Formel 1 - Mercedes: Von FRIC-Verbot profitieren

Rosbergs Getriebedefekt geklärt

Das FRIC-Verbot soll Mercedes einbremsen? Toto Wolff will das Gegenteil, will davon profitieren. Am Silberpfeil gibt es einige neue Teile in Hockenheim.
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Motorsport-Magazin.com - In Hockenheim hat es sich ausgeFRICt. Nachdem Charlie Whiting die Teams nach dem Großbritannien GP darüber informiert hat, das vernetzte Fahrwerk ab sofort als illegal anzusehen, wird es wohl kein Team in Hockenheim riskieren, mit dem sagenumwobenen Fahrwerk an den Start zu gehen.

Mercedes wird definitiv nicht mit FRIC starten. Dabei gilt der F1 W05 als eines jener Autos, das am meisten von dieser Technik profitierte. Mercedes tüftelt bereits seit Jahren an dieser Technologie, hat sie seit der vergangenen Saison erst so richtig zum Funktionieren gebracht und erntet nun die Früchte der Arbeit. Ein perfekt ausgelegtes FRIC-Fahrwerk in Verbindung mit guter Aerodynamik war bislang Mercedes' großer Vorteil gegenüber den Kundenteams, die schließlich ebenfalls von der überragenden Power Unit profitieren.

Ich habe meine Meinung zu Änderungen während der Saison, aber die ist hinfällig. Jetzt müssen wir versuchen, einen Vorteil daraus zu ziehen.
Toto Wolff

Nicht wenige vermuten deshalb die Konkurrenz hinter dem FRIC-Verbot. Mercedes sollte ausgebremst werden. Mercedes Motorsportchef Toto Wolff ist von der Änderung während der Saison nicht besonders begeistert. "Es hat keinen Sinn sich darüber zu beschweren, man muss sich jetzt am besten darauf einstellen", so der Österreicher. "Ich habe meine Meinung zu Änderungen während der Saison, aber die ist hinfällig. Jetzt müssen wir versuchen, einen Vorteil daraus zu ziehen."

Und auch an anderen Technik-Fronten gibt es bei den Silberpfeilen Neuigkeiten. So wurde nun endgültig die Ursache für Nico Rosbergs Getriebedefekt in Silverstone herausgefunden. Schon an diesem Wochenende in Hockenheim sollen neue Teile im Getriebe verbaut sein, damit solche Defekte nicht noch einmal passieren.

Zuverlässigkeits-Marge erweitert

Das Getriebe streikte bei Mercedes zum ersten Mal in dieser Saison. Doch andere Bauteile sorgten bereits ebenfalls für Sorgenfalten. In Melbourne musste Lewis Hamilton das Rennen aufgeben, weil sein Verbrennungsmotor nur auf fünf Zylindern lief, in Kanada überhitzte bei beiden Boliden ein Steuergerät, was eine Kettenreaktion auslöste und letztendlich Hamilton zur Aufgabe zwang und Rosberg den Sieg kostete.

Mit den Bremsen konnte sich Rosberg nicht anfreunden - Foto: Sutton

Bei aller Dominanz muss sich Mercedes die Frage gefallen lassen, wieso es trotz nahezu endlos großem Vorsprung immer wieder zu Ausfällen kommt - man müsste schließlich nicht ans Limit gehen. Wolff verteidigt sein Team: "Es gibt immer Margen, die wir einhalten müssen, um das Auto ins Ziel zu bringen. Die gibt es bei jedem Team. Nach den Defekten in Kanada haben wir die Margen vergrößert."

Nicht nur an der Zuverlässigkeit wurde gearbeitet. Seit Saisonbeginn hadert Rosberg mit den Bremsen des F1 W05 Hybrid, bekommt einfach kein richtiges Gefühl für die Karbonscheiben. Inzwischen ist eine neue Generation nach monatelanger Fertigungsphase im Autoklaven fertiggestellt. Rosberg kam bereits bei den Testfahrten nach dem Großbritannien GP in den Genuss der neuen Teile.

Ob sie in Deutschland zum Einsatz kommen werden, steht aber noch nicht fest. Weil der Test in Silverstone stattfand und auf dem Hochgeschwindigkeitskurs die Bremsen nahezu nicht belastet werden, sind die Schlüsse, die er daraus ziehen konnte, wenig wertvoll. Auf dem Hockenheimring werden deshalb am Freitag noch einmal verschiedene Bremsen um Einsatz kommen, um eine endgültige Entscheidung für den Rest des Wochenendes treffen zu können.


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