Formel 1 - Todt sieht keinen Handlungsbedarf beim Gewicht

Danner: So dramatisch ist es nicht

FIA-Präsident Jean Todt und Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner sehen den aktuellen Trend zu leichteren Fahrern als nicht dramatisch.
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Motorsport-Magazin.com - Am Rande des Bahrain GP wurde bekannt, dass Jean-Eric Vergne von seiner Diät über den Winter derart geschwächt war, dass er ins Krankenhaus musste. Der Franzose ist einer der Piloten, die am meisten mit dem neuen Gewichtslimit der Boliden zu kämpfen haben. Mehr denn je wirkt sich jedes Kilo, das die Fahrer mehr auf den Rippen haben, negativ aus. Vergne bezeichnete die Situation als "dumm" und warf den leichteren Fahrern vor, eine Erhöhung des Mindestgewichts der Boliden zu blockieren, um ihren Vorteil zu halten.

Diese Situation ist dumm
Jean-Eric Vergne

Jean Todt sieht keinen Handlungsbedarf. Der FIA-Präsident erklärte gegenüber dem Telegraph: "Ich denke, dass man normalerweise eine Diät machen kann, ohne ins Krankenhaus zu müssen, nur weil man ein paar Kilo verloren hat."

Vergnes ehemaliger Teamkollege Daniel Ricciardo, der ebenfalls zu den größeren Fahrern gehört, erklärte während der Testfahrten in Bahrain, dass er vor der Saison vier bis viereinhalb Kilo verlor. "Es ist etwas schwierig dieses Jahr. Wir müssen das so machen, wir müssen das akzeptieren", sagte er. "Ich hatte keine Probleme, für mich war es okay. Aber ich weiß, dass ein paar Fahrer Probleme hatten."

Motorsport-Magazin.com-Experte Christian Danner glaubt, dass sich das Gewichtsthema einpendeln wird, da die Power Units und die Chassis im Laufe der Saison durch Entwicklungen leichter werden. "Ich verstehe natürlich die Betroffenen. Für den Sutil, für den Hülk oder wer auch immer da in so einer Position ist, habe ich vollstes Verständnis aus eigener Erfahrung", sagte er. So dramatisch wie im Skispringen sieht er die Situation allerdings nicht. "Es ist unangenehm, ich verstehe die Betroffenen. Natürlich sagt einer, dass es scheiße ist, dass Felipe Massa einen eingebauten Vorteil hat. Aber was soll ein Alexander Wurz sagen, der gegen Anthony Davidson im Sportwagen fährt? Da hat er 20 Kilo Nachteil", erläuterte er. "Aber so dramatisch ist es nicht."

Während seiner aktiven Zeit seien die Autos noch ohne Fahrer gewogen worden, weshalb leichte Fahrer auch damals einen Gewichtsvorteil hatten. "Als ich Formel 1 gefahren bin, war ich grundsätzlich 15 bis 20 Kilo schwerer als mein Teamkollege", berichtete er. "Ich hatte keinen Sitz, das war nicht vorgesehen. Ich bin ohne Sitz gefahren, auf dem Karbon." Damals sei man mit dem Thema "nicht so zimperlich" gewesen. "Mein Lieblingsfahrer hieß Eddie Cheever, denn der war immer schwerer als ich. Der war nur leider nie mein Teamkollege", fügte Danner lachend hinzu.


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