Formel 1 - Lotus-Piloten sauer: Reifenwahl katastrophal

Qualifying bereits entscheidend

Beim Trainingsfreitag zum Ungarn GP landete Lotus erwartungsgemäß im Niemandsland. Verschiedene Settings brachten keinen Erfolg, gute Ergebnisse scheinen passé.
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Motorsport-Magazin.com - Die Lotus-Misere der Saison 2014 fand auch in den ersten beiden Freien Trainings zum Ungarn GP ihre Fortsetzung. Mit über 2,5 Sekunden Rückstand auf den Tagesschnellsten Lewis Hamilton landeten Pastor Maldonado und Romain Grosjean mit den Rängen sechzehn und siebzehn abgeschlagen im hinteren Mittelfeld. Außer der obligatorischen Zeitenverbesserung zur zweiten Session scheint dabei nicht viel Positives aus dem Tagwerk der Hinterbänkler hervorgegangen zu sein. Entsprechend geknickt gaben sich angesichts der erneut düsteren Prognosen für den Rest des Wochenendes dann auch die beiden Piloten.

Wir hatten heute Morgen ein Wasserleck und ich konnte dreimal nur eine Runde bei meinen Runs fahren
Romain Grosjean

"Meine beiden Sessions waren nicht die besten", nennt Grosjean das Offensichtliche. Jedoch hatte der Franzose auch Pech mit der Zuverlässigkeit seines E22, was ihn performancetechnisch dann auch ein wenig zurückwarf: "Wir hatten heute Morgen ein Wasserleck, das sich über den Nachmittag durchzog. So konnte ich dreimal nur eine Runde bei meinen Runs fahren. Das war sicherlich ein bisschen knifflig, aber die Rundenzeiten sahen meiner Meinung nach sogar besser aus, als auf dem Papier zu vermuten war." Zum Tagwerk des lediglich um zwei Tausendstelsekunden schnelleren Teamkollegen fällt Grosjean ebenfalls ein wenig ermutigendes Fazit: "Pastor war heute Morgen auf einem anderen Setup unterwegs und sah mit den Änderungen gar nicht glücklich aus. Immerhin haben wir das ganze Programm abgedeckt, und wissen nun, in welche Richtung wir nicht gehen dürfen."

Harte Reifen als große Problemzone

Da auf dem nicht gerade als 'Überholstrecke' bekannten Kurs nahe Budapest das Qualifying bereits massiv über Wohl und Wehe am Sonntag entscheiden kann, steht Fahrern und Team noch eine lange Nacht bevor. Um bereits im dritten Freien Training am Samstagvormittag näher bei der Musik zu sein, braucht Lotus jedoch ein kleines Setup-Wunder. "Wir haben festgestellt, dass kleine Unterschiede bei den Konfigurationsdaten große Unterschiede bei der Rundenzeit ausgemacht haben", erklärt Grosjean. Um die beiden Boliden in Hinsicht auf eine schnelle Runde besser und konstanter zu machen, gelte es nun also, die richtigen Stellschrauben in die richtige Richtung zu drehen. "Wir haben Ideen für morgen und das ist zumindest ermutigend. Jetzt müssen wir erst einmal hart arbeiten, und dann sehen wir, was noch möglich ist."

Pastor Maldonado und Alan Permane haben noch viel zu besprechen - Foto: Sutton

Auch Maldonado ist von seiner enttäuschenden Platzierung nicht besonders angetan. Immerhin blieb der Venezolaner jedoch von jeglichen Defekten verschont, weswegen er mit 68 Runden auf insgesamt 30 Umläufe mehr kam als sein Teamkollege. Einig waren sich die beiden Lotus-Piloten hinsichtlich der Pirelli-Reifenwahl für das Rennwochenende, die sie als inakzeptabel deklarierten: "Der Mediumreifen ist für diese Strecke die komplett falsche Wahl, denn er ist viel zu hart und nur unglaublich schwierig auf Temperatur zu bringen", wettert Maldonado gegen den italienischen Hersteller. "Wir sind in Ungarn früher immer mit der selben Reifen-Spezifikation wie in Monaco gefahren, deshalb verstehe ich den Wechsel zur härteren Mischung überhaupt nicht. Wir verlieren enorm viel Zeit, haben keinen Grip, rutschen herum. Das ist eine Katastrophe."

Für morgen müssen wir das Reifen-Problem in den Griff kriegen, sonst wird es sehr eng
Pastor Maldonado

Auch abseits der Reifenproblematik findet der immer noch punktelose Maldonado nicht viel Positives für sein Resümee: "Der Tag war nicht schlecht, aber natürlich auch nicht gut. Am Morgen lief es mit Platz vierzehn und der persönlichen Bestzeit auf gebrauchten Reifen gar nicht mal so mies, aber am Nachmittag hat bei uns gar nichts mehr funktioniert. Wir haben Setup-Technisch viel probiert, jedoch keinen passenden Ansatz gefunden." Vor allem die optimale Einstellung der Radaufhängung seines E22 machte dem Venezolaner schwer zu schaffen - in Kombination mit den zu harten Reifen und der rutschigen Strecke eine Katastrophe: "Für morgen müssen wir dieses Problem in den Griff kriegen, sonst wird es im auf dieser Strecke bereits vorentscheidenden Qualifying für uns richtig eng. Immerhin soll es morgen warm werden, weswegen wir mit den weichen Reifen auf eine schnelle Runde weitaus weniger Probleme haben sollten."


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