Formel 1 - Lauda kritisiert Einmischung der Rennstewards

Fahrer sollen ihre Kämpfe unter sich austragen

Niki Lauda plädiert dafür, dass die Fahrer ihre Kämpfe unter sich austragen. Die Rennstewards versprachen zuletzt mehr Freiheiten bei Zweikämpfe.
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Motorsport-Magazin.com - "Da läuft etwas falsch. Das muss aufhören!", kritisierte Niki Lauda abseits des Österreich GP und spielte dabei auf die Untersuchung der Rennszene zwischen Sebastian Vettel und Esteban Gutierrez an. Die beiden Piloten berührten sich in Runde 29. Vettel beschädigte sich dabei seinen Frontflügel, Gutierrez konnte seine Fahrt hingegen ohne Probleme fortsetzen. Die Stewards untersuchten den Vorfall - und genau dieses Vorgehen stößt Lauda sauer auf.

Die Fahrer sollen ihre Kämpfe unter sich austragen. Die Kommissare sollen sich da nicht einmischen
Niki Lauda

"Die Fahrer sollen ihre Kämpfe unter sich austragen. Die Kommissare sollen sich da nicht einmischen", betonte der Österreicher gegenüber Autosport. "Wenn sich jemand nach dem Rennen beklagt und eine Untersuchung fordert, dann soll er das tun. Das kostet eine Menge Geld, man braucht Anwälte und anderen Bullshit. Deswegen werden es nur wenige tun." Selbst der Crash zwischen Sergio Pérez und Felipe Massa in Montreal sei laut Lauda keine Untersuchung wert gewesen.

"Das war ein normaler Rennunfall, den man nicht hätte untersuchen müssen. Es ist ja auch nichts Schlimmes passiert", erklärte Lauda. Dergleichen Meinung ist auch Johnny Herbert. "Manchmal gibt es Zwischenfälle, die einfach nur Rennzwischenfälle sind. Man sollte niemanden bestrafen, nur weil man das kann. Der Rennsport soll schließlich auch solcher bleiben. Wenn man alles bestraft, leidet das Racing darunter. Schauen wir uns Kanada an: Ich denke nicht, dass man jemanden dafür die Schuld geben kann", sagte Herbert gegenüber Motorsport-Magazin.com.

Wenn man alles bestraft, leidet das Racing darunter
Johnny Herbert

Die Rennstewards sahen das anders. Trotz Einspruch seitens Force India beharrten die Stewards auf einer Strafversetzung von fünf Startplätzen für den Mexikaner. Generell wollen die Verantwortlichen aber künftig Rad-an-Rad-Duelle eher laufen lassen statt Strafen zu verteilen. Eine Richtung, die Lauda befürwortet. "Ich habe in Österreich mit Bernie und mit Charlie gesprochen. Ich habe ihnen klipp und klar gesagt, dass wir zu den alten Tagen der Formel 1 zurückkehren müssen", erzählte Lauda und verwies auf den legendären Zwischenfall beim Großen Preis von Deutschland in Hockenheim 1982.

Salazar vs. Piquet senior

Damals schoss Eliseo Salazar den Führenden Nelson Piquet aus dem Rennen - Piquet verprügelte ihn danach vor laufender Kamera. "Solche Rennen will ich wieder sehen", betonte Lauda. In einem früheren Interview mit Motorsport-Magazin.com erklärte Salazar den Unfall wie folgt: "Ich habe versucht Nelson Raum zu lassen. Ich hatte auf dieser Seite keinen Rückspiegel mehr, dann hat es vor der Schikane gekracht. Er war Formel 1-Weltmeister und ich ihm den Sieg gekostet. Danach sah man im Fernsehen wie er mit Fäusten 10 Sekunden lang auf mich einprügelte. Ich hatte ja noch den Helm auf, es hat nicht sehr wehgetan, aber es hat sicher sehr dumm ausgesehen."


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