Formel 1 - Großbritannien GP: Die Stimmen nach dem Rennen

Glück und Pech nah beisammen

Der Großbritannien GP war ein Spektakel nach Maß. Motorsport-Magazin.com hat die Reaktionen der Fahrer gesammelt.
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Motorsport-Magazin.com - Lewis Hamilton: "Ein Sieg vor den heimischen Fans ist das schönste Gefühl überhaupt. Nico fuhr zu Beginn des Rennens einen recht großen Vorsprung heraus. Aber ich gab weiter alles und war mit meiner Pace zufrieden. Wir dehnten meinen ersten Stint aus und wechselten dann auf die Prime-Reifen. Ehrlich gesagt konnte ich meine Pace damit kaum fassen. So holte ich auf Nico auf. Dann hatte er leider ein Problem und ich sah ihn ausscheiden. Dieses Wochenende verlief für mich wie eine Achterbahnfahrt. Nach dem gestrigen Tag war es fantastisch, das Rennen zu gewinnen."

Valtteri Bottas holte seinen zweiten Podestplatz - Foto: Sutton

Valtteri Bottas: "Wir wussten, dass wir ein schnelles Auto haben. Dass es aber so schnell war, hat uns selbst ein bisschen überrascht. Wir dachten heute an Punkte, aber nicht ans Podest. Im ersten Stint bin ich schnell durchs Feld gekommen - nicht ohne Risiko. Die Strategie-Jungs haben großartige Arbeit geleistet. Zudem freue ich mich riesig fürs Team. Sie haben an der Rennpace gearbeitet und das zeigt sich jetzt."

Daniel Ricciardo:"Es fühlt sich großartig an. Das ist der beste dritte Platz, den ich jemals hatte. Normalerweise bin ich nicht so begeistert von einem dritten Platz, aber wenn man das Qualifying bedenkt - zudem hatten wir heute wohl kein außergewöhnliches Rennauto. In den letzten beiden Runden sah ich Jenson kommen und dachte schon, dass ich etwas gefährdet bin, aber ich konnte es halten."

Jenson Button: "Ich kam nur 0,9 Sekunden hinter Daniel Ricciardo ins Ziel. Wenn es nur eine Runde mehr gewesen wäre, denke ich, dass ich ihn noch hätte überholen können. Kurse mit schnellen Richtungswechseln liegen uns nicht wirklich, daher können wir positiv gestimmt auf dieses Wochenende blicken. Es war besonders schön, einen so tollen Zweikampf mit Fernando zu haben und es war ermutigend, dass ich in der Lage war, im letzten Stint von ihm und Sebastian wegzuziehen."

Sebastian Vettel: "Es fühlte sich sehr eng mit Fernando an - vielleicht ein bisschen zu eng. Es war ein bisschen dumm, als wir uns beide darüber beschwerten, dass der andere von der Strecke fuhr. Ich bekam eine Nachricht, dass ich auf die Track-Limits aufpassen sollte, weil er sich beschwert hat, also machte ich das Gleiche. Ich erwartete, heute Dritter zu werden, denn die Pace war da - aber die Strategie nicht richtig."

Sebastian Vettel und Fernando Alonso lieferten sich ein Duell - Foto: Sutton

Fernando Alonso: "Als Sebastian mir näherkam, sparte ich gerade Benzin und Batterie-Power und hatte ein Problem mit meinem Heckflügel. Ich wusste also, der er über mich überholen würde. Ich denke, dass es beide Red Bulls verdient hatten, vor uns zu landen, weil sie einfach schneller waren."

Kevin Magnussen:"Wir kämpften ein bisschen mit den Option-Reifen und hatten bessere Pace auf dem harten. Es ist immer frustrierend, wenn man nach hinten durchgereicht wird, aber ich hatten einen wirklich guten Start und war sofort Dritter. Danach hatte ich damit zu kämpften, den Ferrari und die Red Bulls hinter mir zu halten."

Nico Hülkenberg: "Das war ein schwieriger Nachmittag. Mein Start war nicht gut und ich verlor einige Positionen. Auch danach hatten wir nicht die Pace, um die großen Punkte anzugreifen. Ich kämpfte mit der Balance, was vielleicht mit dem Wind zusammenhing. Ich hatte speziell zu Beginn des Rennens ein paar gute Zweikämpfe, aber uns fehlte einfach die Performance, um wirklich kämpfen zu können."

Daniil Kvyat: "Das war wirklich ein recht intensives Rennen, besonders gegen Ende, als ich versuchte, auf Nico Hülkenberg aufzuschließen. Ich war schneller als er und kam näher ran, war am Ende aber nicht in der Lage, ihn zu überholen. Insgesamt bin ich mit diesem Rennwochenende aber sehr zufrieden."

Jean-Eric Vergne: "Ich startete nach der roten Flagge von sehr weit hinten, aber es hat großen Spaß gemacht, einige Autos vor mir zu überholen. Ich denke, heute habe ich meine Aggressivität wiedergefunden und das ist sicher ein Boost für mein Selbstbewusstsein."

Jean-Eric Vergne hatte Spaß im Rennen - Foto: Sutton

Sergio Perez: "Unsere Pace war heute schwierig zu beurteilen, da die Berührung mit Vergne zu Beginn unser Rennen beeinträchtigte. Ich kämpfte zu Beginn des Rennens mit dem härteren Reifen - das wäre die beste Zeit gewesen, um Boden gutzumachen. Auf den Options fühlte sich das Auto dann besser an, aber das reichte im letzten Stint nicht mehr, um es noch in die Punkte zu schaffen."

