Formel 1 - Österreich GP: Die Stimmen nach dem Rennen

Wir konnten Mercedes niemals schlagen

Die Rückkehr der Formel 1 nach Österreich brachte viele Gewinner und bittere Enttäuschungen hervor. Wir haben alle Reaktionen der Fahrer für euch gesammelt.
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Motorsport-Magazin.com - Nico Rosberg: Die Strategie ist wie geplant aufgegangen. Wir wussten, dass wir auch dann noch gewinnen können, wenn wir nach dem Start noch Dritter sind. Weil der Reifenverschleiß bei uns besser war, konnten wir etwas früher Stoppen. Das war zwar mit etwas Risiko verbunden, hat aber geklappt. Das Rennen war schwierig, weil Williams schnell und Perez lange im Weg war. Auch Lewis war am Ende ziemlich in Schlagdistanz. Wenn er fünf Runden vor dem Ende noch in das DRS-Fenster gekommen wäre, dann wäre es spannend gewesen. Bei mir war das Ende dann aber nicht so spannend, weil ich wusste, dass er nicht in Angriffsnähe ist. Ich habe mich in Kurve drei leicht verbremst, aber danach kann man eh nicht überholen.

Lewis Hamilton: Den Start kann man nicht planen, aber so ist die Formel 1. Ich bin ja schon Jahre im Geschäft, der Start ist das schwierigste - je nachdem, wie sich die anderen positionieren, kann man die Chancen nutzen oder nicht. Dieses Wochenende war Schadensbegrenzung. Platz zwei ist nach dem schwierigen Verlauf des Wochenendes einfach nur großartig. Mit etwas Glück hätte ich Nico vielleicht sogar noch attackieren können. Allerdings scheine ich bei den Boxenstopps Zeit auf ihn verloren zu haben. Ich muss die Daten aber genau analysieren: Vielleicht stand ich auch falsch.

Lewis Hamilton machte im Rennen sieben Plätze gut - Foto: Sutton

Valtteri Bottas: Es ist schwierig, das in Worte zu fassen. Dieses saubere Rennen haben wir gebraucht, alles lief nach Plan. Nur der Ruf für den Boxenstopp kam vielleicht etwas zu spät, vielleicht hat uns das etwas gekostet. Aufgrund der Daten aus dem Training wussten wir, dass es schwierig werden würde. Wir haben es gestern auf den Punkt gebracht und wussten, dass der Sonntag schwierig werden würde. Aber eigentlich war es etwas besser als erwartet. Es gibt noch zwei Podiumsplätze über mir, ich habe jetzt Blut geleckt. Wir wollen höher hinaus.

Felipe Massa: Ich freue mich sehr für Valtteri, denn er hat einen sehr guten Job gemacht. Wir haben Mercedes einen tollen Kampf geliefert, aber es war klar, dass wir ihn nicht gewinnen würden. Ich musste das ganze Rennen über nach meinen Reifen schauen und hatte zudem Pech mit dem Verkehr nach meinen Boxenstopps. Nach dem ersten Stopp bin ich von eins auf vier zurückgefallen und das war wirklich enttäuschend, aber so ist Rennsport nun einmal. Dennoch war es ein sehr positives und emotionales Wochenende für das gesamte Team. Wir haben uns stark verbessert, müssen aber noch nachlegen, wenn wir Mercedes schlagen wollen.

Valtteri Bottas war der heimliche Sieger des Rennens - Foto: Sutton

Fernando Alonso: Ich denke, das war mein bestes Rennen der Saison. Ich war lediglich 18 Sekunden hinter den Mercedes, und das in einem Rennen ohne Safety Car oder andere ähnliche Vorkommnisse. Es war einfach schlicht unmöglich, Hamilton mir zu halten und Platz fünf ist definitiv das Maximum, dass für uns heute möglich war. Die ersten vier Autos waren definitiv schneller und haben es daher auch verdient, vor uns zu landen. Ich konnte das ganze Rennen über ohne Probleme pushen, was mir zeigt, dass es für uns in die richtige Richtung geht.

