Formel 1 - Österreich GP: Team für Team

Mercedes weiter im Rekord-Modus

Der Österreich GP sah einen weiteren Mercedes-Doppelerfolg und einen Neuling auf dem Podium. Motorsport-Magazin.com fasst die Erlebnisse der Teams zusammen.
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Motorsport-Magazin.com - Trotz der ungewohnten Startaufstellung mit zwei Williams in Front, zeigte sich am Ende des Österreich GP ein mehr oder weniger gewohntes Bild: zwei Mercedes-Piloten auf dem Podest. Neu bei der Siegerehrung war dagegen Valtteri Bottas. Zum ersten Mal in seiner erst 27 Rennen umfassenden Formel-1-Karriere stand der Williams-Pilot auf dem Podest.

Das zweite große Thema des Österreich-Comebacks war das Debakel bei den Red-Bull-Teams. Sebastian Vettel plagten bereits ab Rennbeginn Probleme mit der Power Unit, die ihm einen derart großen Rückstand auf das Feld einbrachten, dass er schließlich aufgab. Aufgeben musste auch Jean-Eric Vergne aufgrund von Bremsproblemen. Teamkollege Daniil Kvyat platzte aus noch ungeklärten Gründen ein Reifen, was auch sein Rennen vorzeitig beendete.

Mercedes

Zum sechsten Mal in dieser Saison feierte Mercedes einen Doppelsieg. - Foto: Sutton

Sonntag: Mercedes trug sich einmal mehr in die Geschichtsbücher ein: Nur einmal zuvor in der Formel-1-Geschichte gelang es einem Team, in acht Rennen sechs Doppelsiege zu feiern. Mit einer aggressiven Zwei-Stopp-Strategie passierten Nico Rosberg und Lewis Hamilton die aus der ersten Reihe gestarteten Williams-Piloten. Bei Lewis Hamilton spielte zudem der Start eine entscheidende Rolle - es war einer der besten, die er je hatte, meinte er. Wie Rosberg musste er auch auf die Bremsen achten, die zuletzt in Kanada zum Ausfall geführt hatten.

Samstag: Das Qualifying in Spielberg lief für Mercedes nicht gerade nach Plan. Die Positionen drei und neun sind für das Team in dieser Saison doch reichlich ungewohnt. Nico Rosberg hatte sich in seinem ersten Run in Q3 auf Platz drei geschoben, in seinem zweiten musste er wegen gelber Flaggen, die sein Teamkollege ausgelöst hatte, vom Gas und konnte die Williams-Piloten damit nicht mehr angreifen. Lewis Hamiltons Zeit vom ersten Run in Q3 wurde gestrichen, nachdem er in Kurve acht die Strecke verlassen hatte. Nachdem er sich auf seinem zweiten Run in Kurve zwei gedreht hatte, beendete er den letzten Qualifyingabschnitt ohne Zeit. Da er in Q2 besser platziert war als Nico Hülkenberg, startet er vor dem Deutschen von Rang neun.

Freitag: Auf dem Papier scheint alles mal wieder eine klare Sache zu sein. Lewis Hamilton und Nico Rosberg dominierten die beiden Freien Trainings nach Belieben, zeigten sowohl auf eine schnelle Runde als auch auf den Longruns, dass der Weg auch bei der Spielberg-Rückkehr nur über Silber führt. Allerdings war im Red-Bull-Land nicht alles silbern, was glänzte. Nico Rosberg hatte beispielsweise Probleme, seine supersoften Pirelli-Pneus auf Anhieb zum Laufen zu bringen. Wie in Kanada machten Mercedes zudem Kühlungs-Probleme zu schaffen: "Die Geraden sind hier so kurz, dass die Systeme nicht richtig heruntergekühlt werden", erklärt Mercedes Motorsportchef Toto Wolff. Da die Temperaturen im Laufe des Wochenendes noch steigen können, muss Silber schnell eine Lösung finden. "Wir könnten hier sonst Probleme bekommen". Während bei Hamilton vieles glatt zu laufen schien, klagte Rosberg noch ein wenig: "Das Auto springt hier unheimlich, auch in die Bremspunkte hinein. Zudem haben wir Probleme mit Graining an den Reifen. Ich fühle mich noch nicht wohl im Auto." Rosberg testete zudem in FP1 einen neuen Unterboden, der für mehr Funkenschlag und somit optische Attraktivität sorgen soll.

