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Formel 1 - Ungarn-Vorschau: Team für Team

Schwitzen vor der Sommerpause

Bevor sich die Formel 1 in den Urlaub verabschiedet, werden auf dem Hungaroring noch einmal Punkte vergeben. Motorsport-Magazin.com blickt voraus.
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Motorsport-Magazin.com - Nur eine Woche nach dem Großen Preis von Deutschland steht in Ungarn das nächste Rennen auf dem Programm. Traditionell dürfte es auf dem Hungaroring zu einer Hitzeschlacht mit wenigen Überholmanövern kommen. Motorsport-Magazin.com liefert die Kompaktvorschau mit allen Teams.

Mercedes

Nico Rosberg führt die Weltmeisterschaft an - Foto: Sutton

Das Titelduell zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton geht in die nächste Runde. Nach Rosbergs Heimsieg in Hockenheim liegt er nun 14 Punkte voran. Hamilton konnte seinerseits nach dem Bremsdefekt im Qualifying nicht weniger als 17 Plätze gut machen und betrieb als Dritter Schadensbegrenzung. "Im Moment macht es wirklich Spaß zu fahren und ich denke, dass es in Ungarn wieder gut wird", freut sich Rosberg auf die nächste Herausforderung. Eine Herausforderung ist für Hamilton die ganze Weltmeisterschaft. "Aber so liebe ich es", betont der Brite, der in Ungarn bereits vier Mal gewann. "Ich würde es nicht anders wollen."

Red Bull

Haben die Motorprobleme bei Red Bull ein Ende? - Foto: Sutton

Red Bull verpasste in Hockenheim zwar das Podium, dafür kamen Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel ohne technische Probleme durch das Rennen - in diesem Jahr keine Selbstverständlichkeit. Weil der Renault-Motor noch immer nicht auf dem Niveau der Mercedes-Power-Unit ist, könnte der kurvenreiche Hungaroring Red Bull besser als die letzten Strecken liegen, Aerodynamikgenie Adrian Newey sei Dank. "Ich habe in Budapest noch nie gewonnen, das steht also noch auf meiner To-Do-Liste", sagt Vettel, der aber wohl nur im Falle technischer Schwierigkeiten der Konkurrenz ernsthafte Siegchancen hat.

Williams

Felipe Massa legte in Hockenheim den Abflug des Rennens hin - Foto: Sutton

Dank Valtteri Bottas' dritter Podiumfahrt in Folge ist es Williams gelungen, Ferrari in der Konstrukteurs-Wertung zu überholen und sich auf den dritten Platz nach vorne zu schieben. Während der Finne auf einer Welle des Erfolgs reitet, kommt Felipe Massa einfach nicht in Schwung: Wie in Silverstone wurde er auch in Hockenheim bereits in der ersten Runde aus dem Rennen gerissen. Möchte Williams, wie es der Plan des Teams ist, auch das 67 Punkte voranliegende Red-Bull-Team überflügeln, wird es notwendig sein, dass auch der Brasilianer vermehrt anschreibt.

Ferrari

Kimi Räikkönen wurde in die Zange genommen - Foto: Sutton

Dass Ferrari von Williams überholt wurde, liegt nicht zuletzt am Umstand, dass Fernando Alonso in Hockenheim wieder einmal auf sich allein gestellt war, was das Sammeln von Punkten betraf. Kimi Räikkönen blieb nach einer Kollision mit Lewis Hamilton hingegen außerhalb der Top-10, was wiederum Jacques Villeneuve in seiner Sicht der Dinge bestätigt haben dürfte, der gegenüber Motorsport-Magazin.com sagte: "Man kann nicht ständig unterperformen wie er es tut und immer noch gedeckt werden. Er hat einen Bonus, den ich nicht verstehe." Da aufgrund der kurzen Pause zwischen Deutschland und Ungarn mit keinen Verbesserungen zu rechnen ist, dürfte Ferraris Rückstand auf Williams wohl eher anwachsen, als dass die Scuderia an der Konkurrenz aus Grove wieder vorbeigeht.

