Formel 1 - Ferrari als einziges Spitzenteam für drittes Auto

Red Bull und Mercedes sehen keinen Bedarf

Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo wiederholt einmal mehr seinen Wunsch, ein drittes Auto einsetzen zu können.
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Motorsport-Magazin.com - Seit Jahren steht die Möglichkeit, ein drittes Auto pro Rennstall einsetzen zu können, ganz oben auf der Wunschliste von Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo und seiner Scuderia. Der Italiener erhofft sich davon bessere Vermarktungsmöglichkeiten und will, so sagt er selbst, die Show verbessern. Dahinter steht aber wohl auch der Gedanke, sich durch umfangreichere Testmöglichkeiten einen Vorsprung gegenüber der Konkurrenz zu erarbeiten.

Wir waren immer und sind nach wie vor für ein drittes Auto.
Marco Mattiacci

Ferrari-Teamchef Marco Mattiacci geht mit seinem Präsidenten in dieser Frage klarerweise absolut konform: "Wir waren immer und sind nach wie vor für ein drittes Auto. Ich denke, das wäre eine großartige Gelegenheit, um die Show zu verbessern. Deshalb befürworten wir das."

Der Vorschlag aus Maranello stößt bei der Konkurrenz jedoch auf wenig Gegenliebe. Das Feld scheint für die Verantwortlichen der anderen Rennställe ausreichend gefüllt, vor allem in Anbetracht der möglichen Neueinsteigerteams von Gene Haas und Forza Rosso, die in den nächsten Jahren vier weitere Autos zu den bestehende 22 hinzufügen sollen.

Wolff und Horner mit klarem Nein

Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff etwa sieht ein drittes Auto maximal als Notlösung: "Im Moment haben wir elf Teams und hoffentlich bleiben sie alle in der Formel 1, aber die Vergangenheit hat gezeigt, dass manche Teams kommen und wieder gehen. Sollte das Starterfeld unter ein kritisches Niveau schrumpfen, dann wäre ein drittes Auto pro Team sicherlich eine Möglichkeit, um das Feld aufzufüllen. Im Moment muss es aber unser Ziel sein, das Starterfeld so wie es ist zu behalten."

22 Autos nehmen aktuell ihre Plätze in der Startaufstellung ein - Foto: Sutton

Eine ähnliche Stimmung kommt aus der Ecke von Red Bull. Teamchef Christian Horner verliert kaum viele Worte zu dieser Idee. "Ich halte das im Moment für unnötig", so der Brite. Auch Toro-Rosso-Boss Franz Tost erachtet die Idee als wenig sinnvoll: "Wir haben elf Teams und 22 Autos. Wenn diese elf Rennställe in der Formel 1 bleiben, gibt es keinen Grund und keinen Bedarf für ein drittes Auto." Es sieht so aus, als würde Luca di Montezemolo mit seinem Vorstoß erneut scheitern.


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