Ferrari

Kimi Räikkönen kam nicht über Rang zehn hinaus. - Foto: Sutton

Sonntag: Die Bremsen waren bei Kimi Räikkönen bereits nach zwei Runden ein Thema. Er musste sie schonen und gleichzeitig mit mehreren Gegnern kämpfen. Zudem bauten seine superweichen Reifen stark ab, weshalb er früher stoppen wollte. Der Kommandostand legte jedoch sein Veto ein - sehr zur Verärgerung des Finnen. Teamkollege Fernando Alonso war trotz Platz fünf nicht zufrieden, denn er hatte das Gefühl, dass die mit Mercedes-Motoren befeuerten Teams mit der roten Göttin spielen - trotz der Fortschritte bei der Scuderia.

Samstag: Fernando Alonso sprach trotz Startplatz vier von gemischten Gefühlen, denn er hatte den Eindruck, dass die Startaufstellung nicht das wahre Kräfteverhältnis widerspiegelt. Dennoch machte er die Updates, die seit dem Kanada GP ans Auto kamen, als Schritte in die richtige Richtung aus. Im Rennen wird seiner Ansicht nach Verteidigung genauso wichtig sein wie Angriff. Kimi Räikkönen war nach Startplatz acht enttäuscht, da er keine saubere Runde zustande brachte. Zudem hat er nach wie vor damit zu kämpfen, die Reifen auf Temperatur zu bringen.

Freitag: Klare Geschichte bei der Scuderia: In beiden Freien Trainings glänzte Fernando Alonso mit Platz drei als 'best of the rest', während Kimi Räikkönen in beiden Sessions den Sprung unter die ersten Zehn verpasste. Der Finne hatte zumindest für seine mäßigen Rundenzeiten am Nachmittag eine Erklärung: "Aus verschiedenen Gründen habe ich keine gute Runde zusammengebracht: zu wenig Grip, zu viel Verkehr und starker Wind. Ich konnte mich vor allem im letzten Sektor nicht verbessern. Dabei habe ich am Nachmittag vom Auto eigentlich eine bessere Rückmeldung bekommen." Teamkollege Alonso zeigte sich angesichts seiner starken Leistung sowie 0,5 Sekunden Vorsprung auf den Iceman zwar zufrieden, relativierte den Vorsprung jedoch: "Kimi und ich waren auf unterschiedlichen Programmen unterwegs. Jetzt müssen wir die Daten zusammenfügen und uns entscheiden, welche der heute getesteten Elemente wir verwenden." Für das Rennen wagt der Spanier trotz starker Form allerdings noch keine Prognosen. Auf Hamilton fehlte ihm gut eine Sekunde.

Williams

Champagner schmeckt auf dem Podest am besten, stellte Valtteri Bottas fest. - Foto: Sutton

Sonntag: Zwar konnte das Traditionsteam die Doppel-Pole nicht in einen Doppel-Sieg ummünzen, hatte aber mit dem ersten Podestplatz für Valtteri Bottas viel zu feiern. Mit Felipe Massa auf Platz vier sammelte das Team 27 Punkte und verbesserte sich in der Konstrukteurs-Wertung auf Rang fünf. Bei Bottas absolvierte die Crew den schnellsten Boxenstopp des Rennens, während Massas Stopps zu lange dauerten. Daher besteht auch nach dem seit langem erfolgreichsten Wochenende des gebeutelten Teams reichlich Analysebedarf.

Samstag: Was für ein Tag für Williams! Die erste Doppel-Pole seit elf Jahren, Felipe Massas letzte Pole lag bereits mehr als 2.000 Tage zurück. Erstmals startet er mit seinem neuen Team Williams von der Pole Position. Valtteri Bottas musste mit Rang zwei Vorlieb nehmen, nachdem er sich auf seiner letzten schnellen Runde einen Fehler leistete. Im Rennen wird für das Team die Defensive im Zentrum stehen, denn hinter ihnen lauern Mercedes, Ferrari und Red Bull. Der letzte Doppelsieg von Williams wird am Sonntag genau 4.004 Tage her sein. Es winkt also ein Eintrag in die Geschichtsbücher.

