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Formel 1 - Interview - Allan McNish: Doppelte Strafe für den Führenden

Die Show ist gut

Allan McNish findet nicht, dass die Show in der F1 verbessert werden muss. Mit Motorsport-Magazin.com sprach er über Spielberg und Regeländerungen.
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Motorsport-Magazin.com - Allan, in den vergangenen Tagen wurde unheimlich viel über neue Regeln für die Saison 2015 gesprochen. Eine davon ist, nach einer Safety-Car-Phase einen stehenden Start durchzuführen. Was hältst du davon?
Allan McNish: Auf der technischen Seite würde dies bedeuten, dass man die Kupplungen der Autos ändern muss. Denn dadurch steigt die Möglichkeit mehrere Re-Starts. Persönlich finde ich, dass das Safety Car ein Rennen neutralisiert und damit schon den Vorteil des Führenden wegnimmt. Das können durchaus viele Sekunden sein, die er dadurch verliert. Ihm dann mit dem stehenden Re-Start auch noch eine weitere Art "Strafe" zu verpassen, empfinde ich nicht als gute Idee. So kann er seine Führung nicht mehr so sicher bis zur ersten Kurve verteidigen wie nach einem fliegenden Start.

Persönlich finde ich, dass das Safety Car ein Rennen neutralisiert und damit schon den Vorteil des Führenden wegnimmt.
Allan McNish

Wie kann die Formel 1 die Show dann für die Fans verbessern?
Allan McNish: Ich finde, dass die Show gut ist. Jeder spricht ständig davon, die Show verbessern zu wollen, aber die Show ist doch schon gut. Man muss sich doch nur das Qualifying heute oder das Rennen in Montreal anschauen. Oder das Rennen in Bahrain - das war ein fantastisches Rennen. Das Racing ist gut. Die Show ist ebenfalls gut. Ja, wir sind von einer Red-Bull-Überlegenheit zu einer Mercedes-Dominanz übergegangen, aber die Abstände und der Kampf sind richtig spannend. Ich denke also nicht, dass wir die Show verbessern müssen. Sie ist gut und wir müssen nicht etwas versuchen, dass wir gar nicht brauchen. Die Formel 1 ist eine ganz besondere Art von Motorsport.

Mercedes muss erstmals um den Sieg kämpfen

Heute gab es eine Überraschung: Felipe Massa startet von der Pole. Warst du davon überrascht?
Allan McNish: Absolut. Nach dem dritten Training dachte ich, dass es wieder ein Zweikampf zwischen den beiden Mercedes-Fahrern werden würde. Aber Nico Rosberg kam eindeutig nicht so gut mit seinem Auto zurecht und Lewis Hamilton machte nicht nur auf seinem ersten Rune einen Fehler, sondern auch auf dem zweiten. Die beiden Williams waren da und haben das ausgenutzt. Sie verdienen es, in der ersten Reihe zu stehen. Das ist fantastisch für sie.

Sie müssen zum ersten Mal in dieser Saison im Rennen einen Gegner überholen.
Allan McNish

Können sie auch das Rennen gewinnen?
Allan McNish: Sie haben die Performance dazu. Sie sind schneller auf den Geraden, sogar die Schnellsten, und sie haben in Montreal bewiesen, dass sie da sind. Für Mercedes ist das eine neue Situation: Sie müssen zum ersten Mal in dieser Saison im Rennen einen Gegner überholen. Das gilt besonders für Lewis, der nur von Platz neun startet.

Richtig, gerade für Lewis wird es besonders schwer. Schließlich muss er nach seinem Ausfall in Kanada eigentlich Punkte gutmachen...
Allan McNish: Er muss Rosberg schlagen, wie auch immer. Mit Blick auf die Weltmeisterschaft muss er Nico Punkte abnehmen. Für Nico ist es gut. Er startet sechs Plätze vor seinem Teamkollegen und hat 22 Punkte Vorsprung. Lewis muss also auf Risiko gehen, Nico kann die Risiken minimieren.


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