Formel 1 - Ecclestone fordert: Dritter Ferrari statt Caterham

Weg mit den kleinen Teams

Bernie Ecclestone sind die kleinen Teams ein Dorn im Auge. Viel lieber hätte er, dass die großen Rennställe einen dritten Wagen einsetzen.
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Motorsport-Magazin.com - Bernie Ecclestone ist ein Mann der klaren Worte. Der Brite nimmt sich selten ein Blatt vor den Mund, mag seine Meinung noch so unpopulär sein. Vor allem die kleinen Teams sind dem F1-Zampano ein Dorn im Auge, sodass er sie am liebsten von der Bildfläche verschwinden lassen würde. "Ich habe keine Angst davor, dass die finanzschwachen Teams Probleme bekommen und auf der Strecke bleiben könnten. Ehrlich gesagt wäre ich sogar froh darüber", gab der 83-Jährige vor wenigen Tagen zu Protokoll.

Ich bin bereit für eine Formel 1 mit acht Teams, die je drei Autos haben
Bernie Ecclestone

Weil eine Formel 1 mit weniger als zehn Rennställen aber nur bedingt attraktiv wäre, hat Ecclestone auch eine Lösung parat, wie das Starterfeld dennoch die aktuelle Größe behalten könnte. "Ich bin bereit für eine Formel 1 mit acht Teams, die je drei Autos haben", erklärte der Brite in der Gazzetta dello Sport und fügte hinzu: "Ist es besser, einen dritten Ferrari oder einen Caterham zu haben? Ferrari könnte vielleicht neue Sponsoren in den USA finden - und ein amerikanischer Fahrer wäre fantastisch. Das gleiche gilt für die anderen."

Besonders Caterham treibt Ecclestone die Zornesröte ins Gesicht. Team-Boss Tony Fernandes kündigte an, den Rennstall zu verkaufen, weil er es leid sei, nach fünf Jahren trotz hoher Investitionen noch immer am Ende des Feldes herumzukrebsen. Ecclestone kann das verstehen. "Sie haben so viel Geld investiert und würden noch einmal so viel brauchen, deshalb sehen sie sich nach Pay-Drivern um. Aber warum, wo sie doch ohnehin noch nie konkurrenzfähig waren?", schüttelte er den Kopf.

An einem bunten Starterfeld wie früher hat Ecclestone kein Interesse - Foto: Sutton

Übernahme besser als Neugründung

Für Ecclestone steht fest: Es ist deutlich sinnvoller, ein bestehendes Team zu übernehmen, anstatt einen komplett neuen Rennstall auf die Beine zu stellen. "Ein Team mit einem Windkanal, einem Simulator uns so weiter zu kaufen, fordert ein Investment von rund 150 Millionen Euro", rechnete er vor. Doch das sei freilich nicht alles. "Und dann hast du noch nicht einmal begonnen", so Ecclestone weiter. "Du brauchst die Fahrer, die Techniker, um das Auto zu bauen, wobei die guten rar und teuer sind. Deshalb wollte Ferrari Newey..."

Die letzte Erweiterung des Formel-1-Starterfeldes erfolgte 2010, als Virgin (heute Marussia), Team Lotus (heute Caterham) und HRT (mittlerweile zurückgezogen) zugelassen wurden. Den Anschluss an das Mittelfeld fand bislang kein Team, doch zumindest gelang es Marussia in Monaco, die ersten Punkte zu sammeln. Obwohl sich der Erfolg also in Grenzen hielt, befinden sich zwei weitere neue Rennställe in der Pipeline. Das US-Team von Gene Haas will 2016 an der Formel-1-Weltmeisterschaft teilnehmen und das rumänische Projekt Forza Rossa, bei dem Colin Kolles seine Finger im Spiel hat, soll die FIA-Zulassung für nächstes Jahr ebenfalls bereits erhalten haben.


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