Formel 1 - Ab Österreich GP: Mehr Kampf - weniger Strafen

Es darf wieder knallen!

Neuheit beim Österreich Grand Prix: Offenbar dürfen die Fahrer ab jetzt in Zweikämpfen härter zur Sache gehen, ohne eine Strafe fürchten zu müssen.
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Motorsport-Magazin.com - Immer wieder gab es Beschwerden über die harte Gangart der Stewards nach einem Rennunfall. Ab dem Großen Preis von Österreich könnte sich das ändern. Bei einem Treffen der Formula 1 Commission in dieser Woche hatten sich einige Teams zu Wort gemeldet und eine andere Herangehensweise gefordert. Die FIA kam dieser Bitte nach und beschloss, mit Unfällen zwischen zwei Fahrern künftig anders umzugehen. Dies soll der Spannung dienen, hatten in der Vergangenheit doch zahlreiche Fahrer erklärt, dass sie aus Angst vor Strafen nicht mehr voll in die Zweikämpfe gehen.

Neu ab diesem Wochenende: FIA-Renndirektor Charlie Whiting überlässt es nun allein den Renn-Stewards zu bewerten, ob ein Unfall eine Strafe nach sich ziehen soll. Bislang war Whiting aufgrund des Sportlichen Reglements angehalten, jeden Zwischenfall mit einer Kollision an die Stewards weiterzuleiten. Die Stewards werden ab diesem Rennwochenende laut Autosport nur tätig, wenn ein Fahrer bei einem Crash klar die Schuld trifft. Die Änderung könnte dafür sorgen, dass die Fahrer wieder härter in Duelle gehen ohne eine Strafe fürchten zu müssen - vorausgesetzt, alles bleibt fair und im Rahmen der Regeln.

Kleinholz an allen Ecken und Enden - Foto: Sutton

Whiting fordert Unterstützung der Teams

Whiting soll die Teams an diesem Donnerstag am Red Bull Ring über die Änderung informiert haben. Dabei habe der Regelobmann klargestellt, dass dies nur unter aktiver Mithilfe der einzelnen Teams funktionieren könne. Heißt im Klartext: Die Teams sollen nach Zwischenfällen eher den Ball flach halten statt sofort eine Strafe für den Unfallgegner des eigenen Fahrers zu fordern.

Mit den aktuellen Parametern wären legendäre Duelle wie Villeneuve gegen Arnoux 1979 in Dijon oder Piquet gegen Senna in Ungarn unvorstellbar.
Giancarlo Minardi

Der ehemalige Formel-1-Teamchef Giancarlo Minardi hatte sich Anfang April laut über die Gangart der aktuellen Formel 1 beschwert. "Wenn man diesen Weg beibehält, dann werden die möglichen Duelle, die Teil der DNA der Rennen waren, zur Geschichte dieses Sports beigetragen und die Fans dazu gebracht haben, sich in die Serie zu verlieben, gestrichen", so Minardi. "Mit den aktuellen Parametern wären legendäre Duelle wie Villeneuve gegen Arnoux 1979 in Dijon oder Piquet gegen Senna in Ungarn unvorstellbar."

Wahnsinn: Maldonado gegen Gutierrez in Bahrain - Foto: Sutton

Freude bei Maldonado

Ein Anfang auf dem Weg zur Lockerung der Strafregelung wurde an diesem Donnerstag bereits gemacht: Der Fall von Sergio Perez, der für seinen Kanada-Crash mit Felipe Massa eine Strafe kassierte, wird möglicherweise neu verhandelt. Force India hat neue - wie es heißt - Elemente vorgebracht, die Perez vor einer Strafe schützen sollen. Die für den Österreich Grand Prix eingesetzten Stewards werden am Freitagmorgen entscheiden, ob Perez und Massa noch einmal angehört werden und der Mexikaner um seine Grid-Strafe herumkommt.

Die Regelneuerung dürfte vor allem Pastor Maldonado gefallen, der sich immer wieder über Entscheidungen der Stewards aufgeregt hatte. Etwa nach dem heftigen Unfall mit Esteban Gutierrez in Bahrain, infolgedessen der Lotus-Pilot eine Grid-Strafe erhalten hatte. "Ich finde, dass von den Stewards mehr Flexibilität gefragt ist", sagte Maldonado damals. "Wir sind Rennfahrer und von Rennfahrern wird erwartet, dass sie Risiken eingehen. Vor zehn Jahren haben sich die Fahrer ständig berührt, damals gab es solche Strafen nicht."


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