defekten. Entscheidet dieser Umstand das Titel-Duell?
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Motorsport-Magazin.com - So schnell Mercedes in dieser Saison ist, so anfällig ist der Silberpfeil für Defekte unterschiedlichster Art. Lewis Hamilton musste nach Hockenheim auch in Budapest bereits in Q1 wegen eines technischen Gebrechens aufgeben. Die mangelhafte Zuverlässigkeit der Mercedes macht auch der Teamführung langsam zu schaffen.

"Wir müssen das in den Griff bekommen", forderte Teamchef Toto Wolff nach dem Qualifying zum Ungarn GP. "Wir haben bereits eine Gruppe im Qualitätsmanagement eingesetzt, denn so etwas können wir nicht akzeptieren. Wir haben leider verschiedene Arten von Problemen und es ist nicht immer klar, woher diese kommen. Hin und wieder vom Chassis, aber auch von der Power Unit", führte er aus.

Das ist momentan eine Schwachstelle von uns und daran müssen wir arbeiten.
Nico Rosberg

Auch Nico Rosberg machte sich Gedanken über die Zuverlässigkeit: "Das ist momentan eine Schwachstelle von uns und daran müssen wir arbeiten. Es gibt so viele Komponenten und unsere Defekte hatten ja immer verschiedene Gründe. Langsam kommen einige Teile in den High-Mileage-Bereich, vielleicht bringt das noch ein bis zwei Probleme mehr", analysierte der WM-Spitzenreiter.

Bislang spielten die technischen Probleme allerdings Rosberg mehr in die Karten als Hamilton. "Das war für Lewis bereits der vierte technische Ausfall", analysierte Wolff. Und tatsächlich: In für Qualifying und Rennen entscheidenden Defekten liegt Hamilton derzeit mit 4:2 in Führung. Neben zwei technischen Gebrechen in den Qualis in Hockenheim und Budapest, legte die Technik den Briten an den Rennsonntagen beim Australien GP und in Montreal lahm. Rosberg ereilten in Montreal und Silverstone Defekte, wobei er nur beim Großbritannien GP aufgeben musste.

Motorsport-Magazin.com mit der Auflistung der Defekte des F1 W05 Hybrid:

Australien GP: Erstes Rennen, erster Ausfall

Hamilton endete am Abschleppwagen - Foto: Sutton

Neue Motorengeneration, neues Glück und Mercedes war dick da! Hamilton sicherte sich die Pole Position, doch das Rennen des Briten sollte nicht lange dauern. Schon am Start verlor er seine Führung, fiel immer weiter zurück bis nach nur zwei Runden überhaupt nichts mehr ging und der Brite seine erste Null in dieser Saison anschreiben musste. Der Grund: Fehlzündungen an einem der Zylinder. Mercedes bekam das Problem aber in den Griff und konnte den defekten Motor später sogar wieder verwenden.

Kanada GP: Probleme mit MGU-K

In Montreal schaffte es Hamilton immerhin noch an die Box - Foto: Sutton

Nach fünf Doppelsiegen in Serie kam Mercedes als haushoher Favorit nach Montreal, wo sich Hamilton und Rosberg auch die Plätze in der ersten Startreihe sicherten. Doch gegen Mitte des Rennens versagte bei beiden Autos das MGU-K, was nicht nur zu einem Leistungsverlust führte, sondern auch die Bremsen in Mitleidenschaft zog: Wir hatten durch den MGU-K-Ausfall keine elektrische Bremse mehr, womit die konventionelle Bremse alles abfangen musste. Deshalb haben die Bremsen überhitzt", erklärte Wolff. Hamilton musste nach 46 Runden aufgeben, während Rosberg immerhin einen zweiten Platz retten konnte.

Großbritannien GP: Rosbergs Getriebe streikt

Rosberg stellte in Silverstone ab - Foto: Sutton

Den ersten Ausfall der Saison hatte Rosberg in Silverstone seinem Getriebe zu verdanken. Als WM-Führender hatte er sich die Pole Position gesichert, doch schon in der Aufwärmrunde kündigten sich die Probleme an. Im Rennen meldete Rosberg ab Runde 20 Schwierigkeiten beim Schalten, nach 28 Umläufen musste er seinen Mercedes in der Auslaufzone abstellen. Selbst Tage später rätselte man, was genau kaputt gegangen war.

Deutschland GP: Die geplatzte Bremsscheibe

Hamilton schlug in der Sachs-Kurve ein - Foto: Sutton

Hamilton und Rosberg setzten für das Qualifying in Hockenheim auf Bremsscheiben unterschiedlicher Hersteller. Hamilton entschied sich erst am Samstagmorgen für ein Produkt von Brembo. Während Rosberg mit seinem Fabrikat keine Probleme hatte, zersprang Hamiltons Scheibe nach fünf Runden des Qualifyings beim Anbremsen der Sachs-Kurve in drei Teile. Der Brite flog ab und landete unsanft in den Reifenstapeln. "Dass eine Bremsscheibe bricht, so etwas darf im 21. Jahrhundert nicht passieren", zeigte sich Teamchef Wolff über den Vorfall verärgert. Zu allem Überfluss musste wegen des Einschlags des Autos auch das Getriebe getauscht werden und Hamilton wurde fünf Plätze nach hinten auf P20 gereiht.

Ungarn GP: Hamiltons Auto brennt ab

Hamilton in Budapest on fire - Foto: Sutton

Hamilton war im ersten Qualifying-Abschnitt auf der ersten Out Lap, als plötzlich Rauch aus dem Heck seines Autos aufstieg und wenig später auch schon Flammen an seinem Silberpfeil loderten. Der Brite musste seinen brennenden Boliden am Eingang der Boxengasse abstellen, ohne eine Zeit gesetzt zu haben. Eine Kraftstoffleitung hatte ein Leck, wodurch sich Sprit entzündet hatte. Das Feuer richtete dermaßen großen Schaden an, dass Chassis, Motor und Getriebe getauscht werden mussten und Hamilton das Rennen aus der Boxengasse startete.


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