Tipp

Formel 1 - Spanien GP: Die sieben Schlüsselfaktoren

Wenn es Nacht wird in Barcelona…

…träumt Nico Rosberg von einem guten Start, muss Sebastian Vettel zurück und suchen die Teams den Grip.

1. - S wie Startaufstellung

Einmal mehr führte im Qualifying kein Weg an den Silberpfeilen vorbei. Lewis Hamilton sicherte sich in Barcelona seine bereits vierte Pole Position in diesem Jahr, womit er abermals die Oberhand gegenüber seinem Teamkollegen Nico Rosberg behielt. Als erster Verfolger des Mercedes-Duos lauert Daniel Ricciardo auf dem dritten Startplatz. Überraschend stark präsentierte sich Valtteri Bottas, der seinen Williams auf Position vier lenkte.

Ricciardo gesellte sich zu Hamilton und Rosberg - Foto: Sutton

Mit Platz fünf bewies Romain Grosjean, dass es bei Lotus endlich aufwärts geht - gut möglich, dass der Franzose die heißersehnten ersten Punkte der Saison einfährt. Für das Ferrari-Duo Fernando Alonso und Kimi Räikkönen blieben nur die Startpositionen sechs und sieben, gefolgt von Jenson Button und Felipe Massa. Pech hatte einmal mehr an diesem Wochenende Sebastian Vettel. Das Getriebe seines RB10 gab in Q3 den Geist auf und musste gewechselt werden, weshalb er eine Strafe kassierte und nur von P15 starten wird.

2. - S wie Start

Der Sprint zur ersten Kurve ist in Barcelona einer der längsten der gesamten Saison, weshalb mit einem guten Start bereits auf den ersten Metern zahlreiche Positionen gut gemacht werden können. Vor allem zwischen den Silberpfeil-Piloten könnte es nach dem Erlöschen der Ampeln knistern, denn Rosberg wartete unmittelbar nach dem Qualifying mit einer Kampfansage auf. "Es braucht morgen nicht viel um in Führung zu gehen. Wenn ich einen guten Start habe, kann ich das schon erreichen", meinte er mit Blickrichtung Hamilton.

Der Start ist in Barcelona ein wichtiger Faktor - Foto: Sutton

Gelingt es Ricciardo, sich an zumindest einem der beiden Silberpfeile vorbeizusetzen, wäre dies zwar erfreulich für den Australier, allzu viele Sorgen würde man sich am Mercedes-Kommandostand aber vermutlich nicht machen, da es Red Bull auf den Geraden noch immer an Speed fehlt und eine Rückeroberung des verlorenen Platzes nur eine Frage der Zeit wäre. Aufzupassen gilt es auf den von Platz zehn startenden Nico Hülkenberg - der Force-India-Pilot legte bereits mehrfach in diesem Jahr eine starke Startphase hin und verfügt im Rennen zudem über einen Extrasatz der Medium-Reifen.

3. - S wie Setup

Barcelona verlangt Abtrieb - Abtrieb ohne Ende. Abgesehen von der langen Start- und Zielgeraden gibt es keine nennenswerten Verschnaufpausen für die Piloten. Fast der gesamte Kurs besteht aus mittelschnellen und schnellen Kurven, entsprechend viel Downforce haben die Teams auf ihre Autos gepackt. Weil das Wetter stabil und die Abstimmungsphilosophie so eindeutig ist, liegen auch die Topspeed-Werte deutlich enger beieinander. Mit den beiden Toro-Rossos waren überraschend zwei Renault-befeuerte Boliden am schnellsten.

Eine Besonderheit gibt es in diesem Jahr: "Die Situation ist sehr schwierig, denn das Grip-Niveau ist so niedrig", beklagte sich Fernando Alonso nicht nur einmal. Das Problem: Die Strecke hat sich über das Wochenende kaum verbessert, zusätzlich sorgt das generell niedrigere Downforce-Level in diesem Jahr für viele Quersteher.

