Formel 1 - Spanien-Testfahrten: Team für Team

Überraschung zum Auftakt

Während die einen in Barcelona zu unerwarteter Höchstform aufliefen, hatten die anderen mit technischen Problemen und den Streckenbegrenzungen zu kämpfen.
von

Motorsport-Magazin.com - Am Ende des ersten Testtags leuchtete überraschend der Name Max Chilton ganz oben in der Zeitenliste auf. Platz zwei ging an Lotus-Testfahrer Charles Pic vor Mercedes-Pilot Lewis Hamilton. Trotz Problemen mit der Power Unit, aufgrund derer er nur 21 Runden drehen konnte, reihte sich Kimi Räikkönen auf Rang vier ein, gefolgt von Jean-Eric Vergne, der ebenso wie Sauber-Testpilot Giedo van der Garde den obligatorischen Pirelli-Test absolvierte.

Nico Hülkenberg, Felipe Massa und Jenson Button beendeten ihren unspektakulär verlaufenen Testtag auf den Rängen sechs bis acht. Kamui Kobayashis Testtag endete dagegen mit einem Knall. Bei Sebastien Buemi streikte das Getriebe, weshalb er früher Feierabend hatte, als ihm lieb war. Motorsport-Magazin.com fasst zusammen, wer was getestet hat, was gut lief und was schief ging.

Mercedes

Lewis Hamilton absolvierte unter anderem Startübungen. - Foto: Sutton

Dienstag: Lewis Hamilton experimentierte mit dem Setup, den Motoreinstellungen und der Aerodynamik und stellte den W05 nach seinen Wünschen ein, nachdem er am Wochenende trotz seines Siegs mit dem Fahrverhalten nicht immer zufrieden war. Zudem absolvierte er zahlreiche Startübungen, damit sich das Team auch in diesem Bereich verbessern kann. Am Mittwoch übergibt er das Ruder an Teamkollege Nico Rosberg.

Red Bull

Sebastien Buemi wechselte vom Simulator in den echten Boliden. - Foto: Red Bull

Dienstag: Sebastien Buemi durfte nach langen Stunden im Simulator wieder im realen RB10 ins Lenkrad greifen. Damit war er der ideale Mann, um die Korrelation zwischen dem Simulator und dem echten Boliden zu überprüfen. Allerdings konnte er aufgrund eines plötzlich auftretenden Problems mit dem Getriebe nicht mehr als 54 Runden drehen. Am Mittwoch steigt Sebastian Vettel ins Cockpit.

Ferrari

Kimi Räikkönen kam nicht viel zum Fahren. - Foto: Sutton

Dienstag: Kimi Räikkönen drehte am ersten Testtag gerade einmal 21 Runden, weshalb er auch nur etwa die Hälfte des geplanten Programms absolvieren konnte. Daran war weniger das launische Wetter als vielmehr ein Versagen der Power Unit Schuld. Bereits nach wenigen Kurven musste Räikkönen zurück an die Box und konnte erst nach 16 Uhr wieder auf die Strecke gehen, nachdem die Power Unit ausgetauscht worden war. Nach einem Dreher in Kurve vier musste zudem der Unterboden erneuert werden.

Force India

Nico Hülkenberg konnte nur einen Teil des Programms absolvieren. - Foto: Sutton

Dienstag: Nico Hülkenberg verbrachte den ersten Testtag mit Setup-Arbeit in Bezug auf die Reifen und dem Testen aerodynamischer Teile. Die nassen Bedingungen ermöglichten zwar, die Regenreifen und Intermediates von Pirelli besser zu verstehen, standen jedoch einem Teil der Arbeit im Weg, die das Team zur Vorbereitung auf die nächsten beiden Rennen absolvieren wollte. Am Mittwoch wird Ersatzfahrer Daniel Juncadella im VJM07 sitzen.

Williams

Felipe Massa sprach von einem normalen Testtag. - Foto: Sutton

Dienstag: Bei Williams standen die Evaluierung der Aerodynamik und mechanische Arbeiten im Vordergrund. Neue Teile gab es nicht. Felipe Massa drehte 55 Runden und sprach von einem gewöhnlichen Testtag, auch wenn das Programm aufgrund des nassen Vormittags etwas verkürzt war. Dafür nutzte er die Chance, die Performance im Nassen zu verbessern.

