Formel 1 - Blog - Gerüchte um Newey-Wechsel zu Ferrari

Politik, Druck und... Italien

Einmal mehr machen Gerüchte, Adrian Newey könnte Red Bull verlassen die Runde. Zu Ferrari soll es das Design-Genie treiben.
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Motorsport-Magazin.com - Es gehört in der Formel 1 bereits zum guten Ton, dass nicht nur über Fahrer-Transfers gemunkelt wird. Längst sind auch leitende Angestellte und Ingenieure heiße Personalien. In einigen Fällen verdienen die Ingenieure sogar mehr als die Piloten, McLarens Geschäftsführer Jonathan Neale sprach nach dem Wechsel von Paddy Lowe zu Mercedes von "Gehältern wie Telefonnummern". In Großbritannien sind Telefonnummern sechsstellig.

Eine Personalie, die sich eher mit siebenstelligen Gehältern durchs Leben schlagen muss ist Adrian Newey. Es ist kein Geheimnis, dass das Design-Genie bei Red Bull für seine Arbeit fürstlich entlohnt wird. Trotzdem kommen immer wieder Gerüchte über den Briten auf.

WEC, Segelboote, Ferrari oder Ruhestand? - Foto: Porsche

Einmal soll sich Newey bald zur Ruhe setzten wollen - oder zumindest die Sparte wechseln. Das Rennen in China verpasste er, weil er sich lieber das WEC-Rennen in Silverstone anschaute. Also Newey bei den Sportwagen? Oder doch etwas ganz anderes? In regelmäßigen Abständen gibt es auch Gerüchte, wonach es Newey zum Americas Cup ziehen soll. Segeln also.

Jetzt soll es plötzlich wieder Ferrari sein. Es ist kein Geheimnis, dass die Mythosmarke händeringend nach guten Aerodynamikern Ausschau hält. Die Aerodynamik ist seit Jahren Ferraris Achillesferse.

Keine Absage an Ferrari

Newey wurde am Wochenende vom britischen Sky Sports auf einen möglichen Wechsel angesprochen. "Ich weiß es nicht. Ich muss darüber nachdenken", seine Antwort. "Ich muss an einem Punkt über meine Zukunft nachdenken, aber im Moment muss ich mich darauf fokussieren, vor die silbernen Autos zu kommen."

Eine Absage klingt anders. Und auch Horner hörte sich, auf die Gerüchte angesprochen, nicht gänzlich überzeugend an: "Natürlich ist die Verlockung bei Ferrari immer da, aber auf der anderen Seite gibt es da immer Politik, die gleichzeitig Druck ausübt und Ferrari ist in Italien." Politik und Druck - das gibt es wohl in jedem Formel-1-Team. Klar, bei Ferrari geht es immer etwas emotionaler zu als bei den anderen Teams, aber bei Red Bull gibt man sich schließlich auch nicht mit Platz zwei zufrieden.

Kann Newey der Verlockung in rot widerstehen? - Foto: Sutton

Ist Italien also der springende Punkt? Das ist nicht abwegig. "Viele von uns wurden bereits mit Ferrari in Verbindung gebracht, aber niemand ist gegangen", versuchte Horner weiter abzuwiegeln. Zu Ferrari nicht, das stimmt. Aber zuletzt wilderten Mercedes und McLaren beim Weltmeisterteam und zogen dicke Fische an Land - auch wenn bei Peter Prodromou die Sachlage noch nicht geklärt ist. Allerdings erfolgten alle Wechsel innerhalb von Großbritannien - genau genommen innerhalb weniger Kilometer, innerhalb des Formel-1-Valley eben.

Doch Ferrari braucht einen Newey mehr denn je. Der letzte Ferrari-Sieg ist am Montag auf den Tag genau ein Jahr her. Für Maranello eine mittlere Katastrophe. Luca di Montezemolo hat bereits vor dem China GP Stefano Domenicali als Teamchef abgesetzt und einen neue Papst - pardon, einen neuen Teamchef - in das höchste Italienische Amt nach dem Ministerpräsidenten eingeführt.

Massa und Domenicali: Beide weg - Foto: Sutton

Auch nach dem Rausschmiss von Felipe Massa und der Rückkehr von Kimi Räikkönen scheint klar: Bei Ferrari muss etwas geschehen - und zwar bald. Räikkönen wurde in Spanien gefragt, ob ein Fahrerwechsel schlichtweg nicht genug sei, um Ferrari wieder auf die Siegesstraße zu führen.

Der Journalist hatte vermutlich nicht mit einer ehrlichen Antwort des Finnen gerechnet, die er dann auch nicht bekam. Aber Zweifel an der Tatsache, dass Maranello mehr als nur gute Fahrer benötigt, gibt es eigentlich nicht. Und vielleicht klappt es ja wirklich mit Newey, Ferrari und Italien - vielleicht designt sich das Genie einen Jet, mit dem es in 15 Minuten von Maranello in seine Heimat fliegen kann. In der Formel 1 ist nichts unmöglich.


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