Formel 1 - Lautere Motoren durch geteilten Auspuff?

Teams sind am Zug

Die FIA untersucht weiterhin die Lösungen, um die Autos lauter zu machen. Die Teams müssen entscheiden, wie viel Aufwand sie betreiben wollen.
von

Motorsport-Magazin.com - Der magere Motorensound stellt eines der größten Reizthemen der diesjährigen Formel-1-Saison dar. Die FIA sieht nun die Teams am Zug, eine Entscheidung darüber zu treffen, ob sie weiterhin Mittel und Wege suchen wollen, um die Boliden für 2015 wieder lauter zu machen. Mercedes testete bekanntlich bereits im Mai in Barcelona ein Megafon-Konzept am Auspuff, das sich jedoch nicht als zielführend erwies.

FIA-Renndirektor Charlie Whiting verriet nun in Silverstone, dass eine der möglichen Lösungen ein doppeltes Auspuffrohr vorsieht, welches jedoch einige Änderungen am Heck der Autos voraussetzen würde, da es starke Auswirkungen auf die Aerodynamik hätte. "Eine Lösung, die auf dem Prüfstand getestet wurde, ist ein geteilter Auspuff", sagte Whting. Das momentane Reglement sieht ein Auspuffrohr in der Mitte der Autos vor.

Mercedes testete in Barcelona ein Megafon-Konzept - Foto: Sutton

Wie man im Zuge der Tests allerdings herausfand, erhöht sich der Motorenlärm, wenn das Auspuffrohr geteilt wird. "Es scheint zu funktionieren, vor allem mit Megafonen, egal ob sie rund oder rechteckig sind", erklärte Whiting. Nun geht es darum, die Durchführbarkeit dieses Ansatzes zu untersuchen. "Wenn man ein oder zwei Megafone am Ende des Autos montiert, gibt es Interaktionen zwischen den Heckstreben, dem Heckflügel, dem Monkey Seat, den Rücklichtern und so weiter", wies der Brite auf potenziellen Schwierigkeiten hin.

All diese genannten Elemente müssten neu entworfen werden, um eben zwei anstelle von lediglich einem Auspuffrohr unterzubringen, was für die Teams keinen geringen Aufwand darstellen würde. "Der nächste Schritt ist nun herauszufinden, ob alle es wertfinden, diesen Plan zu verfolgen", erläuterte Whiting die weitere Vorgehensweise.

Für Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner ist die seit Beginn der Saison geführte Lärmdebatte in erster Linie eine Sache der Fans, deren Unmut er aber gut verstehen kann. "Für mich persönlich ist es kein Thema. Aber wenn der Fan es so haben will, dann gebt es ihm doch", sagte er. "Wenn sie etwas herumbasteln, wird es schon lauter werden."


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x