McLaren

Jenson Button drehte 74 Runden. - Foto: Sutton

Dienstag: Jenson Button kam am Vormittag wegen der nassen Bedingungen kaum zum Fahren, das Team zog lieber am trockenen Nachmittag das Programm durch. Er testete neue Teile und führte Vergleichsstudien durch, was "verschiedene interessante Bereiche für mögliche Entwicklungen in der Zukunft" eröffnete, wie es McLaren formulierte. Button drehte 74 Runden und reihte sich mit seiner besten Rundenzeit auf Rang acht ein. Am Mittwoch wird Test- und Ersatzpilot Stoffel Vandoorne erstmals ins Lenkrad greifen und bei seinen ersten Ausfahrten im Formel-1-Boliden den obligatorischen Reifentest für Pirelli durchführen. Wenn er mehr als 300 Kilometer abspult, kann er zudem die Superlizenz erwerben.

Toro Rosso

Jean-Eric Vergne führte Reifentests für Pirelli durch. - Foto: Sutton

Dienstag: Toro Rosso stand am Dienstag in Diensten von Pirelli und testete die Reifengeneration für 2015, wie es vor der Saison für alle Teams verpflichtend vereinbart wurde. Jean-Eric Vergne drehte 52 Runden und platzierte sich mit seiner besten Rundenzeiten als Fünfter. Daniil Kvyat, der am Mittwoch im Auto sitzen wird, nutzte den Tag nicht nur, um sich mit seinen Ingenieuren auszutauschen, sondern außerdem mit dem katalanischen Meister Oriol Monzo Tischtennis zu spielen.

Lotus

Der E22 fuhr ohne Zuverlässigkeitsprobleme. - Foto: Sutton

Dienstag: Charles Pic drehte am ersten Testtag ohne Probleme 70 Runden und erzielte die zweitschnellste Zeit. Der Franzose saß zum ersten Mal im E22 und stellte zahlreiche Veränderungen im Vergleich zu den letztjährigen Boliden fest, fühlte sich jedoch vor allem wegen der langen Pause seit dem Brasilien GP im letzten Jahr rundum wohl. Das Team ließ ihn verschiedene Setups, Aero-Teile und Motoreinstellungen testen.

Sauber

Giedo van der Garde widmete sich ganz den Pirelli-Pneus. - Foto: Sutton

Dienstag: Testpilot Giedo van der Garde absolvierte den Reifentest für Pirelli, den jedes Team an einem der Testtage während der Saison bestreiten muss. Van der Garde fuhr Long Runs mit viel Benzin an Bord, er kam insgesamt auf 86 Umläufe, was etwas mehr als 400 Kilometern entspricht. Er testete sowohl Intermediates als auch verschiedene harte Reifenmischungen. Am Mittwoch wird Stammfahrer Esteban Gutierrez im Cockpit sitzen.

Marussia

Max Chilton ließ Marussia jubeln. - Foto: Sutton

Dienstag: Marussia verwendete bis auf den harten Reifen alle Mischungen, die Pirelli im Angebot hat. Unter nassen Bedingungen am Vormittag rutschte Max Chilton einmal ins Kiesbett, machte diesen Ausrutscher mit der Bestzeit auf den superweichen Reifen aber mehr als wett. Dem Team ging es vor allem darum, einige Setups, die es am Rennwochenende ausprobiert hatte, noch einmal unter die Lupe zu nehmen. Zudem konnte es bei trockenen Bedingungen einige Daten über die Aerodynamik sammeln. Einige Probleme mit der Balance des Autos sollen nun größtenteils der Vergangenheit angehören.

Caterham

Kamui Kobayashi verschaffte den Mechanikern viel Arbeit. - Foto: Sutton

Dienstag: Kamui Kobayashi drehte am Steuer des CT05 72 Runden und wurde im Klassement als Neunter von elf Piloten geführt. Er nutzte den nassen Vormittag, um sowohl auf den Regenreifen als auch den Intermediates verschiedene Setups auszuprobieren. Ab 14 Uhr war die Strecke dann so trocken, dass er das normale Programm durcharbeiten konnte. Einen kurzen Schauer nutzte er, um noch einmal auf Intermediates auf die Strecke zu gehen. Kurz vor Ende der Session dann das unglückliche Finale: Kobayashi rutschte in Kurve drei raus und traf die Begrenzung ziemlich hart. Die Mechaniker haben damit über Nacht einiges zu tun.


Weitere Inhalte:

Facebook
Wir suchen Mitarbeiter
x