Formel 1 - Ferrari: Krisensitzung nach Kanada

Es wurde laut in Maranello

Ferrari zeigte in Österreich einen kleinen Aufwärtstrend. Doch kleine Verbesserungen reichen nicht. Derweil geht es in Maranello schon heiß her.
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Motorsport-Magazin.com - Was war der fünfte Platz von Fernando Alonso beim Großen Preis von Österreich wirklich wert? "Ich denke, es war mein bisher bestes Rennen in dieser Saison. Ohne Safety Car und andere Ereignisse nur 18 Sekunden hinter den Mercedes in Ziel zu kommen, das ist ein gutes Ergebnis", freute sich der Spanier, wusste aber auch, dass Mercedes nicht am Limit gefahren ist. Sonst wäre er womöglich überrundet worden.

Wenn Kimi sich über die Leistung des Motors beschwert, dann liegt es an uns, ihm ein Auto zu geben, in dem er sein Können zeigen kann.
Marco Mattiacci

Immerhin konnte zumindest ein Ferrari Red Bull hinter sich lassen. Auf einer Strecke, auf der die Motorenleistung Schlüsselfaktor Nummer eins ist, gelang es Alonsos außerdem, mit Force India und McLaren zwei Mercedes-befeuerte Teams zu schlagen. Es geht aufwärts - wenn auch nur langsam und nur bei einem Piloten.

Denn bei Kimi Räikkönen lief am Sonntag gar nichts zusammen. Defekte Bremsen, zu wenig Leistung. Der Finne war nach dem Rennen nicht besonders gut gelaunt, haderte neben der Technik auch noch mit der Strategie. "Wir hätten auf jeden Fall früher stoppen müssen", so Räikkönen. Teamchef Marco Mattiacci versucht zu beschwichtigen - vor allem Räikkönens Funkspruch, in dem er mehr Leistung forderte, blieb ihm im Gedächtnis. "Wenn Kimi sich über die Leistung des Motors beschwert, dann liegt es an uns, ihm ein Auto zu geben, in dem er sein Können zeigen kann."

Mattiaccis Ankunft war es, die nach nur drei Rennen in dieser Saison offen signalisierte, dass auch Ferrari sich der Lage bewusst ist. Luca di Montezemolo signalisierte: Im Zweifel rollen auch Köpfe, in diesem Fall der von Stefano Domenicali - auch wenn der Italiener betonte, selbst die Konsequenzen des schlechten Abschneidens gezogen zu haben.

Stimmung am Boden?

Nun kursieren bereits Gerüchte, wonach im Team die Stimmung alles andere als gut sein soll. Spanische Medien berichten von einem Streit zwischen Marco Mattiacci und Pat Fry. Seit der Ankunft von James Allison soll Fry nicht mehr mit seiner Rolle in Maranello zufrieden sein. Sogar seine Kündigung soll Fry angeboten haben, will die Marca wissen.

Ist Pat Fry in Maranello unzufrieden?

Während ein Ferrari-Sprecher diese Gerüchte als "Unsinn" abtat, wird eine neuerliche Krisensitzung in Maranello nicht dementiert. Nach dem Kanada GP wurden Schwachstellen und die zukünftige Ausrichtung diskutiert, gab Mattiacci zu. Auch, dass es beim Meeting etwas lauter wurde, streitet er nicht ab: "Ich mag Treffen, bei denen die Leute offen und ehrlich reden und niemand ruhig bleibt."

Doch in der Nachbetrachtung war Österreich für Ferrari schonmal ein guter Schritt. "Insgesamt werden die Abstände kleiner", freut sich der Teamchef. Und auch Fry kann dem Rennen Positives abgewinnen: "Im zweiten und dritten Stint, vor allem bei Fernando, waren wir eines der schnellsten Autos auf der Strecke." Alonso selbst schränkte jedoch ein: "Perez hat die Spitzengruppe ein bisschen aufgehalten und sie sind nur wenige Runden mit voller Leistung gefahren." Zumindest im Fall von Kimi Räikkönen trifft das aber auch zu.


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