Formel 1 - Technik-Trends im Fürstentum

Monaco-Monkey-Seat

Monaco ist das ganz spezielle Rennen, auch für die Technik. Motorsport-Magazin.com wirft einen Blick auf die Besonderheiten.
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Motorsport-Magazin.com - Monaco ist anders als die 18 restlichen Rennen der Saison. Sicher, jedes Rennen ist anders, aber Monaco ist noch ein bisschen spezieller. Weil die Durchschnittsgeschwindigkeit auf den Straßen des Fürstentums so gering ist, beträgt die Renndistanz nur 260 Kilometer - rund 50 Kilometer weniger als üblich. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass die Autos etwas anders aussehen, als normal. Motorsport-Magazin.com macht den Technik-Check im Fürstentum.

Eins ist klar: Die Technik-Updates, die die Teams mit an die Cote d'Azur gebracht haben, waren schon einmal umfangreicher. In diesem Jahr gab es eher Detail-Arbeit. Das mag damit zu tun haben, dass das Downforce-Niveau der diesjährigen Formel-1-Generation erheblich niedriger ist als in der Vergangenheit. So packten die Teams schon bei den vergangenen Rennen verhältnismäßig viel Abtrieb auf die Autos.

Weil die Getriebe aber deutlich länger übersetzt sind und die Einschnitte bei der Aerodynamik in diesem Jahr gleichzeitig eine Reduzierung des Luftwiderstands zur Folge hatte, sind die Endgeschwindigkeiten dennoch höher als in der Vergangenheit - auch mit verhältnismäßig viel Flügel.

Baustelle Monkey Seat

Der Mercedes-Monkey-Seat bekam ein Vordach - Foto: Sutton

Die Neuerungen in Monte Carlo waren eher klein. Die größten sichtbaren Änderungen hab es da noch am Monkey-Seat, also dem kleinen Zusatzflügel unter dem Heckflügel. Mercedes hat bereits bei den Testfahrten in Barcelona gezeigt, wohin die Richtung geht. Allerdings nahmen die Ingenieure nochmals Änderungen vor: Über den doppelten, geschwungen Elementen baute sich nochmals ein kleines Vordach mit Flügel-Profil auf, dass noch ein paar Newton Anpressdruck bringen soll.

Auch am Red Bull gab es einen neuen, doppelten Monkey-Seat zu bestaunen. Bislang fuhr das Weltmeisterteam nur mit einem Element unter dem Auspuff, in Monaco waren zusätzlich noch zwei darüber installiert. Ein Monkey-Seat-Vordach hatte der RB10 nicht zu bieten.

Bei Lotus das gleiche Spiel: Nachdem in Spanien erstmals überhaupt ein Monkey-Seat am E22 angebracht war, wurde in Enstone für Monaco noch ein zweites Karbon-Element gebacken. Allerdings sehen diese etwas plumper als jene von Red Bull und Mercedes aus, wirken nicht ganz so aerodynamisch ausgefeilt.

Wo geht die Luft raus? - Foto: Sutton

Bei Ferrari gab es wieder nur die Variante aus Spanien mit einer einzelnen Strebe zum Heckflügel zu sehen. Dafür gab es an der Vorderachse etwas neues, beziehungsweise eigentlich auch nichts Neues zu sehen. Denn die durchblasenen Radnabe war nicht mehr installiert, die Bremsbelüftung mit Rieseneinlass und zwei großen Kanälen blieb jedoch.

Red Bull mit neuen Kameras

Die neuen Kameras am RB10 - Foto: Sutton

Bereits vor dem Wochenende wurde bekannt, dass Red Bull die Fahrzeugfront leicht umbauen muss. Weil der Newey-Kameratrick zu schlechte TV-Bilder lieferte, wurde das Weltmeisterteam dazu aufgefordert, die Kamera ebenfalls außerhalb des Chassis anzubringen.

Der RB10 hat nun an der Nase wie der Mercedes ein kleines Hirschgeweih. Dafür entfällt aber der Knick in der Nase, der zuvor nötig war, um die Linse der Kamera unterzubringen. Optisch sieht die neue Lösung besser aus, aerodynamisch dürfte sie Adrian Newey nicht besonders gefallen.


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