Formel 1 - Williams Vorschau: Monaco GP

Typische Fehler als Achillesverse?

Trotz bislang solider Punkteausbeuten in dieser Saison wartet Williams noch immer auf den großen Durchbruch. Die Hoffnung liegt auf Monacos Unvorhersagbarkeit.
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Motorsport-Magazin.com - Für die 'Lotterie' Monaco hat sich der Traditionsrennstall Williams viel vorgenommen. Zwar gehörte das Team spätestens nach den überzeugenden Wintertests seit Saisonbeginn zum Kreis der Podiumsfavoriten, allerdings schafften es bislang weder Valtteri Bottas noch Felipe Massa unter die ersten Drei eines des bislang fünf Grand Prixs. Mit der überlegenen Mercedes Power Unit im Heck ausgestattet, brachten Williams jedoch immer wieder bittere Fehler um die Früchte der harten Arbeit. Zuletzt schien das Team im Entwicklungsrennen während der Saison mit den Frontrunnern nicht ganz Schritt halten zu können - für das einzigartige Rennen in den engen Straßen Monacos zeigen sich jedoch beide Piloten äußerst optimistisch.

Hier in Monaco kommt es vor allem auf eine starke Traktion an, eine gute Balance und viel mechanischen Grip
Felipe Massa

"Monaco ist das schwerste Rennen der Saison und wir dürfen uns am gesamten Wochenende hier keinen Fehler erlauben, was uns bislang in dieser Saison leider nicht gelungen ist", konstatiert Massa. In seiner langen Karriere erlebte der Brasilianer im Fürstentum bislang Höhen und Tiefen: Zwei dritten Plätzen stehen Fehler, Unfälle und Ausfälle gegenüber. Ein gutes Resultat hält er jedoch für absolut möglich. "Hier in Monaco kommt es vor allem auf eine starke Traktion an, eine gute Balance und viel mechanischen Grip. Wegen der Traktion mache ich mir keine Sorgen und ich bin mir sicher, dass wir ein starkes Setup herausarbeiten können, da wir nach dem zweiten Freien Training ja einen extra Tag frei haben, um die Daten auszuwerten und Lösungen zu erarbeiten."

Massa und Bottas warnen vor den Tücken Monacos

Auch für Massa, der in Monaco wohnt und den Kurs aus dem Effeff kennt, wird das Rennen in diesem Jahr eine besondere Herausforderung - schließlich fährt auch er zum ersten Mal in einem Turboboliden durch seine 'Heimatstadt'. "Die langsamen Kurven sind hier tatsächlich extrem langsam und aufgrund des hohen Drehmoments wird das Herausbeschleunigen eine äußerst diffizile Angelegenheit. Die Wände sind hier so nah und manchmal kommst du einfach nicht um eine leichte Berührung umher, jedoch kannst du trotzdem noch eine gute Rundenzeit erzielen. Ich freue mich sehr auf das Wochenende und will es einfach nur genießen."

Der Kurs ist eng, wellig und vergibt keinen Fehler, weswegen Überholen hier eigentlich nicht möglich ist
Valtterie Bottas

Teamkollege Bottas, der Massa mit bislang 34:12 Punkten deutlich in den Schatten stellt, weiß vor allem um die enorme Wichtigkeit der Qualifikation, die in Monaco nicht selten bereits über das Rennschicksal mitbestimmt. "Der Kurs ist eng, wellig und vergibt keinen Fehler, weswegen Überholen hier eigentlich nicht möglich ist. Von daher ist das Qualifying hier das wichtigste der gesamten Saison." Auch die Strategie wird während des Rennens erneut wichtig, da ein Platz im Verkehr ein Rennen jäh zerstören kann. "Zeit oder Positionen an der Box zu verlieren schmerzt hier doppelt, denn du hast eigentlich keine Chancen mehr, diese wieder gut zu machen. Ich habe jetzt meiner Ansicht nach jedoch genug Erfahrung hier und freue mich auf ein hoffentlich gutes Rennen. Wir haben alle Voraussetzungen, hier ein gutes Resultat zu erzielen."

Williams: Monte Carlo Bilanz

Williams in Monte Carlo: Für den Traditionsrennstall aus Grove stehen im Fürstentum drei Siege zu Buche. Den Auftakt machte 1980 Carlos Reutemann, drei Jahre später folge Keke Rosberg, während Juan Pablo Montoya (2003) den letzten Triumph feierte. Hinzu kommen acht zweite Plätze sowie drei dritte Ränge. Letztmalig standen mit Nick Heidfeld und Mark Webber 2005 zwei Williams-Piloten in der Fürstenloge.

Felipe Massa in Monte Carlo: Der Circuit de Monaco ist sicherlich nicht die Lieblingsstrecke von Felipe Massa. Ein Sieg ist ihm bei bisher elf Anläufen noch nicht gelungen. Und auch der Sprung auf das Podium glückte ihm nur in den Jahren 2007 und 2008, als er jeweils Dritter wurde. Immerhin: Massa landete bereits sechs Mal in den Punkterängen.

Valtteri Bottas in Monte Carlo: Der Finne debütierte im Vorjahr auf dem kniffligen Stadtkurs. Mehr als der zwölfte Platz war für den Williams-Piloten aber nicht drinnen.

Redaktionskommentar

Motorsport-Magazin.com meint: Sowohl Monaco als auch Williams sind unvorhersagbar, weswegen es etwas schwer fällt, das Potential des Traditionsrennstall vor dem Wochenende einzuordnen. Auf dem Papier verfügt Williams über die notwendigen Voraussetzungen, in Monaco ein gutes Ergebnis einzufahren. Prämisse ist dabei allerdings, dass weder Kommandostand, noch Boxencrew, noch die beiden Piloten einer der unnötigen Fehler passiert, die sich bislang wie ein roter Faden durch die Saison ziehen. (Samy Abdel Aal).


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