Formel 1 - McLaren Vorschau: Österreich GP

Kleine Schritte in Richtung Spitze

McLaren reist ohne Siegeshoffnungen, aber mit neuem Mut nach Österreich. Dort sollen weiterer Grundsteine für eine erfolgreichere Zukunft gelegt werden.
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Motorsport-Magazin.com - Wenn nicht viel funktioniert, hilft vielleicht die Statistik: Kein Team hat in Österreich so viele Rennen gewonnen wie McLaren. Für Ron Dennis eine Selbstverständlichkeit, in der Gegenwart jedoch eine Rarität. Nach dem spektakulären Saisonstart und der Führung in der Konstrukteurs-WM wurde der Traditionsrennstall schon beim zweiten Saisonlauf auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Selbst der vierte Platz von Jenson Button beim zurückliegenden Rennen in Kanada lässt Renndirektor Eric Boullier nicht in falsche Erwartungen verfallen: "Das war eher auf eine großartige Strategie des Teams und eine hungrige, opportunistische Leistung von Jenson zurückzufahren als auf eine Verbesserung unserer Pace."

Das war eher auf eine großartige Strategie des Teams und eine hungrige, opportunistische Leistung von Jenson zurückzufahren als auf eine Verbesserung unserer Pace.
Eric Boullier

Ehrliche Worte des neuen Teambosses, der zumindest Hoffnung daraus schöpft, dass seine Mannschaft mit dem nötigen Einsatz und Glück solche Situationen voll ausschöpfen kann - dies gelingt nicht allen Teams. "Dennoch sind wir nicht dort, wo wir sein wollen", betont Boullier. Die Ansprüche des Teams sind klar: nur Siege zählen.

Auf dem Weg dorthin sind die Aerodynamiker weiterhin auf der Suche nach mehr Downforce für den MP4-29. "Das ist jedoch ein bewegliches Ziel", weiß Boullier. Schließlich verbessern sich auch die anderen Teams kontinuierlich auf diesem wichtigen Gebiet. In Österreich sollen einige kurz- und langfristige Entwicklungsschritte getestet werden.

"Es ist allerdings noch zu früh, um zu glauben, dass wir sie im Rennen einsetzen könnten", schränkt der Franzose ein. "Es geht eher darum, ihre Anwendbarkeit an der Strecke auszuprobieren, als darauf zu hoffen, dass sie unsere Rundenzeiten verbessern werden." Nichtsdestotrotz soll es ein weiterer Schritt auf dem richtigen Weg sein - und dieser darf den eigenen Ansprüchen zufolge nur in Richtung Podium führen.

McLaren: Spielberg Bilanz

David Coulthard holte 2001 den letzten McLaren-Sieg in Spielberg - Foto: Sutton

McLaren in Spielberg: Mit sechs Siegen feierte kein Team mehr Erfolge in Österreich als McLaren. 1984 machte Lokalmatador Niki Lauda den Auftakt, während in den beiden Folgejahren Alain Prost triumphierte. 1998 und 2000 gewann Mika Häkkinen, den bislang letzten Sieg steuerte 2001 David Coulthard bei.

Jenson Button in Spielberg: Mit vier Starts ist Jenson Button der Pilot mit der meisten Spielberg-Erfahrung im aktuellen Starterfeld. 2000 debütierte der Brite mit Williams und wurde prompt Fünfter und auch 2003, bei seinem vorerst letzten Auftritt, machte er als Vierter Punkte. In den beiden Jahren dazwischen wurde Button einmal Siebter und schied einmal aus.

Kevin Magnussen in Spielberg: Kevin Magnussen mag Formel-1-Rookie sein, doch im Gegensatz zu vielen seinen aktiven F1-Kollegen kennt er den Red Bull Ring bereits aus der Cockpitperspektive. Magnussen startete im vergangenen Jahr in der Formel Renault 3,5 in Spielberg und stand dabei zwei Mal als Dritter auf dem Podium.

"Es ist auch schön, dass die Formel 1 wieder in Spielberg fährt. Die Strecke ist recht schnell und es macht Spaß, dort zu fahren", verrät Magnussen im Gespräch mit Motorsport-Magazin.com. "Schon verrückt, dass ich von den aktiven Fahrern die aktuellsten Erinnerungen an ein Rennen auf dieser Strecke habe."

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint: Allen Erfolgen in der Vergangenheit zum Trotz nimmt McLaren auch in Spielberg die Rolle des Außenseiters ein. Das Ziel muss es sein, so viele Punkte wie möglich einzufahren und von Fehlern oder Ausfällen der Konkurrenz zu profitieren. Das entspricht keinesfalls den hohen Ansprüchen des Teams, derzeit aber sehr wohl der Realität. Selbst wenn die Upgrades funktionieren, schlafen die Gegner nicht - und sie haben aus Sicht von McLaren einen viel zu großen Vorsprung. Vielleicht hilft die Unbekannte Spielberg dem Team ein bisschen dabei, den Rückstand wettzumachen. (Stephan Heublein)


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