Formel 1 - Silverstone, Tag 1: Massa gibt den Ton an

Flaggenfest: Franzosen sehen Rot

Auftakt der Testfahrten in Silverstone: kleine Aufmunterung für Unfallopfer Felipe Massa, Jules Bianchi bereitet sich auf Ferrari vor und Franzosen sehen Rot.
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Motorsport-Magazin.com - Kaum Verschnaufpause für die Formel-1-Fahrer: Nur zwei Tage nach dem Großbritannien Grand Prix ging es weiter mit der Action in Silverstone. Auf dem Plan stehen die dritten Testfahrten während der laufenden Saison. Zum Auftakt der zweitägigen Tests fuhr Felipe Massa an die Spitze der Zeitentabelle. Der Brasilianer hatte die Bestzeit von 1:35.242 Minuten in den Mittagsstunden erzielt und sich nicht mehr von Platz eins schupsen lassen. Ein kleiner Trost, nachdem Massa am Sonntag schon in der ersten Rennrunde ausgefallen war.

Daniel Ricciardo ordnete sich mit einer persönlichen Bestzeit von 1:35.248 Minuten auf dem zweiten Platz ein. Erst in den Schlussminuten zog der junge Australier das Tempo an und war am Ende gerade einmal 0,006 Sekunden langsamer als Massa. Ricciardo ließ es im Red Bull etwas ruhiger angehen und markierte erst nach einigen Stunden seine erste Rundenzeit. Insgesamt spulte er 72 Runden im RB10 ab.

Auf dem dritten Platz ordnete sich Massas Renn-Leidensgenosse ein: Nico Rosberg. Der WM-Spitzenreiter hatte das Rennen wegen eines technischen Defekts an seinem Silberpfeil aufgeben müssen. Rosbergs persönliche Bestzeit am Dienstag bei kühlen, aber durchweg trockenen Temperaturen: 1:35.573 Minuten und damit etwa drei Zehntelsekunden langsamer als Massa. Der Mercedes F1 W05 war den Tag über mit grüner Flow-Vis Farbe angepinselt. Überall im Feld waren zahlreiche Messgeräte an den Autos zu sehen.

Rosberg: Silberpfeil mit Grünstich - Foto: Sutton

Fleißbienchen Bianchi

Hinter Adrian Sutil (1:35.674) tauchte ein Marussia an der fünften Stelle des Gesamtklassements auf. Am Steuer saß Jules Bianchi, der nicht nur schnell, sondern auch ausdauernd war. Der junge Franzose benötigte 1:36.148 Minuten für seine beste Runde auf dem Silverstone Circuit und war nebenbei auch der fleißigste Pilot des Tages mit 108 abgespulten Runden. Vorbereitung für das Highlight? Am Mittwoch darf er in den Ferrari steigen, als Ersatz für den verletzten Kimi Räikkönen. "Das war ein guter Tag, obwohl bei uns vorzeitig Schluss war, wir hatten ein Feuer am Auto", so Bianchi, der den verpflichtenden Reifen-Test für Pirelli absolvierte.

Hinter Stoffel Vandoorne im McLaren und Sergio Perez reihte sich Jean-Eric Vergne auf dem achten Platz ein. Ein Franzose sieht Rot! Der Toro-Rosso-Pilot sorgte im Alleingang für reichlich Abwechslung - zur Mittagszeit löste er zum ersten Mal rote Flaggen aus, vermutlich wegen eines technischen Problems. Gegen 15:00 Uhr deutscher Zeit sorgte Vergne für die zweite Unterbrechung und nur eine Stunde später noch ein drittes Mal.

Jean-Eric Vergne sorgt für reichlich Action - Foto: Sutton

Bianchi: Keine Lust mehr?

Vergne spielte nicht allein den Matador, Landsmann Bianchi sorgte 40 Minuten nach Vergne für die insgesamt sechste und letzte Unterbrechung des Tages. Zweimal war wegen Teilen auf der Strecke unterbrochen worden. "Vielleicht hatte er nach 108 Runden keine Lust mehr", scherzte Marussia-Geschäftsführer Graeme Lowdon im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com ohne den genauen Grund für Bianchis Ausfall zu kennen.

Pastor Maldonado (1:37.131) fuhr auf Platz acht. "Die Zuverlässigkeit war gut und wir konnten unser komplettes Programm durchziehen", so der Venezolaner in Diensten von Lotus. "Wir hatten einen neuen Motor im Auto, der sich etwas stärker anfühlte. Das ist positiv mit Blick auf die Zukunft."

Pastor Maldonado testete neue Reifen für Pirelli - Foto: Sutton

Pedro de la Rosa durfte wieder einmal ins Ferrari-Cockpit steigen und fuhr den F14 T auf platz neun. "Nach all der Arbeit im Simulator war es schon, mal wieder das aktuelle Auto zu fahren", sagte F1-Veteran de la Rosa. "Wir haben viel an Rennsimulationen gearbeitet und hatten immer viel Sprit an Bord, um so viel wie möglich über die neuen Reifen zu lernen." Schlusslicht des Tages war Nachwuchsfahrer Will Stevens, der kurzfristig für Caterham zum Einsatz kam.

Bianchi hängt am Haken - Foto: Sutton

Premiere für 18-Zöller

Am Mittwoch steht der zweite und letzte Tag der Testfahrten auf der Insel auf dem Programm. Alle Augen auf Lotus: Charles Pic greift ins Lenkrad des Lotus E22-Boliden und testet zum ersten Mal die neuen 18-Zoll-Räder von Pirelli. Der Franzose wird wohl einige Runden auf den Demoreifen drehen und dann zum normalen Programm zurückkehren.

Sebastian Vettel übernimmt das Steuer von Daniel Ricciardo und auch Silverstone-Sieger Lewis Hamilton greift ins Geschehen ein. Bianchi darf anstelle von Kimi Räikkönen für Ferrari ran, nachdem sich der Finne bei seinem Unfall am Sonntag leichte Verletzungen am linken Knöchel zugezogen hatte.

Das Test-Lineup für Silverstone

Team Dienstag Mittwoch
Red Bull Daniel Ricciardo Sebastian Vettel
Mercedes Nico Rosberg Lewis Hamilton
Ferrari Pedro de la Rosa Jules Bianchi
Lotus Pastor Maldonado Charles Pic
McLaren Stoffel Vandoorne Kevin Magnussen
Force India Sergio Perez Daniel Juncadella
Sauber Adrian Sutil Giedo van der Garde
Williams Felipe Massa Valtteri Bottas
Toro Rosso Jean-Eric Vergne
Marussia Jules Bianchi Max Chilton
Caterham Will Stevens Rio Haryanto

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