Force India

Nico Hülkenberg hamstert Punkte - Foto: Sutton

Stattliche 39 Punkte mehr als zum selben Zeitpunkt der Vorsaison hat Force India auf dem Konto, was in erster Linie auf Nico Hülkenbergs Konstanz zurückzuführen, der bislang in jedem Rennen punktete. "Das Wetter ist immer heiß, was uns für gewöhnlich hilft, außerdem hat unser Auto auf Strecken mit langsamen Kurven gut funktioniert, das ist ein gutes Zeichen", freut sich der Deutsche auf den elften Saisonlauf.

McLaren

McLaren ist das erfolgreichste Team in Budapest - Foto: Sutton

Zwei Punkte hinter Force India rangiert McLaren. Kevin Magnussen und Jenson Button waren mit ihren Rennen in Hockenheim gleichermaßen unzufrieden, da der Däne in der ersten Kurve mit Felipe Massa kollidierte und der Brite mit Landsmann Lewis Hamilton zusammenstieß. Wenn schon die Performance nicht zufriedenstellend ist, macht immerhin die Statistik Mut. Diese weist für McLaren elf Siege in Budapest aus, womit man erfolgreicher als jedes andere Team ist.

Toro Rosso

Daniil Kvyat fackelte in Hockenheim ab - Foto: Sutton

Ganz anders als für McLaren stellt Ungarn für Toro Rosso keineswegs ein erfolgreiches Pflaster dar, lediglich im Jahr 2011 holte die Nachwuchsmannschaft von Red Bull Punkte. "Das ist ein wichtiges Rennen, weil danach die Sommerpause kommt. Wenn du dich gut schlägst, kannst du den Urlaub mehr genießen", weiß Jean-Eric Vergne. Der Franzose steht durchaus unter Erfolgsdruck, weil sich beständig das Gerücht hält, Carlos Sainz Junior könnte in der nächsten Saison sein Cockpit übernehmen.

Lotus

Lotus kommt nicht vom Fleck - Foto: Sutton

Ob mit oder ohne FRIC, Lotus ist weiterhin kaum konkurrenzfähig, weshalb beim Team aus Enstone die sportlichen Themen derzeit etwas in den Hintergrund gerückt sind. Dafür bastelt man auf personeller Ebene an der Zukunft, denn so bestätigte Teamchef Gerard Lopez bereits, dass Pastor Maldonado auch 2015 für Lotus an den Start gehen wird. Ob der Teamkollege des Venezolaners dann noch Romain Grosjean heißt, steht allerdings in den Sternen. Der Franzose ist es leid, im grauen Mittelfeld zu kämpfen. "Mein Plan ist, ein Rennen zu gewinnen", bringt er es auf den Punkt. "Mit einem Team, das mir ein siegfähiges Auto gibt."

Marussia

Jules Bianchis Punkte aus Monaco sind Gold wert - Foto: Sutton

Noch immer hält sich Marussia tapfer auf dem neunten Platz der Konstrukteurswertung. Zu verdanken ist dies einerseits Jules Biachis neuntem Rang in Monaco, aber auch die chronische Erfolgslosigkeit von Sauber spielt den Hinterbänklern in die Karten. Dass das Punktekonto in Budapest Zuwachs erhält, gilt aber als unwahrscheinlich, denn die Chance auf ein Regenrennen ist gering.

Sauber

Sauber ist gegen die Konkurrenz chancenlos - Foto: Sutton

Wirklich rechnet man bei Sauber zwar nicht damit, aber es wäre für das Team in dieser völlig verkorksten Saison eine willkommene Überraschung, könnte man doch noch vor der Sommerpause die Null vom Konto vertreiben und damit etwas beruhigter in den Urlaub gehen. "Ich hoffe auf ein tolles Rennen und ein gutes Resultat", sagt Adrian Sutil, der mittlerweile gemeinsam mit seinem Boliden dem angestrebten Idealgewicht nahegekommen ist.

Caterham

Caterham will sich in die Sommerpause retten - Foto: Sutton

Mindestens genauso sehr wie Sauber, sehnt Caterham die Sommerpause herbei. Das Team arbeitet nach dem Besitzerwechsel mit Hochdruck an neuen Teilen, die aufgrund der Kürze der Zeit aber nicht in Budapest zum Einsatz kommen werden. Ob sich die Performance durch die Weiterentwicklungen verbessert, wird man erst in Spa-Francorchamps, beim ersten Rennen nach der Sommerpause, sehen.


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