4. - S Wie Strategie

Im Vorjahr erlebte Barcelona ein wahrhaftes Reifenmassaker - bis zu fünf Mal mussten die Piloten die Boxen anlaufen, weil die fragilen Pneus unter enormen Verschleiß litten. Mit einer Wiederholung dieses Schauspiels ist am Sonntag nicht zu rechnen. Pirelli liefert die beiden härtesten im Sortiment befindlichen Mischungen an die Strecke, weshalb wie an den bisherigen Rennwochenenden Zwei- oder Drei-Stoppstrategien zur Anwendung kommen dürften.

Die Teams planen zwei bis drei Stopps - Foto: Sutton

"Ich glaube nicht an vier Stopps", rechnet auch Felipe Massa trotz des aggressiven Asphalts und der großen Last, die in den Kurven auf den Pneus liegt, nicht mit überdurchschnittlich vielen Reifenwechseln. "Es wird nur ein kleiner Unterschied sein. Wir müssen sehen, welche Strategie besser ist, aber sicherlich ist die Strecke aggressiv zu den Reifen - wir brauchen also ein Auto, das gut mit ihnen umgeht."

5. - S wie Spannung

Es käme einem mittelgroßen Wunder gleich, würde Mercedes nicht den fünften Sieg im fünften Saisonrennen feiern. Dennoch bietet der Spanien GP einiges an Spannungspotenzial, denn es ist nicht davon auszugehen, dass die Silberpfeil-Piloten einträchtig hintereinander herfahren werden. Nico Rosberg war die Unzufriedenheit, sich erneut seinem Stallgefährten geschlagen geben zu müssen, nach dem Zeittraining richtiggehend ins Gesicht geschrieben. Der Deutsche wird alles in seiner Macht stehende tun, um die Führung in der Weltmeisterschaft zu behaupten. Oder um es mit den Worten von Niki Lauda zu sagen: "So lang die volle Pulle gegeneinander fahren, kann ich garantieren, wird niemand langweilig."

Im Kampf um den dritten Platz scheint Daniel Ricciardo die besten Karten zu haben, dahinter dürfte es zwischen Williams, Ferrari und Grosjean jedoch äußerst eng werden. Sollte Sebastian Vettels Red Bull zum ersten Mal an diesem Wochenende problemfrei funktionieren, ist auch der Heppenheimer ein Kandidat für ein gutes Ergebnis, trotz Startplatz 15. Spannung könnte es auch am Ende des Feldes geben, wo Pastor Maldonado nach seinem Crash im Zeittraining lauert. Es bleibt zu hoffen, dass der Venezolaner nicht gleich am Start Kleinholz produziert.

6. -S wie Strecke

66 Runden á knapp 4,7 Kilometer müssen die Piloten bei normalem Rennverlauf auf dem Circuit de Catalunya zurücklegen. Die Strecke gilt als Gradmesser für die Teams, wie gut sie ihre Autos seit dem letzten Rennen in China weiterentwickelt haben. Mit einer langen Geraden sowie schnellen und langsamen Kurven wartet die gesamte Bandbreite der Herausforderungen.

Der Circuit de Catalunya bietet die unterschiedlichsten Herausforderungen - Foto: Sutton

Die beste Überholmöglichkeit bietet sich am Ende der Start- und Zielgeraden, wo die sich die erste der beiden DRS-Zonen befindet. Ansonsten lädt das Layout des Kurses nicht unbedingt zu Überholmanövern ein, was in der Vergangenheit nicht selten zu prozessionsartigen Rennen führte. Der Spritverbrauch liegt im mittleren Bereich, weswegen keinerlei Probleme diesbezüglich erwartet werden.

7. - S wie Sonntagswetter

Die äußeren Bedingungen sollten beim Europa-Auftakt der Formel 1 lediglich eine untergeordnete Rolle spielen. Wie schon im bisherigen Verlauf des Rennwochenendes wird sich der Himmel über Barcelona auch am Sonntag zumeist blau präsentieren, von einigen dünnen Wolkenfeldern abgesehen. Die Höchsttemperaturen werden am Nachmittag bei angenehmen 27 Grad liegen, allerdings könnte der drehende Wind das eine oder andere Team überraschen.


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