Formel 1 - Häkkinen: Hamilton muss verlieren lernen

Nico hätte das anderen nicht angetan

Mika Häkkinen war von Lewis Hamiltons Verhalten in Monaco nicht begeistert. Er ist gespannt, wie sich das Verhältnis der beiden Mercedes-Piloten entwickelt.
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Motorsport-Magazin.com - Mika Häkkinen ist von Lewis Hamiltons Verhalten nach dem Monaco Grand Prix enttäuscht. Der Brite hatte im Ziel seinem Teamkollegen Nico Rosberg jegliche Form der Gratulation zum Sieg verwehrt. Stattdessen stand er mit dunkler Miene auf dem Podest. Freude über Rang zwei - Fehlanzeige. "Zu den Eigenschaften eines guten Siegers zählt meiner Ansicht nach, dass er auch verlieren können muss", erklärte der zweifache McLaren-Weltmeister Häkkinen.

Zu den Eigenschaften eines guten Siegers zählt meiner Ansicht nach, dass er auch verlieren können muss.
Mika Häkkinen

Für Häkkinen ist die Situation klar: Mercedes hat aktuell das stärkste Auto und mit Fernando Alonso folgt der erste Nicht-Mercedes-Pilot mit 57 Punkten Rückstand. Das Team hat laut dem Finnen also keinen Grund, sich für einen der beiden Fahrer zu entscheiden. "Man lässt sie ganz offen einen Wettbewerb austragen, und beide haben gute Chancen zu gewinnen", schilderte Häkkinen.

Spannungen konstant gesteigert

Bereits zu Saisonbeginn waren erste Risse im Verhältnis der einst - vermeintlich - guten Freunde zu sehen. Plötzlich war davon die Rede, dass nie eine Freundschaft bestanden habe und das Verhältnis lediglich kollegialer Natur war und sei. Zu diesem Zeitpunkt versuchten aber noch beide Piloten, ihre gute Beziehung, den gegenseitigen Respekt und die Anerkennung zu betonen. Davon war - speziell von Seiten Hamiltons - in Monaco nun wenig zu sehen.

Nico Rosberg hatte in Monaco die Oberhand - Foto: Sutton

Wie sich die Beziehung der beiden WM-Führenden weiterentwickelt, vermochte auch Häkkinen nicht zu prognostizieren. "Es ist schwer zu sagen, ob sich dabei etwas wesentlich verändern wird. Ich weiß nicht, ob Lewis selbst eine Situation herbeiwünscht, in der er sich sogar für sein Verhalten entschuldigen würde", überlegte der zweifache Weltmeister in seiner Hermes-Kolumne. Diese Situation sei aber sehr individuell.

Die Mirabeau-Affäre

Bereits vor dem Wochenende in Monaco hatte Hamilton gestichelt, er würde viel engagierter zu Werke gehen und spielte auf die vermeintlich bessere Herkunft Rosbergs an. Den bisherigen Siedepunkt fand die Rivalität der beiden im Qualifying. Rosberg nutzte den Notausgang in Mirabeau und machte damit Hamilton seine letzte schnelle Runde zunichte. Der Brite kochte und Rosberg stand auf der Pole. Erinnerungen an Michael Schumacher und sein Park-Manöver in Rascasse 2006 wurden wieder wach.

Häkkinen nimmt Rosberg aber in Schutz und geht nicht von einem absichtlichen Manöver aus. "Nico ist ein ehrlicher Typ. So ein Manöver hätte er anderen nicht angetan", zeigte sich der zweifache Weltmeister fest überzeugt. Abgesehen von Häkkinens persönlicher Einschätzung, würde auch der Computer genau aufzeigen, wo Rosberg anfing zu bremsen.

Nico ist ein ehrlicher Typ. So ein Manöver hätte er anderen nicht angetan.
Mika Häkkinen

Für den Finnen keine glückliche Situation, aber schlichtweg ein Fahrfehler des Deutschen. "Meine Bremsen blockierten auch schon in der gleichen Mirabeau-Kurve. Es geht bergab und die Stelle hat böse Wellen. Da kann man leicht einen Fehler machen", verteidigte er das Manöver. Zudem argumentierte Häkkinen, dass Rosberg mit dem Mercedes aktuell das beste Rennauto im Feld zur Verfügung hätte und dementsprechend alles versuchen würde, um dieses nicht zu beschädigen. "Wenn Nico merkt, dass die Bremsen nicht richtig greifen, dann versucht er nicht mit Gewalt, das Auto in die Kurve zu bringen. Lenkte er um, dann würde das Auto in der Leitplanke hängen."


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