Romain Grosjean: "Ich hatte am Start ein Schalt-Problem und nicht die komplette Power zur Verfügung. Ich konnte einen Zusammenprall mit Kimi verhindern, aber Trümmerteile beschädigten mein Visier. Der Restart verlief dann recht gut für mich und das Auto fühlte sich gut an. Wir waren nah an den Punkten dran, aber ich startete das Rennen einfach von zu weit hinten."

Adrian Sutil:"Das Rennen war für mich relativ unspektakulär. Es hat ein paar Runden gedauert Jules (Bianchi) zu überholen, danach konnte ich allerdings meine Rundenzeiten stetig verbessern. Wir haben uns für eine Einstopp-Strategie entschieden. Nach dem Boxenstopp bin ich mit der härteren Reifenmischung nicht gut zurechtgekommen und war dadurch nicht mehr schnell genug unterwegs. Ich konnte nicht mehr angreifen und musste meine Position grösstenteils verteidigen."

Jules Bianchi: "Ich wusste, dass ich den zehnten Platz nach dem Restart gegen die schnelleren Autos nicht halten können würde, aber es war ein guter Test unserer Pace. Ich versuchte dann, mit der Gruppe mitzufahren, um da zu sein, falls sich Möglichkeiten auftun. Wir haben heute gesehen, dass uns nur ein paar Zehntel fehlen, um mit den Lotus und den Sauber mithalten zu können."

Jules Bianchi freute sich über das Rennen - Foto: Sutton

Kamui Kobayashi: "Ich hatte einen guten Start, aber dann sah ich den Ferrari abfliegen und versuchte eine Kollision zu vermeiden. Ich kam fast ohne Beschädigungen durch, nur der Frontflügel hatte kleine Blessuren. Nach dem Restart veränderte sich aber die Balance und es war klar, dass wir Abtrieb verloren hatten."

Max Chilton: "Der Moment, als ich von Kimis fliegendem Reifen getroffen wurde, war beängstigend. Auf der einen Seite hatte ich großes Glück, auf der anderen Seite hatte ich Pech, denn mein Auto war beschädigt. Ich kam an die Box, weil ich einen neuen Frontflügel brauchte und gleichzeitig das Team sich das Auto genauer ansehen sollte. Genau in diesem Moment kamen die roten Flaggen heraus. Wir hatten uns mehr erhofft, aber durch die gegeneben Umstände war es ein gutes Ergebnis."

Pastor Maldonado: "Mein erster Start fühlte sich gut an, aber beim Restart kämpfte ich mit der Power und konnte so nicht mit den Leuten um mich herum mithalten. Es kam später zur Kollision mit Esteban Gutierrez. Mir wurde erzählt, dass es spektakulär aussah, aber im Auto war es schnell vorbei. Ich kann nicht sagen, ob dieser Zusammenprall im Zusammenhang mit meinem Ausfall stand."

Nico Rosberg:"Das war heute sehr schade. Durch den Ausfall habe ich viele WM-Punkte verloren. Ich hatte auf der Einführungsrunde ein kleines Problem, aber das Auto fühlte sich von Beginn an großartig an. Ab Runde 20 hatte ich ernsthafte Getriebeprobleme, die leider immer schlimmer wurden. Ich ließ Lewis vorbei und versuchte, die Sicherheitseinstellungen zu aktivieren, um mich irgendwie bis ins Ziel zu retten. Leider konnten wir nichts dagegen unternehmen und ich musste das Auto abstellen. Ich muss akzeptieren, dass so etwas passieren kann."

Marcus Ericcson traf einen Kerb - Foto: Sutton

Marcus Ericsson: "Ich hatte den besten Start des Jahres und war sofort an ein paar Autos vorbei. Später traf ich aber in Kurve sechs etwas im Kerb, das meine Aufhängung beschädigte. Das war das Ende meines Rennens - wirklich schade."

Esteban Gutierrez:"Ich hatte einen guten Start. Nach dem Neustart habe ich mit Pastor (Maldonado) gekämpft. Als ich ihn in Kurve 16 überholen wollte, fuhr er beim Anbremsen nach innen und liess mir keinen Platz. Ich war direkt neben ihm und konnte somit eine Kollision nicht mehr verhindern. Es tut mir sehr Leid für das Team, da es nicht schön ist, ein Rennen auf diese Weise zu beenden. Dennoch müssen wir weiterhin nach vorne schauen."

Felipe Massas 200. GP war schnell beendet - Foto: Sutton

Felipe Massa: "Mein Start war schlecht, aber danach konnte ich aufholen und in den ersten Kurven ein paar Konkurrenten überholen. Das Auto fühlte sich großartig an - bis zum Unfall. Kimi kam quer über die Strecke und ich hatte nie wirklich eine Chance, ihm auszuweichen. Glücklicherweise habe ich noch gedreht, denn es hätte auch ein schlimmerer Unfall werden können. Ich hoffe, Kimi geht es gut, aber für mich war das ein Wochenende zum Vergessen. Nicht der 200. GP, den ich mir vorgestellt habe."

Kimi Räikkönen: "Ich kam gut weg, aber mein Rennen war leider schon nach einer Runde beendet. In Kurve 5 kam ich von der Strecke ab und während ich versuchte, wieder draufzukommen, berührte ich einen Kerb. Ich verlor die Kontrolle über das Auto und landete in der Mauer. Ich bin wirklich enttäuscht, wie die Dinge heute gelaufen sind, aber ich möchte das nun einfach hinter mir lassen und mich auf das nächste Rennen in Deutschland konzentrieren."


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