Freitag: Positiver Tag für Mercedes-Kunde Williams. Mit unter einer Sekunde Rückstand auf die Bestzeit von Lewis Hamilton belegten Valtteri Bottas und Felipe Massa die Ränge vier und fünf. Letzterer war mit der Performance des FW36 dann auch hochzufrieden. "Die Balance des Autos war gut und das Verhalten positiv, also werden wir mitkämpfen". Zwar sagt Williams Ferrari und Alonso den Kampf an, ist sich der Konkurrenz im Rücken jedoch ebenso bewusst. Vor allem Bottas fordert im Bereich des Setups deshalb noch deutliche Verbesserungen: "Es gibt hier viele verschiedene Kurventypen und wir können nach wie vor nicht alle zufriedenstellend nehmen. Das Qualifying wird sehr eng sein und es kommt darauf an, wer die Runde am besten zusammenbekommt. Wir müssen sicherstellen, dass wir auf diesem für uns quasi komplett neuen Kurs am schnellsten Steigerungen erzielen."

Red Bull

Sebastian Vettels Rennen endete in der Box. - Foto: Sutton

Sonntag: Daniel Ricciardo erlebte während des Österreich GPs nur einen Moment, der ihm das schon fast berühmte Lächeln aufs Gesicht zauberte: als er am Force India von Nico Hülkenberg vorbeiging. Ansonsten war das Rennen des Australiers zäh, denn bereits beim Start büßte er einige Positionen ein. Der Grund dafür, beziehungsweise wie das in Zukunft vermieden werden kann, wird nun untersucht. Auch Teamkollege Sebastian Vettel hatte schon früh im Rennen Probleme mit der Power Unit, konnte jedoch zunächst weiterfahren. Da er eine Runde zurücklag und sich keine Safety-Car-Phase, die das Feld wieder eng zusammengeschoben hätte, abzeichnete, stellte er seinen Boliden schließlich in der Garage ab, um keine ‚unnötigen' Kilometer auf den Motor und andere Bauteile zu fahren.

Samstag: "Wir waren nicht schnell genug", musste Sebastian Vettel feststellen, nachdem er bereits in Q2 ausschied und nur von Rang 12 ins Heimrennen seines Teams geht. Außerdem beobachtete er, dass Teamkollege Daniel Ricciardo, der sich als Fünfter qualifizierte, in den Kurven zwei und fünf schneller ist als er. Der Australier räumte allerdings ein, dass er alles aus dem Auto herausquetschen musste, um es überhaupt unter die besten Fünf zu schaffen. Die Rennpace schätzt das Team stärker ein und hofft, von höheren Temperaturen profitieren zu können.

Freitag: Der Auftakt ins Heimspiel verlief für Red Bull alles andere als vielversprechend. Nach den Plätzen 13 und 16 für Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel im ersten Freien Training, steigerten sich der Deutsche sowie der Kanada-Sieger in der zweiten Session immerhin auf die Plätze sechs und acht. Mit 1,2 respektive 1,4 Sekunden Rückstand auf Mercedes dürfte die Prognose für das Wochenende allerdings eher düster ausfallen. Für Action sorgte Red Bull allerdings allemal: Sebastian Vettel drehte sich in FP1 doppelt auf der Strecke, entging nur knapp einem Einschlag. "Das Gras war noch etwas feucht. Als ich mich drehte, versuchte ich alles Mögliche, um nicht in die Mauer zu knallen. Das hat funktioniert", kommentierte der Vierfach-Weltmeister lapidar. Teamkollege Ricciardo ereilte das gleiche Schicksal, weswegen beide Boliden aufgrund der Abflüge zwischen den beiden Trainings ihre beschädigten Unterböden wechseln mussten.

