Formel 1 - Ecclestone: Brauchen keine Kostengrenze

Aus gutem Grund kein Mitbestimmungsrecht

Bernie Ecclestone sieht keinen Grund für eine Kostengrenze. Dass die kleinen Teams nicht mitbestimmen dürfen, hält er für richtig.
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Motorsport-Magazin.com - Bernie Ecclestone ist ein Mann der klaren Worte. Der Brite ist für seine manchmal recht eigenwillige Meinung bekannt. Neuestes Beispiel: Die Budgetgrenze. Vor allem die kleinen Teams im Paddock lechzen seit Jahren danach, nicht wenige befinden sich am finanziellen Abgrund. Doch die eigentlich für 2015 versprochenen Maßnahmen drohen doch nicht eingeführt zu werden.

"Die Leute können doch die Kosten senken - wieso geben sie nicht weniger aus?", fragt Ecclestone provokant. "Ich glaube nicht, dass sie eine Budgetdeckelung brauchen. Jene Teams, die eine Kostengrenze nicht wollen, finden eh ihre Wege, sie zu umgehen", so der Formel-1-Boss gegenüber dem Independent.

Power Units kosten zu viel Geld

Auch wenn eine solche Kostenkontrolle schwierig durchzuführen wäre, dass sie kommen muss, soweit sind sich die meisten Beteiligten einig. Allen voran Monisha Kaltenborn, die immer wieder für die Einführung plädiert. "Die ganzen Argumente, die dagegen gebracht werden, sind doch in Wahrheit keine Argumente, die tatsächlich dagegen sprechen", gab die Österreicherin bei Motorsport-Magazin.com zu bedenken.

ir haben diese Motoren eingeführt und sie kosten viermal mehr als die alten.
Bernie Ecclestone

Ecclestone sieht das Problem naturgemäß nicht gegeben. Und wenn etwas zu stark auf die Kosten drückt, dann sind es, so der 83-Jährige, die neuen Power Units: "Wir haben diese Motoren eingeführt und sie kosten viermal mehr als die alten. Die Hersteller haben sie verdammt viel Geld gekostet."

Erst kürzlich beklagte sich Renault öffentlich darüber, dass einer ihrer Kunden die fälligen Zahlungen nicht fristgerecht leistet. Da Red Bull und Toro Rosso keine Geldprobleme haben dürften, fiel der Verdacht schnell auf Lotus und Caterham. Doch beide Teams dementieren, mit ihren Zahlungen im Rückstand zu sein.

Eigentlich sollten Maßnahmen zur Kostenreduzierung schon 2015 verbindlich eingeführt werden. Doch die Strategie Group kippte dieses Vorhaben offenbar wieder. "Das verwundert mich sehr, denn es gab ja ein offizielles Statement von der FIA, in dem es hieß, dass eine solche Kostenkontrolle kommen wird. Wir hatten ein Meeting, an dem alle Teams teilnahmen und dort haben wir im Interesse des Sports gesagt, dass man solche Maßnahmen einführen sollte", so Kaltenborn.

Doch die Strategiegruppe der Formel 1, der Sauber, Toro Rosso, Force India, Caterham und Marussia nicht angehören, hat sich anders entschieden. Nur die Strategiegruppe kann Reglement-Änderungswünsche einbringen, die die restlichen Teams können nur noch dafür oder dagegen stimmen. Weil jene Teams, welche die Kostendeckelung am dringendsten benötigen, nicht in der Strategiegruppe vertreten sind, regt sich große Unzufriedenheit.

Garantie bis 2020

Ecclestone verteidigt die Zusammensetzung der Gruppe: "Es gibt vier Teams, die nicht in der Strategiegruppe vertreten sind - und warum nicht? Weil jene Teams, die vertreten sind, sich dazu verpflichtet haben, bis 2020 in der Formel 1 zu fahren. Für den Fall, dass nicht, haben sie auch beachtliche Garantien hinterlegt."

Weil Toro Rosso gewissermaßen am Tropf von Red Bull hängt, spricht Ecclestone übrigens von vier und nicht von fünf Teams, die in der Strategy Group nicht zu Wort kommen.

"Die Stimme von Caterham zählt nicht so viel wie jene von Ferrari", musste Teamchef Cyril Abiteboul einräumen, kritisierte aber trotzdem: "Das bedeutet aber nicht, dass wir nicht an der Diskussion teilnehmen dürfen. Zumindest für die Transparenz wäre das von Nöten."


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