Formel 1 - Prost: Personeller Aderlass trifft Traditionsteams

Red Bull und Mercedes hatten einen Plan

Für Alain Prost kommt es nicht überraschend, dass die alten Traditionsteams in der Formel 1 mittlerweile nur mehr eine untergeordnete Rolle spielen.
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Motorsport-Magazin.com - Hätte man vor zehn Jahren auch nur einen geringen Betrag darauf gewettet, dass die künftigen Seriensieger in der Königsklasse des Motorsports Red Bull und Mercedes heißen, hätte man es vermutlich zum Multimillionär gebracht. Die große Zeit der Traditionsteams wie Ferrari, Williams und McLaren scheint zumindest vorerst vorbei, was zwar nicht jedem Beobachter des Formel-1-Zirkusses gefällt, aber eine logische Konsequenz der Entwicklungen der letzten Jahren ist.

"Als Red Bull kam, waren sie eine Marketingplattform, aber sie hatten einen Plan und auch Mercedes hatte in den letzten zwei, drei Jahren einen Plan", erklärte Alain Prost, der sich mit McLaren und Williams vier Mal die Krone des Weltmeisters aufsetzte. "Es sieht nur so aus, als würde es bei Ferrari und McLaren Kontinuität geben", erklärte der Franzose. Nicht zuletzt die Abgänge wichtiger Personen wie Rory Byrne, Michael Schumacher und Adrian Newey seien für den Absturz der traditionsschwangeren Rennställe verantwortlich gewesen.

Alain Prost arbeitete 1993 mit Adrian Newey bei Williams zusammen - Foto: Sutton

Renault gewarnt

Prost ahnte bereits vor der Saison, dass es für die Konkurrenz äußerst schwierig werden würde, unter dem neuen Reglement an die Silberpfeile heranzureichen und teilte dies in seiner Funktion als Markenbotschafter Renault auch mit. "Mercedes ist ein komplettes Team während Renault ein Zulieferer ist. Sie können nicht alles kontrollieren", meinte er mit Blick auf die französische Motorenschmiede, die unter anderem Red Bull und Lotus ausrüstet und sich gerade zu Saisonbeginn mit zahlreichen Problemen herumschlug.

Es sei offensichtlich gewesen, dass der Mercedes-Motor in den ersten Saisonrennen dem Renault-Turbo deutlich überlegen war, doch mittlerweile sei eine Beurteilung des Kräfteverhältnisses schwieriger, da man auch andere Faktoren wie den Sprit mit ins Kalkül ziehen müsse. "In Barcelona war es sehr interessant. Sie [Renault] waren näher dran, aber Mercedes hatte große Entwicklungen - nicht am Motor, sondern am Auto", strich Prost den Vorteil eines Werksteams hervor.


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