McLaren

Jenson Button kam im Rennen nicht nach vorne. - Foto: Sutton

Sonntag: McLaren versuchte am Sonntag in Spielberg, mit zwei unterschiedlichen Strategien Positionen gutzumachen. Kevin Magnussen, der von Rang sechs startete, ging das Rennen auf den superweichen Reifen an und fuhr danach zwei Stints auf den weichen Pneus. Mit dieser Strategie kam er als Siebter ins Ziel, in den letzten Runden hatte er Sergio Perez auf frischeren Reifen passieren lassen müssen. Jenson Button startete als Elfter und kam auch auf dieser Position ins Ziel. Er fuhr zuerst zwei Stints auf den weichen Reifen und wechselte dann in Runde 58 auf die superweichen Pneus. An Kimi Räikkönen kam er dennoch nicht vorbei. Fahrer und Renndirektor sahen Fortschritte bei McLaren, es wird allerdings noch dauern, ehe sich diese deutlich zeigen werden, so der O-Ton.

Samstag: McLaren überschrieb seine Pressemitteilung nach dem Qualifying in Spielberg mit den Worten: "Rom wurde nicht an einem Tag erbaut - Woking könnte etwas länger brauchen - aber wir werden es schaffen". Das Team feierte einen kleinen, aber messbaren Unterschied in der Leistung des MP4-29. Kevin Magnussen qualifizierte sich wie letztmals Jenson Button in Bahrain auf Platz sechs. Button ging mit einem Handicap ins Qualifying, nachdem er im dritten Freien Training aufgrund eines Bremsproblems kaum zum Fahren kam. Zudem kam er in Q2 in Verkehr. Aufgrund der Strafe gegen Sergio Perez rückt er jedoch immerhin auf Rang elf nach vorne.

Freitag: McLarens Ambitionen bekamen im Training am Freitag auf dem Red Bull Ring einen kleinen Dämpfer. Anstatt Ferrari und Williams fordern zu können, landeten Jenson Button und Kevin Magnussen hinter Fernando Alonso, Felipe Massa und Valtteri Bottas lediglich auf den Rängen sieben und neun. Mit 1,3 respektive 1,4 Sekunden wiesen beide bereits einen beträchtlichen Rückstand auf Lewis Hamilton auf. "Im Moment sieht es nicht so aus, als könnten wir Ferrari fordern. Sie sind sehr schnell auf eine Runde und auch in den Longruns", lautete Buttons Fazit nach dem zweiten Training. Updates, die das Team für das Rennen an die Strecke brachte, verbesserten zwar das Handling der Boliden, brachten jedoch noch keine Leistungssteigerung. Auch die Reifen bereiteten wieder Sorgen: "Wir haben noch Probleme auf den Supersofts mit Graining an den Hinterreifen, der Vorderreifen arbeitet aber auf kurzen und langen Runs gut", erklärte Button.

Toro Rosso

Jean-Eric Vergnes Bremsen versagten. - Foto: Sutton

Sonntag: Rabenschwarzer Tag ausgerechnet vor dem Heimpublikum - beide Toro-Rosso-Piloten schieden aus. Jean-Eric Vergne hatte von Beginn des Rennens an mit den Bremsen zu kämpfen und musste schließlich aufgeben. Immer wieder hatte seine Hinterachse blockiert, was sich weder auf den Reifenabbau noch auf die Balance positiv auswirkte. Bei Daniil Kvyat war es der rechte hintere Reifen, der sein Rennen vorzeitig beendete. Aus noch unbekannter Ursache platzte der Reifen, Kvyat konnte nur noch auf drei Rädern und in einem äußerst schräg stehenden Auto in die Auslaufzone humpeln. Immerhin kann Toro Rosso auf der Habenseite verbuchen, dass das neue Aero-Paket funktionierte.

Samstag: Daniil Kvyat sicherte sich mit Platz sieben seine bislang beste Startposition. Dennoch konnte er nicht das volle Potential des umfassend upgedateten Autos nutzen, da er von den gelben Flaggen wegen des Ausrutschers von Lewis Hamilton betroffen war. Laut Technikdirektor James Key verlor er drei bis vier Zehntel, womit er noch deutlich weiter vorne hätte landen können. Dennoch herrschte keine Unzufriedenheit über Platz sieben, ebenso wenig wie über Startplatz 14 für Jean-Eric Vergne, da die Longrun-Pace am Freitag vielversprechend aussah.

