Formel 1 - Vorschau: Großer Preis von Deutschland

Titelkampf und FRIC-Problematik

Die Formel 1 macht auf dem Hockenheimring Station. Der Titelkampf zwischen Nico Rosberg und Lewis Hamilton spitzt sich zu.
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Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 feiert in Hockenheim Saisonhalbzeit und präsentiert sich an der Spitze so spannend wie selten zuvor in diesem Jahr. Die Mercedes-Piloten Nico Rosberg und Lewis Hamilton werden nach dem Ausfall des Deutschen und dem Sieg des Briten in Silverstone nur mehr durch vier Punkte getrennt, sodass ein Führungswechsel in der Gesamtwertung bei entsprechendem Ausgang des Rennens möglich ist.

Ich habe bewiesen, dass ich eine gute Pace besitze und ich weiß auch, dass ich vorne sein kann
Lewis Hamilton

"Ich habe bewiesen, dass ich eine gute Pace besitze und ich weiß auch, dass ich vorne sein kann, wenn ich eine gute Leistung zeige", hat Hamilton in Silverstone viel Selbstvertrauen getankt, der bereits zwei Mal auf deutschem Boden gewann, in Hockenheim letztmalig 2008.

Rosberg verbindet mit der Strecke in Baden-Württemberg ebenfalls gute Erinnerungen. "Hockenheim ist die Strecke, auf der ich im Verlauf meiner Karriere in den Nachwuchsserien die meisten Rennen gewonnen habe", betont er. "Natürlich würde ich meiner Liste gerne bald einen Formel 1-Sieg hinzufügen."

Spielt das Wetter nicht verrückt und hält die Technik - Mercedes will eine Lösung für Rosbergs Getriebeproblem gefunden haben -, sollten die Silberpfeile der Konkurrenz auch in Hockenheim deutlich überlegen sein und den neunten Saisonsieg einfahren können.

Williams war zuletzt schneller als Red Bull - Foto: Sutton

Williams gegen Red Bull

Hinter Mercedes mauserte sich zuletzt Williams zur zweiten Kraft. Valtteri Bottas stand sowohl in Silverstone als auch in Österreich auf dem Podium und Felipe Massa hofft nach seinem Unfall mit Kimi Räikkönen ebenfalls auf ein Spitzenergebnis. Räikkönen, der die Testfahrten aufgrund des heftigen Crashs ausließ, ist in Hockenheim seinerseits wieder einsatzfähig.

Red Bull versucht indessen bei Sebastian Vettels Heimspiel, Williams die Nummer-zwei-Position wieder abspenstig zu machen. Der Heppenheimer kam in Silverstone einmal mehr hinter Teamkollege Daniel Ricciardo ins Ziel und liegt nun schon 28 Punkte hinter dem Australier zurück. "Das Ziel ist das Podium", hofft Vettel, das Ruder herumreißen zu können.

Nico Hülkenberg, der dritte Lokalmatador im Bunde, ist neben Fernando Alonso der einzige Pilot im Feld, der in jedem Saisonrennen punktete. "Was die Performance in Deutschland betrifft, bin ich positiver gestimmt, vor allem aufgrund der Rückkehr der weichen und superweichen Reifen", glaubt der Force-India-Pilot an ein besseres Ergebnis als in Silverstone, wo er Achter wurde.

Hülkenberg nimmt die nächsten Punkte ins Visier - Foto: Sutton

Von einem achten Rang kann Adrian Sutil hingegen vermutlich nur träumen. Sauber steht nach neun Grands Prix noch immer ohne Punkte auf dem Konto da und daran wird sich angesichts der mageren Performance des C33 wohl auch in Hockenheim nichts ändern.

Verzicht auf FRIC?

Neben dem Titelkampf ist das Verbot des FRIC-Systems das beherrschende Thema rund um den Großen Preis von Deutschland. Die FIA erachtet die Vorrichtung, die dazu beiträgt, dass das Auto stets in der optimalen Position gehalten wird, nunmehr als illegal, da es als bewegliches aerodynamisches Hilfsmittel eingestuft wird.

Es gilt als wahrscheinlich, dass alle Teams vom Einsatz des FRIC-Systems in Hockenheim absehen werden, um möglichen Protesten anderer Rennställe zu entgehen. Hätten sich die Teams einstimmig darauf geeinigt, das System bis Ende der Saison zu verwenden, hätte die FIA diesem Plan zugestimmt. Ein Konsens wurde jedoch nicht erzielt, da vor allem die kleinen Rennställe für ein FRIC-Verbot sind.

McLaren beabsichtigt momentan nicht, ein FRIC-Aufhängungssystem beim Deutschland GP einzusetzen
McLaren

McLaren bestätigte gegenüber Motorsport-Magazin.com bereits, FRIC beim Deutschland GP nicht zu verwenden und sich damit dem FIA-Reglement zu fügen. Das Verbot dürfte Mercedes und Red Bull am härtesten treffen, da diese Teams die Entwicklung des Systems am intensivsten vorantrieben.

Ein mögliches Szenario wäre, das System am Donnerstag vor dem Rennwochenende von den Stewards auf seine Legalität überprüfen zu lassen. Sollte das jeweilige Konzept als illegal eingestuft werden, könnte es vor dem ersten Training am Freitag entfernt werden.


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