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Formel 1 - Kommentar: 18-Zoll-Reifen - Sinn oder Unsinn?

Es gibt wichtigere Themen

Alles dreht sich momentan um die 18-Zoll-Reifen - aber würde eine Einführung der größeren Pneus die F1 tatsächlich voranbringen?
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Motorsport-Magazin.com - Zugegeben, die 18-Zoll-Reifen von Pirelli sahen am Lotus von Charles Pic nicht schlecht aus. Der Franzose drehte in Silverstone mit den ungewohnt großen Pneus seine Runden und kam damit als erster Pilot in den Genuss jenes Gefühls, das ab 2016 oder 2017 für alle Fahrer zum Standard werden könnte. Dann nämlich, wenn die Entscheidungsträger der Formel 1 einen Wechsel von den aktuellen 13-Zoll-Reifen zu ihren größeren Pendants als sinnvoll erachten.

Unsere Autos sind nicht für diese Reifen gemacht
Charles Pic

Aber macht ein solcher Wechsel wirklich Sinn? In der Formel 1 wird momentan von nichts anderem als dem großen Sparen gesprochen - wie ließe sich das mit der Einführung der neuen Reifen vereinen? Nicht nur auf Pirelli kämen stattliche Kosten zu, auch die zumeist klammen Teams müssten einiges investieren, um ihre Boliden fit für die 18-Zöller zu machen. "Unsere Autos sind nicht für diese Reifen gemacht", betonte Pic. Vor allem die Auswirkungen auf die Aerodynamik sind dramatisch.

Anderseits könnten sich die Mehrausgaben für alle Seiten lohnen. Für Pirelli wäre die Werbung wohl unbezahlbar und auch der Formel 1 stünden positive Schlagzeilen nicht schlecht zu Gesicht, nachdem man sich seit Monaten ununterbrochener Kritik ausgesetzt sieht. Die Mehrheit der Fans würde die Einführung der 18-Zoll-Walzen jedenfalls begrüßen, wie aus der aktuellen Umfrage auf Motorsport-Magazin.com hervorgeht.

13 oder 18 Zoll? - Foto: Pirelli

Nicht vergessen werden sollte bei allem Für und Wider jedoch, dass die Reifen kein Thema sind, das höchste Priorität genießen darf. Egal ob 13 oder 18 Zoll, die Formel 1 würde weder ein Wechsel noch die Beibehaltung des aktuellen Maßes in ihren Grundfesten erschüttern. Die Diskussion rund ums schwarze Gold sollte nicht die wirklich wichtigen Themen überlagern, sei es die Einführung einer Budgetgrenze oder die Abschaffung der unsinnigen doppelten Punkte beim Saisonfinale.

Betrachten wir die Thematik also vorerst als vorgezogene Sommerlochdiskussion, die niemandem weh tut und den ansonsten eher langweiligen Testfahrten einen interessanten Touch verliehen hat.


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