Freitag: Die kleine Red-Bull-Schwester Toro Rosso zeigte sich angesichts der Plätze zehn und zwölf für Jean-Eric Vergne und Daniil Kvyat zwar nicht übermäßig begeistert, war mit der Arbeit des Tages dennoch nicht unzufrieden. "Wir haben viele neue Teile und Updates hier nach Österreich gebracht, wodurch wir heute erst einmal viel testen und verstehen mussten. Die Situation sieht aber wirklich gut aus. Ich denke, es war ein positiver Freitag und ich bin zufrieden mit dem Auto", meint Jean-Eric Vergne nach dem ersten Kontakt mit dem neuen Arbeitsgerät. Kvyat haderte ein wenig mit der Geschwindigkeit seines Boliden.

Force India

Sergio Perez gelang eine furiose Aufholjagd. - Foto: Sutton

Sonntag: Nico Hülkenberg erlebte einen schwierigen Nachmittag in Spielberg, an dem er mit der Balance des Autos zu kämpfen hatte, was seine Pace beeinträchtigte und den Reifenabbau verstärkte. Daher kam er im Vergleich zu seiner Startposition nur um einen Platz nach vorne auf Rang neun. Sergio Perez arbeitete sich dagegen von Platz 15 auf Rang sechs nach vorne und drehte die schnellste Runde des Rennens. Er lobte die starke Rennpace des Force India, die ihn seiner Ansicht nach bis aufs Podium hätte bringen können, wenn nicht die Rückversetzung die Ausgangslage so schwierig gemacht hätte.

Samstag: Nico Hülkenberg baute seinen Speed im Qualifying bis Q3 auf, blieb dann aber unbelohnt. Da er auf seiner schnellen Runde in Q3 zu weit rauskam, wurde seine Zeit aberkannt. Er startet nun von Platz zehn. Auch wenn er einige Positionen einbüßte, sah er sich in einer guten Ausgangslage für eine Punktefahrt, da das Auto im Rennen zuletzt sehr stark war. Sergio Perez startet nach seiner Rückversetzung um fünf Positionen von Rang 16. Da er im Qualifying Reifen sparen konnte, erhofft er sich für das Rennen einen strategischen Vorteil.

Freitag: Enttäuschender Tag für Force India. Mit den Plätzen 13 und 17 lagen sowohl Sergio Perez als auch Nico Hülkenberg mit 1,7 respektive 2,3 Sekunden Rückstand meilenweit hinter den Erwartungen zurück. Dabei hatte der Deutsche mit Rang sieben am Vormittag noch ordentlich abgeschnitten. "Wir wissen nicht, was uns ausgebremst hat. Wir hatten mit beiden Reifenmischungen Probleme und ich fühlte mich im Auto nicht mehr so wohl", räumte er kurz nach Trainingsende ein. "Im 2. Training kam viel Wind auf. Das war ähnlich wie in Bahrain, als wir auch Probleme damit hatten. Vielleicht liegt es daran, das müssen wir jetzt analysieren", verriet Hülkenberg. Sergio Perez hatte neben seinen mäßigen Trainingszeiten noch eine weitere 'Niederlage' zu beklagen. Die Stewards wiesen nach erneuter Anhörung seinen Einspruch gegen die Rückversetzung um fünf Plätze nach dem Montreal-Crash mit Felipe Massa ab.

Sauber

Adrian Sutil kam als 13. ins Ziel. - Foto: Sutton

Sonntag: Peinlich und enttäuschend - so lässt sich das Rennen von Sauber wohl am besten beschreiben. Esteban Gutierrez erhielt bei seinem ersten Boxenstopp den Befehl, loszufahren, ehe die Radmutter hinten rechts montiert war. Die Rennleitung belegte den Mexikaner wegen ‚unsafe release' mit einer 10-Sekunden-Stop-and-Go-Strafe. Der Vorfall hatte jedoch weitere Folgen. Irrtümlicherweise forderte der Kommandostand Adrian Sutil statt Gutierrez auf, das Auto sofort anzuhalten. Als der Irrtum bemerkt wurde, hatte Sutil bereits Zeit verloren.

Samstag: Die Sauber-Piloten taten sich mit einem sehr unruhigen Auto vor allem in Kurve acht schwer, was das Team umso härter traf, als die Rennleitung ein Überfahren der Streckenbegrenzung mit allen vier Rädern mit einer Aberkennung der Zeit ahndete. Adrian Sutil meinte, dass das Auto im Qualifying noch am besten gelegen habe. Mehr als Platz 17 war dennoch nicht drin. Harte Zeiten für Sauber, die vor allem im dritten Sektor zu kämpfen haben.

