Formel 1 - Land & Leute: Zu Gast in Ungarn

Die Finnen sind los!

Die Deutschen hatten ihr Heimrennen, jetzt sind die Finnen dran - auch wenn sie dazu in ein fremdes Land reisen müssen.
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Motorsport-Magazin.com - Ungarn, Hungary, Magyar. Die landessprachliche Bezeichnung der Ungarn für ihr Land weicht stark von den ausländischen Namen ab. Das Wort Magyar wurde schon im 9. und 10. Jahrhundert verwendet und ist wohl eine Kombination aus magy und er(i), was beides so viel wie "Mensch, Mann, Geschlecht" bedeutet. Die Sprache selbst gehört zum finno-ugrischen Zweig der uralischen Sprachen und ist die einzige nicht-indogermanische Sprache, die im mitteleuropäischen Raum gesprochen wird.

Näher komme ich nicht an einen Heim GP, außer Bernie hat noch eine Überraschung parat
Kimi Räikkönen

Und tatsächlich machen sich seit Jahren unzählige finnische F1-Fans auf den Weg nach Budapest, um dort ihre Landsleute auf dem Hungaroring anzufeuern. In diesem Jahr dürfen sich Valtteri Bottas und Kimi Räikkönen auf ihr Quasi-Heimrennen freuen. "Das Rennen wird oft als Finnland GP bezeichnet. Viele meiner Landsleute säumen die Tribünen, es ist schön die blau-weißen Flaggen zusammen mit den roten Ferrari-Flaggen zu sehen. Näher komme ich nicht an einen Heim GP, außer Bernie hat noch eine Überraschung parat", erklärte Räikkönen mit einem Schmunzeln.

Die finnischen Flaggen gehören in Budapest dazu - Foto: Sutton

Aber nicht nur auf der Strecke geht es sprichwörtlich heiß her, sondern auch abseits davon. Budapest bietet eine breite Palette an kulturellen Highlights, sehenswerte Architektur und ein abwechslungsreiches Nachtleben. Wer in einem der vielen Cafés oder Restaurants am Straßenrand Platz nimmt, wird nicht lange darauf warten müssen, dass er von Straßenmusikanten mit deren Violinen-Klängen umschwärmt wird.

Was die gebotenen kulinarischen Genüsse angeht, so sollten sich die Gäste jedoch in Acht nehmen. Besonders für Vegetarier ist Budapest ein riesiges Brachland, denn die ungarische Küche strotzt nur so vor Fleisch und Fett. Wer lieber Einkaufen geht, für den ist die Váci utca die Königin unter den Einkaufsstraßen. In der Fußgängerzone zwischen Vörösmarty tér und Szabad Sajtó út findet man Filialen sämtlicher internationalen Modedesigner, dazu Geschäfte für Sport und Freizeit, Leder und Schuhe. Kurzum: Alles was das Herz begehrt und den Geldbeutel hungern lässt.

Jeden Tag genießen dürfen dieses Ambiente die knapp zwei Millionen Einwohner der Hauptstadt, die damit jeden fünften Ungarn beheimatet. Von den etwa 20 Millionen Touristen, die jährlich nach Ungarn reisen, statten mehr als die Hälfte Budapest einen Besuch ab. Für die meisten von ihnen gilt die Stadt als die schönste Metropole an der Donau.

Aufstieg zur Metropole

Zur Metropole von Weltformat stieg Budapest allerdings erst nach dem Beginn der österreichisch-ungarischen Doppelmonarchie 1867 auf. So wurden sechs Jahre danach 1873 die beiden Orte Buda und Pest sowie eine dritte Ortschaft namens Óbuda zur gemeinsamen Stadt Budapest vereinigt. Bis zur Jahrhundertwende 1900 verdreifachte sich die Einwohnerzahl von 300.000 auf fast eine Million.

Nach der deutschen Besatzung im Jahre 1944 übernahm die Sowjetunion die Kontrolle über Ungarn, was bis zum Fall des eisernen Vorhangs 1989 anhalten sollte. Neben Berlin und Warschau wurde Budapest im Zweiten Weltkrieg am stärksten in Mitleidenschaft gezogen. Alle Donaubrücken wurden gesprengt. Weitere Zerstörungen erlitt die Stadt bei der Niederschlagung der Revolution 1956. Noch heute kann man an manchen alten Fassaden, vor allem in der Pester Innenstadt, Einschusslöcher entdecken.

Eines der Wahrzeichen der Stadt ist die Kettenbrücke, welche die beiden Donauufer miteinander verbindet und zwischen 1839 und 1849 erbaut wurde. Zudem lohnt sich ein Besuch des barocken Königsschlosses, das auf der Buda-Seite über der Stadt thront. Das enge Burgviertel und die Uferzone wurden von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt. Städtebaulich großzügiger präsentieren sich klassizistische Prachtbauten, Grünanlagen und Boulevards auf der Seite der Pest-Ebene.

Die Donau teilt Budapest. - Foto: Sutton

Neben der Donau als Handelsstraße verhalfen vor allem die zahlreichen heißen Quellen der Stadt beim Aufstieg zum wirtschaftlichen und kulturellen Zentrum des Landes. Ungarns Hauptstadt trägt auch den Titel Bad Budapest. Schließlich sprudeln hier 123 Thermalquellen - zwischen 20 und 76 Grad warm - aus bis zu 1.250 Metern Tiefe jeden Tag 70 Millionen Liter Wasser empor. Das interessanteste ist das Gellért-Bad, an dessen Stelle bereits im 13. Jahrhundert ein Thermalbad stand.

Eines der beliebtesten Fotomotive ist das Parlament mit der majestätischen Donau, das zahlreiche Reiseführer und Stadtpläne schmückt. Der Bau des Orszáház (Haus des Landes) dauerte von 1884 bis 1902. In den fast 700 Räumen wurden 22 Kilo Blattgold zur Dekoration verwendet. Das Gebäude verfügte auch über die erste Klimaanlage in Europa. Vielleicht war es den finnischen Besuchern hier im Sommer einfach zu warm...


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