Formel 1 - Verwirrspiel um Vettels Chassis

Erst nach China für Wechsel entschieden

Verwirrung bei Red Bull: Sebastian Vettel plauderte aus, die Entscheidung, ein neues Chassis einzusetzen, sei erst nach China gefallen.

Motorsport-Magazin.com - Unlängst erklärte Red Bulls Chefdesigner Rob Marshall, dass der Chassis-Wechsel bei Sebastian Vettel zum Spanien GP schon vor der Saison geplant war. "Ja, Sebastian erhält in Barcelona ein neues Chassis, aber das war schon vor der Saison geplant", sagte der Ingenieure auf der eigenen Red Bull Website.

Nach China, wo wir ein ganzes Stückchen hinten dran waren, haben wir uns dazu entschlossen, das Chassis zu wechseln.
Sebastian Vettel

Der Heppenheimer plauderte aber nun in Spanien aus, dass dem wohl nicht so war: "Nach China, wo wir ein ganzes Stückchen hinten dran waren, haben wir uns dazu entschlossen, das Chassis zu wechseln."

Damit heizt der Rekordweltmeister die Spekulationen, mit seinem bisherigen Einsatz-Chassis sei etwas nicht in Ordnung gewesen, erneut an. Doch Vettel relativiert selbst: "Wir glauben nicht, dass am alten Chassis etwas kaputt war, wir haben uns lediglich dazu entschlossen, es zu tauschen. Wir wollen alles versuchen, was in unserer Hand liegt. Wir wollen alles auf Null stellen und neu starten."

Vettel eröffnete auch, dass es sich nicht um ein gänzlich neues Chassis handelt. Er wird beim Spanien GP in jenem Monocoque sitzen, das bereits bei den Testfahrten zum Einsatz kam. Modifikationen am Chassis wären zwar ohnehin nicht ohne Weiteres möglich, der Einsatz eines bereits benutzten verdeutlicht aber, dass es sich hierbei nicht um ein Update handelt, das lediglich an Sebastian Vettels Auto zum Einsatz kommt.

Wenn das Übersteuern zu viel wird

Übersteuern ist nicht nur bei Red Bull ein Problem - Foto: Sutton

Dass Vettel mit der neuen Fahrzeug-Generation noch nicht so richtig warm geworden ist, ist kein Geheimnis. Niki Lauda sagte nach dem letzten Rennen in China: "Vettel hat nicht das Fahren verlernt, aber das Fahren mit den neuen Autos."

Vettel konkretisierte die Probleme nun etwas: "Normalerweise stört es mich nicht, wenn das Heck unruhig ist, ich habe kein Problem mit Übersteuern. Aber wenn es zu stark ist oder es beginnt dich zu stören, das Auto zu sehr rutscht und du mehr am Korrigieren bist als am Pushen, dann macht es dich langsam."

Normalerweise stört es mich nicht, wenn das Heck unruhig ist, ich habe kein Problem mit Übersteuern.
Sebastian Vettel

In der Vergangenheit wussten die Ingenieure recht genau, wie sie die Autos auf bestimmte Fahreigenschaften einstellen können. "In diesem Jahr ist das viel komplexer, es gibt mehrere Faktoren als nur das Fahrzeug-Setup", so Vettel.

Ein bislang noch ungelöstes Problem könnte dabei die Fahrbarkeit der Renault Power Unit sein. Immer wieder tüftelte Red Bull bei Sebastian Vettel an der Software, um maximale Leistung bei guter Fahrbarkeit herauszuholen. Setzt die Leistung des Antriebsstrangs plötzlich ein, kommt es schnell zum sogenannten 'Power-Oversteer', also zum Übersteuern durch zu viel Leistung.

Renault Motorenchef Remi Taffin kündigte bereits an, dass in Barcelona eine neue Ausbaustufe kommt, mit der dieses Problem behoben sein sollte. "Während es nicht so viele sichtbare Hardware-Upgrades gibt, gibt es signifikante Verbesserungen bei der Software", versprach der Franzose.

Bei Mercedes scheint man dieses Problem schon bestens im Griff zu haben, wie Nico Rosberg Motorsport-Magazin.com verriet: "Wir haben die Fahrbarkeit so gut hinbekommen, dass sie bei unserer Power Unit sogar besser ist als mit dem V8-Motor im vergangenen Jahr. Die neuen Turbo Hybrid-Motoren sind nicht wie die früheren Turbos aus den 80er Jahren."

Mercedes nicht unschlagbar

Auch wenn Vettel in den ersten Vier Rennen ein Sieg verwehrt blieb, so sei der Fortschritt im Vergleich zu den Wintertests doch bemerkenswert, wie Vettel in Erinnerung rief: "Das Auto hat damals bei fast jedem Run Feuer gefangen. Wir hatten im Vergleich dazu ein sehr, sehr starkes Comeback, aber uns fehlt einfach diese Entwicklungszeit."

Große Schritte gibt es aber immer wieder. Beispiel Ferrari: "Ich glaube, sie haben ein besseres Benzin bekommen und haben auf der Geraden ungefähr sieben Stundenkilometer dadurch gewonnen." Red Bull kündigte bereits an, ebenfalls beim Benzin nachbesser zu wollen. Das Weltmeisterteam ist dabei allerdings vor allem auf Hilfe von Lieferant Total angewiesen.

Aufgeben kommt aber nicht in Frage: "Es müssen einige Dinge zusammenkommen. Im Moment ist Mercedes natürlich in einer sehr, sehr starken Position. Es ist schwierig, sie zu schlagen - aber nicht unmöglich."


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