Freitag: Schwieriger Auftakt für Sauber ins Österreich Wochenende. Mit den Tagesrängen 14 und 16 landeten Esteban Gutierrez und Adrian Sutil mehr oder weniger erwartungsgemäß im hinteren Mittelfeld. Vor allem Sutil war dabei ein wenig der Pechvogel des Tages. Im ersten Freien Training limitierte ihn ein defekter Schlauch seiner Power Unit auf lediglich neun Runden und den 19. Rang. "Der Schlauch an Adrians Auto musste gewechselt werden, was uns ziemlich viel Zeit gekostet hat. Der Nachmittag verlief hingegen nach Plan. Aufgrund der verlorenen Zeit am Vormittag mussten wir Adrians Programm ein wenig anpassen, um ihm mehr Zeit für die Abstimmungsarbeit zu geben", verriet Chefingenieur Giampaolo Dall'Ara. Mit 42 Runden und der zeitlichen Steigerung zeigte sich der Deutsche am Nachmittag allerdings zufrieden.

Lotus

Erneut keine Punkte für Lotus, aber immerhin beide Autos im Ziel. - Foto: Sutton

Sonntag: Das Rennen begann für Romain Grosjean aus der Boxengasse, nachdem das Team das Getriebe wechselte. Im Rennen kämpfte der Schweizer mit französischer Rennlizenz mit Graining. Zudem traten sowohl bei ihm als auch Teamkollege Pastor Maldonado Probleme mit den Bremsen auf. Maldonado war nach insgesamt vier Ausfällen in dieser Saison froh, überhaupt das Ziel zu sehen. Er bemängelte den Speed des E22 in langsamen Kurven und forderte Verbesserungen in diesem Bereich, damit die Performance mit der in schnellen Kurven vergleichbar ist. Die Hoffnungen ruhen nun auf Silverstone - einer Strecke, die dem Lotus mehr liegen sollte.

Samstag: Pastor Maldonado und Romain Grosjean profitieren von der Strafe gegen Sergio Perez und rücken jeweils eine Position nach vorne. Damit starten sie von den Rängen 13 und 15. Die Top-10 waren außer Reichweite, nachdem Lotus auf dem Red Bull Ring bei wenig Benzin im Tank mit der Pace zu kämpfen hatte und zudem nur schwer die Reifen auf Temperatur brachte. Zuversichtlich stimmt die Pace bei vollem Tank, die das Team am Freitag im Training sah. Aufgrund des mangelnden Top-Speeds des Lotus wird es dennoch nicht einfach, nach vorne zu kommen. Die Hoffnungen ruhen daher auf der Strategie. Oder aber einer Abkürzung, wie Grosjean scherzte.

Freitag: Die Seuchensaison für Lotus ging mit den Plätzen 15 und 19 für Pastor Maldonado und Romain Grosjean in die nächste Runde. Mit 2,3 respektive 2,7 Sekunden Rückstand auf die Spitze setzte es für beide auf der extrem kurzen Strecke dabei eine schallende Ohrfeige. Als großes Problem erwiesen sich dabei die Reifen, die beide Piloten zu keinem Zeitpunkt ins optimale Arbeitsfenster bekamen. "Das Auto ist knifflig zu fahren und es gibt einige Kurven, in denen es sich nicht richtig handeln lässt", analysierte Grosjean geknickt. Mehrmals beschwerte er sich am Funk über mangelnden Grip. Trotz zahlreicher Schwierigkeiten gibt es einen Hoffnungsschimmer für Grosjean: Die Longrun-Pace. "Mit viel Sprit sah die Pace recht gut aus - wir waren beinahe so schnell wie Red Bull". Teamkollege Maldonado litt am Nachmittag einmal mehr an einem Problem mit der Renault-Power-Unit, was sein Trainingsprogramm deutlich dezimierte.

Marussia

Jeder Marussia konnte einen Caterham hinter sich lassen. - Foto: Sutton

Sonntag: Obwohl Marussia zu Sauber aufgeschlossen hat, war zumindest Adrian Sutil am Sonntag in Spielberg außer Reichweite. Esteban Gutierrez landete lediglich wegen eines Patzers beim Boxenstopp hinter Jules Bianchi und Max Chilton. Beide fuhren auf einer Ein-Stopp-Strategie, mit Hilfe derer Bianchi sogar in die Nähe von Romain Grosjean kam. Er beendete das Rennen als 15., Chilton als 17.