Sergio Perez: Wir haben heute ein wirklich gutes Resultat für das Team erzielt, vor allem wenn man bedenkt, wo wir den Nachmittag begonnen haben. Als Sechzehnter zu starten ist nie einfach, und Boden gut zu machen noch viel schwieriger. Zum Glück konnte ich direkt nach dem Start einige Kontrahenten überholen. Vor allem Jenson Button zu kassieren war sehr wichtig, da er auf einer ähnlichen Strategie wie ich unterwegs war. Unser Rennen verlief dann absolut nach Plan. Wir haben einmal mehr bewiesen, dass wir super mit den Reifen umgehen können und unsere Renn-Pace war enorm stark. Es hat sich toll angefühlt, das Rennen zeitweise anzuführen. Das einzig negative ist, dass ich ohne meine Strafversetzung ganz andere Voraussetzungen gehabt und mit Sicherheit noch besser abgeschnitten hätte.

Kevin Magnussen: Es war ein recht langweiliges Rennen. Viel mehr hatten wir uns nicht erwarten dürfen. Ich bin nicht wirklich glücklich, aber auch nicht enttäuscht. Platz sieben geht in Ordnung und wir haben ein paar Punkte mitgenommen. Wir dachten die High-Downforce-Autos würden hier dominieren und tatsächlich war Williams sehr stark. Ich hatte gehofft, dass wir auf Platz sechs ins Ziel kommen könnten, aber Checo Perez war heute zu schnell. Ich hatte eine Strategie, bei der ich viele Leute überholen musste, aber das ist auf dieser Strecke zum Glück kein Problem.

Daniel Ricciardo: Das war unglücklich, wir hätten den Fans hier gern mehr geboten. Wir haben alles versucht, aber leider konnten wir heute nicht mehr aus dem Rennen herausholen. Es ist nie schön, wenn es in der ersten Runde zurückgeht. Von der Linie weg war es eigentlich einer unserer besseren Starts. Wir waren pseudo-konkurrenzfähig. Und so wie es aktuell läuft, haben wir auf den Geraden zu viele Probleme. Am Ende habe ich alles riskiert und mir immerhin noch Hülkenberg geschnappt.

Dani Ricciardo sicherte Red Bull beim Katastrophen-Heimspiel immerhin noch ein paar Punkte - Foto: Sutton

Nico Hülkenberg: Ich habe mir das noch nicht im Detail angesehen, aber Sergio ist mit einer anderen Strategie losgefahren. Er hatte die bessere Rennpace und wir müssen analysieren, warum das der Fall war. Wir hätten zwei Punkte mehr holen können, aber leider habe ich in der letzten Runde einen Platz an Daniel Ricciardo verloren. Wir hatten zum Schluss große Probleme mit den Reifen und waren einfach zu langsam. Ich habe nur noch mit dem Auto gekämpft und war nicht sehr zufrieden, darum ging es heute nicht besser.

Kimi Räikkönen: Das war ein weiteres sehr schwieriges Rennen für mich, obwohl wir gestern extra noch eine andere Richtung beim Setup eingeschlagen haben, um die Performance zu verbessern. Leider hat dies nicht wie gewünscht gefruchtet und ich musste ein weiteres Mal hart mit dem Handling des Autos kämpfen. Ich hatte einen guten Start, aber bereits in der zweiten Runde traten Bremsprobleme auf, und ich sollte daher schonender fahren. Das war wirklich eine Katastrophe, denn mit unserer Geschwindigkeit können wir uns so etwas sicher nicht erlauben. Auch mein Boxenstopp kam viel zu spät und ich habe auf der Inlap bereits zwei Plätze verloren. Ich denke, wir machen Fortschritte, aber es muss schnell eine deutliche Steigerung kommen.

Jenson Button: Der Start war okay, aber im Ausgang der ersten Kurve hat mich Hülkenberg abgedrängt und ich musste über die Kerbs. Das war eigentlich nicht notwendig, denn da war genug Platz für uns beide. Bei dieser Aktion habe ich leider ein paar Plätze verloren und danach hing ich im Bulg fest. Ich hatte schon ganz vergessen, wie es hier auf der Strecke läuft. Es ist leider nicht leicht zu überholen. Unsere Strategie hat sich nicht bezahlt gemacht. Bei Checo Perez hat es funktioniert, bei uns leider nicht. Der Force India ist auf Longruns sehr stark. Ich hätte aber auch so nicht die nötige Pace gehabt um Wunderdinge zu vollbringen.

