Formel 1 - Ricciardo fühlt sich im Wagen nicht zuhause

Vettel erster Mercedes-Verfolger

Red Bull zieht nach dem Freitag in Montreal eine zwiespältige Bilanz. Sebastian Vettel ist erster Silberpfeil-Jäger, Daniel Ricciardo hadert mit dem Auto.
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Motorsport-Magazin.com - Die Spannung bei Red Bull war vor dem ersten Kräftemessen in Montreal groß. Ist es dem Weltmeisterteam gelungen, den Abstand zu Mercedes zu verringern oder fahren die Silberpfeile weiterhin in einer eigenen Liga? Die Bilanz im Lager der Bullen fiel schlussendlich zwiespältig aus. Während Sebastian Vettel in der zweiten Trainingssitzung den dritten Platz belegte - freilich hinter Lewis Hamilton und Nico Rosberg -, kam Daniel Ricciardo in den beiden Sessions nicht über die Ränge sechs und zwölf hinaus.

Großer Rückstand

"Das war ein bisschen überraschend", musste der stets fröhliche Australier angesichts von anderthalb Sekunden Rückstand auf die Spitze anschließend eingestehen. "Wir hatten gehofft, ein bisschen weiter vorne zu stehen. Ich fühle mich im Auto noch nicht zuhause, aber wir glauben auch nicht, dass wir wirklich 1,5 Sekunden zurückliegen."

Das war ein bisschen überraschend
Daniel Ricciardo

Feststehe jedenfalls, dass Red Bull ans Limit gehen muss, will man es zumindest mit den Kundenteams von Mercedes, namentlich Williams, McLaren und Force India, aufnehmen, die auf dem Circuit Gilles Villeneuve ebenfalls über einen Power-Vorteil verfügen. "Es sieht ziemlich eng aus", meinte Ricciardo. "Es gibt einige Teams, die wenn nicht um die erste, um die die zweite Reihe kämpfen. Es scheint in dieser Woche ausgeglichener zu sein."

Positiv sei allerdings, dass es Vettel gelang, den Abstand auf die Spitze in Grenzen zu halten - dem Heppenheimer fehlten etwas mehr als vier Zehntel auf Bestzeithalter Hamilton. "Daher können wir uns ansehen, was er gemacht hat und vergleichen, woran wir noch arbeiten müssen, um weiter nach vorne zu kommen", so Ricciardo.

Bei Ricciardo gibt es noch viel Luft nach oben - Foto: Sutton

Vettel mit Getriebeproblemen

Das Training des Weltmeisters verlief einmal mehr nicht friktionsfrei, denn so verlor er aufgrund eines Getriebeproblems Zeit und konnte am Nachmittag lediglich 26 Runden drehen. "Im Vergleich zu den anderen waren wir ein bisschen aus dem Rhythmus, aber es sah okay aus, wir haben einige gute Runden abgespult", sagte der Heppenheimer. Es sei ganz offensichtlich, dass vor Red Bull noch einige Arbeit liege, so Vettel weiter, denn: "Ganz offenbar ist Mercedes hier sehr, sehr schnell."

Ganz offensichtlich ist Mercedes hier sehr, sehr schnell
Sebastian Vettel

Red Bulls Schwäche trat einmal auf den Geraden zum Vorschein, von denen es in Montreal gleich vier an der Zahl gibt. Während Williams-Mann Felipe Massa im zweiten Training mit 333,8 km/h geblitzt wurde, kam Ricciardo nur auf 317,9 km/h und war damit der zweilangsamste Pilot im Feld.

"Aber es macht keinen Sinn, das ständig zu wiederholen", ist Vettel, der zehn km/h schneller als sein Teamkollege war, die Ausreden aufgrund des fehlenden Speeds mittlerweile leid. "Wir müssen sicherstellen, dass wir das Auto in den Kurven gut abstimmen, um dort so viel Zeit wie möglich gut zu machen."


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