Samstag: Für Marussia gab es nach dem Qualifying in Spielberg Grund zum Jubeln, denn der Abstand auf Sauber betrug weniger als eine Zehntel, womit ein Einzug in Q2 aus eigener Kraft näher rückt. Jules Bianchi sprach von keiner perfekten Runde und deutete damit noch Potential an. Auf seinem ersten Run fiel der Teamfunk aus, womit er praktisch blind fahren musste. Max Chilton hatte sich als 21. qualifiziert, nachdem er hinter Marcus Ericsson festhing, und muss das Rennen als Letzter angehen, da er nach der Kollision mit seinem Teamkollegen in Kanada zurückversetzt wird.

Freitag: Mit den Tagesrängen 18 und 20 verlief die Spielberg-Premiere für Marussia erwartungsgemäß. Sowohl Max Chilton als auch Jules Bianchi drehten eine große Anzahl an Runden ohne größere Probleme, lagen zudem deutlich vor der Konkurrenz von Caterham. Chilton schaffte es sogar, den Lotus von Grosjean hinter sich zu lassen. Entsprechend erfreut zeigte sich der Engländer, der aufgrund seiner Kollision mit dem Teamkollegen in Kanada um drei Plätze beim Start zurückversetzt wird. "Es war ein guter Tag für uns, dafür dass wir noch nie hier gefahren sind. Wir wollen uns aber noch steigern und die Sauber angreifen." Nach einem Problem mit dem Teamradio verpasste Bianchi zwar einige Runden, jedoch brachte dies keine große Einbußen für Fahrer und Team.

Caterham

Marcus Ericsson muss sich an die blauen Flaggen noch gewöhnen. - Foto: Sutton

Sonntag: Kamui Kobayashi fuhr ursprünglich auf einer Zwei-Stopp-Strategie. Als das Team feststellte, dass Jules Bianchi nur mit einem Stopp durchkommen wird, änderte man spontan die Taktik, was allerdings nicht ganz aufging. Denn Bianchi hatte für den zweiten Stint die superweichen Reifen aufgezogen und kam so an Kobayashi vorbei. Der Japaner konnte den Positionsverlust jedoch verschmerzen und lobte die Zuverlässigkeit des CT05. Marcus Ericsson war mit seinem Rennen nicht ganz zufrieden, da er sowohl durch die blauen Flaggen als auch Pech beim zweiten Boxenstopp, als er einen Ferrari auf der 'fast lane' passieren lassen musste, Zeit verlor.

Samstag: Caterham ging in Spielberg einen anderen Weg, was das Setup angeht, und verzeichnete dadurch Verbesserungen. Kamui Kobayashi meinte, er habe im Qualifying eine seiner besten Runden gedreht. Marcus Ericsson berichtete von mehr Traktion und einer besseren Balance, was das Auto leichter zu fahren machte. Er klagte nach dem Qualifying allerdings über viel Verkehr, weshalb er keine saubere Runde zustande brachte.

Freitag: Der 'grauen Maus' der Formel 1 Caterham steht erneut ein hartes Wochenende ins Haus. Mit 3,4 und 4 Sekunden Rückstand landeten Kamui Kobayashi und Marcus Ericsson abgeschlagen auf den letzten beiden Plätzen. Zudem musste Ericsson seinen Caterham im ersten Freien Training bereits nach acht Runden mit einem Elektrik-Problem abstellen. "Ich fuhr durch Kurve eins und das Auto ging quasi von alleine aus. Ich konnte nichts machen. Das Problem rührte von ERS-H, wie wir später herausfanden." Kobayashi vermied durch ein vorzeitiges Ende in FP2 möglicherweise ebenfalls ein unsanftes Ausscheiden. "Ich habe gespürt, dass das Auto beim Bremsen immer stark nach rechts zieht, jedoch haben wir noch keine Ursache dafür gefunden. Ich habe dann einfach 15 Minuten vor Ende aufgehört, damit nichts passiert."


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