Pastor Maldonado: Für mich im Auto war das Wochenende eigentlich ziemlich gut. Wir sind das Rennen zu Ende gefahren und haben das meiste aus dem Paket herausgeholt. Unglücklicherweise hatten wir fast von Beginn des Rennens an Probleme mit den Bremsen, daher konnte ich nicht mit den Fahrern um mich herum kämpfen. In diesem Bereich verlieren wir eine Menge Zeit. Wir müssen daran arbeiten, damit wir näher an unsere gute Performance in den Highspeed-Kurven herankommen. Es hat sich gut angefühlt, zwischenzeitlich in den Top-10 zu fahren. Ich denke, in Silverstone können wir noch zulegen.

Adrian Sutil: Aus fahrerischer Sicht war es ein gutes Rennen. Ich hatte einen optimalen Start und konnte gleich zwei Positionen gewinnen. Bis zu Runde 15 nach meinem ersten Boxenstopp verlief alles nach Plan. Dann habe ich plötzlich einen Funkspruch bekommen das Auto sofort anzuhalten. Der Funkspruch galt jedoch nicht mir, sondern Esteban. Als man mir das mitteilte, bin ich natürlich sofort weitergefahren. Dennoch hatte ich durch den Zwischenfall bereits viel Zeit verloren, wodurch ich im Laufe des Rennens früher überrundet wurde, was mich zusätzlich Zeit gekostet hat.

Adrian Sutil wurde Opfer eines peinlichen Faux-pas - Foto: Sutton

Romain Grosjean: Heute war kein einfacher Tag. Wir hatten verschiedenste Probleme während des Rennens, die noch zu unseren ohnehin bestendenden Performance-Schwierigkeiten hinzukamen - es war eine Herausforderung. Wir stoppten sehr früh, um auf die weichen Reifen zu gehen, aber unglücklicherweise bekamen wir schnell Graining, was den Rest des Rennens erschwerte. Trotz des enttäuschenden Resultates bin ich für die Zukunft optimistisch. Blickt man auf die Vergangenheit, hat das Team immer großartige Comebacks geschafft.

Jules Bianchi: Es war ein sehr schwieriges Rennen, denn wir waren auf einer Ein-Stopp-Strategie, deren Umsetzung alles andere als leicht ist. Immerhin haben wir es aber geschafft und ich bin mit meiner Leistung und dem Ergebnis sehr zufrieden. Ich hatte einen guten Start und habe alle hinter mir gehalten, die da waren, bis meine supersoften Reifen einfach zu stark nachgelassen haben. Auf der härteren Mischung war es dann zum Glück etwas einfacher und ich bin mit Platz 15 sehr glücklich. Ich hätte gegen Ende vielleicht sogar noch Grosjean geschnappt, allerdings ging mir die Zeit aus.

Kamui Kobayashi: Ich hatte keinen guten Start, habe aber schnell wieder Boden gut gemacht und meinen Teamkollege sowie Jules Bianchi überholt. Der Rest des ersten Stints lief dann auch wirklich gut. Ursprünglich wollten wir zwei Mal stoppen, aber nachdem klar wurde, dass die Marussias auf nur einen Stopp gehen, haben wir unsere Strategie kurzerhand angepasst, was jedoch bedeutete, dass ich 55 Runden auf den weichen Reifen zurücklegen musste. Das hat leider nicht ganz funktioniert und er hat mich am Ende überholt, als meine Reifen komplett in den Boden gingen. Immerhin habe ich Chilton geschlagen und auch Bianchi fasst geschnappt, was zeigt, dass wir uns deutlich verbessert haben.

Max Chilton: Wir hatten heute eine wirklich gute Strategie. Ich konnte nicht nur Ericsson hinter mir halten, sondern habe gegen Ende des Rennens zudem stark auf Kobayashi aufgeholt. Mein zweiter Stint war wirklich gut, aber leider war das Rennen dann vorbei, als ich kurz davor war, ins DRS-Fenster von Kobayashi zu kommen. Wir müssen uns weiter steigern und ich hoffe, dass wir beim nächsten Rennen eine stärkere Performance abliefern und noch mehr Autos schlagen können.

