Formel 1 - Im Visier der Europäischen Union

Kleine Teams benachteiligt

Der Aufstand der kleinen Teams könnte nun auch die Europäische Union beschäftigen. Es sollen schon Formel-1-nahe Personen verhört worden sein.
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Motorsport-Magazin.com - Die Formel 1 schlittert vom einen Politikum ins nächste. Nachdem das FIA-Fuel-Flow-Meter für ein Berufungsverfahren in Paris sorgte, bestimmte der Prozess gegen Bernie Ecclestone vor dem Münchener Landgericht in der vergangenen Woche die Schlagzeilen - und wird sie wohl auch noch in den kommenden Monaten bestimmen. Doch gleichzeitig droht schon das nächste Politikum.

Nach Informationen der Times soll sich die Europäische Union mit den Vorgängen in der Formel 1 beschäftigen. Konkret geht es um die ungleiche Behandlung der Teams. Neben der ungleichen Verteilung der Preisgelder geht es auch um den Regelgebungsprozess in der Königsklasse.

So setzt sich die Strategiegruppe zusammen - Foto: Motorsport-Magazin.com

Neue Regelvorschläge können nur von der Strategiegruppe eingebracht werden. Diese besteht zu drei gleichen Teilen aus der FIA, dem kommerziellen Rechteinhaber CVC sowie den Teams. Allerdings sind nicht alle Teams vertreten, sondern lediglich Ferrari, Red Bull, Mercedes, McLaren, Williams und ein leistungsbezogener Rennstall.

Somit haben derzeit Sauber, Toro Rosso, Force India, Caterham und Marussia keine Möglichkeit, aktiv am Regelgebungsprozess mitzuwirken. Diese Teams sind es auch, die von einer Budgetgrenze profitieren würden, die eigentlich 2015 eingeführt werden sollte.

"Wir hören, dass offenbar gewisse Maßnahmen zur Kostensenkung nicht kommen sollen. Das verwundert mich sehr, denn es gab ja ein offizielles Statement von der FIA, in dem es hieß, dass eine solche Kostenkontrolle kommen wird", sagte Sauber Teamchefin Monisha Kaltenborn unlängst gegenüber Motorsport-Magazin.com. In der Tat wurde die Einführung einer Kostenobergrenze bereits offiziell von der FIA kommuniziert, gilt aber inzwischen als nicht mehr sicher.

Welche Rolle spielt die FIA?

Auch deshalb soll sich nun die EU mit der Thematik beschäftigen. Zwei Formel-1-nahe Personen wären schon von EU-Beamten verhört worden, heißt es. Sollte sich die EU weiter mit der Königsklasse des Motorsports befassen, könnte das den Börsengang weiter verzögern.

Laut dem Bericht soll auch die FIA im Visier der EU sein. Bereits im Jahr 2001 untersuchte die EU die Vorgänge in der Formel 1 und stellte fest, dass sich die Rolle der FIA lediglich auf die sportliche Hoheit beschränken darf. In kommerziellen Fragen dürfe der Automobilweltverband keinen Einfluss nehmen, so die EU in einem Statement vom 30. Oktober 2001.


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