Marcus Ericsson: Ich bin mit meinem Rennen durchaus zufrieden, denn obwohl meine Position nicht optimal war, fiel der Rückstand auf die direkte Konkurrenz dann doch deutlich knapper aus, als wir am Freitag noch angenommen hatten. Ich hatte einen guten Start und habe sogar ein paar Plätze gut gemacht, aber da ich wusste, dass ich einen langen ersten Stint vor mir hatte, habe ich meine Position nicht auf Teufel komm raus verteidigt, um die Reifen nicht zu früh zu zerstören und somit auch die Strategie. Leider hatten wir letztlich nicht ganz die Pace, um die Marussias zu attackieren, aber zumindest habe ich mich im Auto wohl gefühlt und wir haben einen spürbaren Fortschritt gemacht. So kann es weitergehen.

Esteban Gutierrez: Es war kein zufriedenstellendes Rennen für mich. Während meines ersten Boxenstopps wurde die Radmutter am rechten Hinterrad nicht korrekt montiert, weshalb ich nach dem Losfahren sofort wieder anhalten musste, damit mich die Mechaniker zurück in meine Boxenstopp-Position rollen konnten. Aufgrund dieses Zwischenfalls musste ich kurz danach eine Zehnsekunden-Stop-and-Go-Strafe antreten. Anschliessend habe ich nur noch versucht, das Maximum aus dem Auto herauszuholen. Wegen den vielen blauen Flaggen, die mir geschwenkt wurden, habe ich ziemlich viel Zeit verloren. Wir hatten versucht, mehr Fokus auf die Rennperformance als auf das Qualifying zu legen, aber es hat leider nicht funktioniert. Es war schwierig, die Reifen während des Rennens zu schonen und sie nicht zu überfordern.

Daniil Kvyat: Ich bin natürlich enttäuscht, wie es heute gelaufen ist, vor allem weil alles an diesem Wochenende so gut funktionierte und es nach einem vielversprechenden Rennen aussah. Es sieht so aus, als hätten wir uns hinten rechts einen Aufhängungsbruch eingefahren, aber wir werden jetzt alles genau analysieren, um herauszufinden, was geschehen ist. Auf der positiven Seite steht, dass wir an diesem Wochenende einen soliden Schritt nach vorne gemacht haben.

Jean-Eric Vergne: Ich hatte seit dem Beginn des Rennens mit den Bremsen zu kämpfen. Es ist schwierig, das Auto mit so stark blockierenden Hinterrädern zu fahren, denn das ist weder für die Reifen noch für die generelle Balance gut. Probleme kommen vor, aber es ist schade, dass es genau hier passiert ist und wir schließlich mit einem Bremsproblem aufgeben mussten. Doch das neue Aero-Paket funktioniert zumindest gut und wir werden beim nächsten Grand Prix ein gutes Auto haben.

Für Sebastian Vettel gab es beim Heimspiel in Spielberg wenig Sonnenschein - Foto: Sutton

Sebastian Vettel: Es hat nach meinen Antriebsproblemen und der Überrundung nicht mehr viel Sinn gemacht, weiterzufahren, denn es sah nicht so aus, als würde es zu einer Safety-Car-Phase kommen. Deshalb haben wir das Auto abgestellt, um Kilometer zu sparen. Ergebnistechnisch hätten wir uns die erste Saisonhälfte sparen können. Das ist bitter. Es ist aber nicht so, als ob sich das nicht abgezeichnet hätte. Es sind bittere Lehrstunden, aber das gehört dazu. Die Technik ist hoch kompliziert, und ob man so etwas überhaupt braucht, darüber lässt sich sicher streiten. Es gibt viel zu drücken im Cockpit, aber ich frage mich immer wieder, was der richtige Knopf ist. Nach dem Problem habe ich deshalb an die Box gefunkt, was ich denn tun soll, aber da kam leider auch nichts. Es ist einfach nur frustrierend.


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